George Joseph Stigler kritisiert den Mindestlohn

George Joseph Stigler glaubte, dass Verordnungen und andere Eingriffe des Staates fast ausschließlich aufgrund und zum Nutzen einflussreicher Interessengruppen erlassen werden. Der Ökonom war ein enthusiastischer Datensammler. Nur durch ständig wachsendes Wissen über die Umgebung können die Ökonomen George Joseph Stigler zufolge die jeweilig Mechanik und die makroökonomischen Wirkungen von Interventionen aller Art aufzeigen und durch die Auswertung empirischer Daten dann auch die Theorien zu verbessern suchen. Das ist auch der empirisch-positivistische Ansatz der Chicago Scholl of Economics, die George Joseph Stigler mitbegründet hatte. Sein Leitspruch lautete: „Die wahre Aufgabe des Ökonomen besteht nicht darin, der Gesellschaft zu sagen, wonach sie suchen soll. Sie besteht eher darin, die Gesellschaft zu unterstützen, ihre Ziele effizienter zu erreichen.“

Die unterschätzte Macht des Marktes und der Wirtschaft

Der Bestsellerautor Norbert Häring zeigt in seinem neuen Buch „Markt und Macht“, wie die Macht der Wirtschaft das Leben jedes einzelnen Menschen bestimmt und warum sich die Ökonomen nicht darum kümmern. Vieles was von Politikern und Wirtschaftswissenschaftlern als ökonomische Notwendigkeit dargestellt wird, dient in Wirklichkeit nur dem wirtschaftlichen Vorteil bestimmter Interessengruppen. Zu den Lieblingsökonomen von Norbert Häring zählt Amartya Sen, der gezeigt hat, das die Ökonomie für den Menschen da zu sein hat und nicht umgekehrt. Der Autor schreibt seit 13 Jahren erst für die Börsen-Zeitung, dann für die Financial Times Deutschland und seit 2002 für das Handelsblatt.

Der geistige Vater der sozialen Marktwirtschaft

1940 veröffentlichte Walter Eucken sein erstes Hauptwerk „Die Grundlagen der Nationalökonomie“, in dessen Mittelpunkt die Ordnungstheorie, die Systematik aller Wirtschaftsformen, stand. Zwölf Jahre später erschien sein zweites Hauptwerk „Grundsätze der Wirtschaftspolitik“, in dem er eine Ordnungspolitik entwickelte. Walter Eucken befürwortete eine Wirtschaftsverfassung, in der der Staat die Rahmenbedingungen setzt. Darüber hinaus könnten sich die Menschen aber frei entscheiden, in welcher Form sie an der Wirtschaft partizipieren möchten.

Mancur Olson: "Offene Märkte sorgen für Reichtum"

Offene Märkte sind für Mancur Olson die beste Grundlage für eine reiche Gesellschaft. Kartelle, Absprachen über den Markt und Koalitionen bei der Verteilung tragen den Keim für die relative Verarmung in sich. In seinen wirtschaftstheoretischen Arbeiten beschäftigte sich Mancur Olson hauptsächlich mit dem Widerspruch zwischen individueller Rationalität und der kollektiven Irrationalität. Das Buch „Die Logik kollektiven Handelns“ (1968) und sein Hauptwerk „Aufstieg und Niedergang der Nationen“ (1985) sind auch in deutscher Sprache veröffentlicht worden.