Uwe Böschemeyer kennt die Gegenspieler der Freiheit

Uwe Böschemeyer hegt keinen Zweifel daran, dass das tief im Inneren des Menschen liegende Unbewusste nicht nur reich an Abgründen ist, sondern auch an seelisch-geistigen Kräften. Der Logotherapeut hat selbst die tiefe Widersprüchlichkeit eines Lebens hautnah in den Wertimaginationen erfahren. Uwe Böschemeyer definiert Wertimaginationen wie folgt: „Wertimaginationen sind bewusste innere Wanderungen in die unbewusste Welt, in den Bereich des „unbewussten Geistes“, in dem die spezifisch menschlichen Werte wie etwa die Freiheit, die Liebe, der Glaube, der Mut, die Hoffnung, die Selbstheilungskräfte, das Künstlerische und so weiter geboren werden.“ Im Jahr 1975 erwarb Uwe Böschemeyer bei Prof. Viktor Frankl sein Zertifikat in Logotherapie und Existenzanalyse. 1982 gründete er das Institut für Logotherapie in Hamburg. Die Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Wertimagination und die Wertorientierte Persönlichkeitsbildung.

Harald Schultz-Hencke untersucht die Gehemmtheit

Harald Schultz-Hencke ist fest davon überzeugt, dass es weit reichende Konsequenzen für die Struktur und Gestaltung der Gesamtpersönlichkeit hat, wenn das Expansive oder das von Sigmund Freud so genannte „Es“ gehemmt wird. Ein Mensch bei dem die Antriebe gehemmt sind, entwickelt regelmäßig den Charakterzug der Bequemlichkeit. Seine gesamte psychische Aktivität ist gedämpft. Harald Schultz-Hencke nennt als Beispiel brave, stille, häusliche Kinder, die der Stolz ihrer Eltern sind, aber in Wirklichkeit die besten Chancen haben, neurotisch zu werden. In der Vorliebe für das Bequeme ist auch ein Schuss Mutlosigkeit verborgen. Was als normales Phlegma erscheint, ist zum großen Teil das Ergebnis von Entmutigung, Angst und die Gewohnheit, andere für einen selbst entscheiden und machen zu lassen.

John Cowper Powys denkt über das Gewissen nach

John Cowper Powys ist der Meinung, dass sich das Gewissen energisch zu Wort meldet, sobald ein Mensch in Beziehung zu anderen Menschen tritt. Wenn der Mensch allein ist, droht er der Selbstzerstörung zu erliegen. Obwohl die Autorität des Gewissens tief im Herzen des Menschen verwurzelt, ziehen sie es nicht zu Rate, wenn sie unglücklich sind, während sie es auf anderen Gebieten des Lebens ständig befragen. Meyers Online-Lexikon definiert das Gewissen „als Urteilsbasis zur (zweifelsfreien) Begründung der allgemeinen persönlichen moralischen Überzeugungen und Normen. Die Inhalte des Gewissens werden vom Normenkanon der jeweiligen Kultur und Gesellschaft sowie von den individuellen moralischen Überzeugungen geprägt.“

Seneca empfielt den Menschen die Freude zu lernen

„Denn das Höchste hat schon erreicht, wer den Grund seiner Freude kennt und sein Glück nicht vom äußeren Einfluss abhängig gemacht hat“, sagt Seneca. Dagegen ist derjenige verstört und selbstunsicher, den die Hoffnung auf Ungewisses reizt, gleichgültig, ob das Erhoffte ganz nahe ist oder leicht zu erreichen, oder ob er noch überhaupt keine Enttäuschungen kennengelernt hat. Seneca rät den Menschen sich in ihrem Tun vor allem von einem bestimmen zu lassen: zu lernen sich zu freuen! Dabei kommt es darauf an, dass die Freude im eigenen Inneren lebendig ist. Alle anderen freudigen äußeren freudigen Anlässe können das Herz nicht füllen, da sie flüchtiger Natur sind.

Das Internet darf keine eigenen Gesetze haben

Der Journalist und Schriftsteller Dirk Kurbjuweit, Leiter des Spiegel-Hauptstadtbüros in Berlin, stellt in einem Essay in der Wochenzeitschrift „Der Spiegel“ die Frage, was die Internetgemeinde am Thema Freiheit interessiert. Dirk Kurbjuweit gibt folgende Antwort: „Der harte Kern will Freiheit von Kontrolle, Verbot und Zensur, er will Freiheit zur Anonymität und bildet damit die Möglichkeit zum „Shitstorm“, zum digitalen Mob, der andere ungestraft mit Schmähungen übelster Art überziehen kann, und er will die Freiheit vom Urheberrecht. Das alles möglichst total: totale Freiheit im Netz.“ Laut Dirk Kurbjuweit begünstigt die totale Freiheit im Internet Orgien der Gewalt und die Ausbreitung einer Sexualität, der jegliche Scham verloren gegangen ist.