Die neuen Spielregeln für die Arbeitswelt von morgen

Das Autorenteam Imke Keicher und Kirsten Brühl vertritt die These, dass in der Arbeitswelt gerade ein massiver Umbruch stattfindet, der dennoch vergleichsweise unspektakulär verläuft. Die Menschen können aber die neuen Chancen nutzen, die dieser fundamentale Wandel mit sich bringt, wenn sie ihn verstehen und sich darauf einlassen. Laut Imke Keicher und Kirsten Brühl passiert in der Wirtschaft im Moment folgendes: die Unternehmen stehen unter Innovationszwang, es herrscht ein globaler Wettbewerb um Talente und das Tempo der Veränderungen nimmt stetig zu. Imke Keicher ist Zukunfts- und Trendforscherin des Zukunftsinstituts Kelkheim und selbständige Unternehmensberaterin. Kirsten Brühl arbeitet als Autorin für das Zukunftsinstitut. Die Diplom-Volkswirtin ist daneben selbstständig als Coach und Beraterin tätig.

Die expansive Geldpolitik der amerikanischen FED

Die größte Volkswirtschaft der Welt, die der Vereinigten Staaten von Amerika, befindet sich in einer misslichen Lage. Während die Wirtschaft in Deutschland boomt, hält die Krise in den USA an. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal nur um ein halbes Prozent. Um die Arbeitslosenzahlen zu senken, benötigt die USA ein wesentlich stärkeres Wirtschaftswachstum. Wer in Amerika seinen Arbeitsplatz verliert, rutscht ganz leicht ins soziale Präkariat ab, da es dort fast keine wohlfahrtstaatlichen Einrichtungen gibt. Nichts benötigt die USA mehr als ein starkes Wachstum. Doch die Wirtschaft allein ist derzeit dazu nicht in der Lage, obwohl die Arbeitsmärkte flexibel und die Unternehmen innovativ sind.

Die Deutschen haben Angst vor der Selbstständigkeit

In Deutschland geht die Angst um, wenn es um die Gründung eines Unternehmens geht. Seit Jahren stagniert der Anteil der Selbstständigen an den Erwerbstätigen in Deutschland zwischen zehn und elf Prozent. Laut Institut für Mittelstandsforschung waren in den fünfziger Jahren rund 30 Prozent der Deutschen selbstständig. Vom ehemaligen Gründerenthusiasmus ist nichts übrig geblieben. Dafür hat sich eine tiefe Furcht vor dem Scheitern in die Köpfe der Deutschen eingeschlichen. Vor allem die Jungen meiden die Selbstständigkeit. Das hat der Bund Deutscher Psychologen (BDP) in einer Studie über erfolgreiches Unternehmertum herausgefunden.

Deutschland zählt zu den fünf besten Ländern der Welt

Die Wirtschaft in Deutschland befindet sich auf Expansionskurs und ist inzwischen fast so konkurrenzfähig die Vereinigten Staaten von Amerika. Im internationalen Vergleich des Weltwirtschaftsforums steht die Bundesrepublik Deutschland in Europa inzwischen auf Platz eins und nimmt weltweit den fünften Rang ein. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich Deutschland um zwei Plätze. Unangefochtener weltweiter Spitzenreiter bleibt die Schweiz, China ist mir Platz 27 das beste Schwellenland. Außerdem prognostizieren Wirtschaftsforscher Deutschland in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von mehr als drei Prozent. Die Schweizer Forscher des Weltwirtschaftsforums führen die wirtschaftliche Aufholjagd Deutschlands vor allem auf die Reformen am Arbeitsmarkt zurück.

Der politische Begriff des Konservatismus

Der Konservatismus galt vor noch gar nicht so langer Zeit in Deutschland als Schimpfwort. Selbst rechte Politiker wehrten sich zuweilen als konservativ bezeichnet zu werden. Mit dem Konservativismus verbanden die Deutschen das Erstarrte und Autoritäre, das Korrupte und ewig Gestrige. Alle diese Behauptungen tragen sicher einen Kern von Wahrheit in sich. Doch eigentlich möchte der Konservatismus nur das Bewährte vor einem zweifelhaften Fortschritt bewahren. Der Konservatismus hat also zwei Gesichter – er kann sowohl etwas Schlechtes wie Vorurteile oder Privilegien schützen als auch etwa gutes wie Rechtsstaatlichkeit und Freiheit verteidigen.