
September 2, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Für Sören Kierkegaard war die Angst ein Symptom der inneren Zerrissenheit des Menschen. Allerdings wies der Schriftsteller darauf hin, dass nur ein Wesen, das frei ist, sich ängstigen kann. Die Angst ist nicht nur drückend und belastend, sondern auch das Erfahren möglicher Zukunftsentwürfe, die Chance ganz Selbst sein zu können. Der tapfere Mensch flüchtet laut Kierkegaard nicht vor seinen Ängsten, sondern setzt sich ihnen aus und entwickelt an ihnen sein ureigenstes Freiheitsbewusstsein. Nur wer sich tief und wahrhaft ängstigen kann, ist in der Lage, die Endlichkeit des Menschen anzunehmen und sich in entscheidenden Situationen selbst zu verwirklichen. Ohne Angst gibt es kein Selbstsein.
Kategorie: Psychologie |
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August 21, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Der Milliardär Götz Werner verlangt für jeden Deutschen, vom Baby bis zum Greis, ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1.000 Euro. Der Gründer der Drogeriekette „dm“ sagt. „Die 1.000 Euro im Monat sind eine Größenordnung, um menschenwürdig in der Gesellschaft leben zu können.“ Er betrachtet den Betrag als eine soziale Flatrate, die für eine wesentliche Entlastung der Sozialbürokratie sorgen würde. Die 1.000 Euro versteht Götz Werner als Basis. Der Betrag wird entsprechend erhöht, wenn jemand Ansprüche auf Kindergeld, Rente oder andere Sozialleistungen hat. Den Einwand, dass ein solches Projekt unbezahlbar wäre, lässt Götz Werner nicht gelten.
Kategorie: Wirtschaft |
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August 20, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Konfuzius wurde angeblich 551 v.Chr. in der Grafschaft Lu in Südwest-Shantung geboren. Der Überlieferung zufolge soll er erst als Beamter im niederen Dienst und als Lehrer gearbeitet haben. Der er sich sehr schnell einen großen Ruf als Gelehrter erworben hatte, holte man ihn als Minister für öffentliche Arbeiten und später als Justizminister in die Regierung. Durch Intrigen verlor er die Gnade des Herrschers, musste seine Ämter niederlegen und verließ die Heimat.
Kategorie: Philosophie |
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August 18, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Regelmäßig klagen die deutschen Unternehmen über den Mangel an Fachkräften. Die Manager fordern von der Politik eine moderne Zuwanderungspolitik. Denn noch immer sind am Industriestandort qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland nur bedingt erwünscht. Doch mit dieser Haltung könnte sich Deutschland seiner Zukunft berauben. Denn in einer Wissensgesellschaft sind gut ausgebildete Fachkräfte das wichtigste Kapital und zugleich einer immer knapper werdende Ressource. Während andere Länder schon seit längerer Zeit um Experten aus aller Welt mit allen Bandagen kämpfen, schreckt Deutschland hochqualifizierte Arbeitnehmer eher ab. Doch der demografische Wandel, die Erfordernisse der Industrie und der Globalisierung machen ein neues und modernes Zuwanderungsgesetz für die Bundesrepublik Deutschland unumgänglich.
Kategorie: Politik |
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August 9, 2010 | veröffentlicht von
hkl
In seinem Buch „Im freien Fall“ beschreibt der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stieglitz wie es zur weltweiten Wirtschaftskrise, die im Herbst 2008 ausbrach, kommen konnte. Für ihn ist klar, dass falsche Anreize, entfesselte Märkte und eine ungerechte Verteilung des Wohlstands, die Welt beinahe in den Abgrund gerissen haben. Begonnen hatte die Weltwirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten von Amerika. Joseph Stieglitz fordert die Manager, Banker und Politiker auf, beim Abflauen der Krise nicht wieder zur gewohnten Tagesordnung überzugehen, sondern ein neues globales Wirtschafts- und Finanzsystem aufzubauen.
Kategorie: Buchrezensionen |
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Juli 27, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Die französische Philosophin Elisabeth Badinter glaubt, dass es in Frankreich für Mütter in Zukunft nicht mehr so leicht sein wird, Beruf und Familie zu vereinbaren. Das französische Modell ist bedroht, denn es setzt sich immer mehr ein neues Bild der „guten Mutter“ durch. Viele Französinnen kehren zur traditionellen Mutterrolle zurück, indem sie Wegwerfwindeln und industrielle Babynahrung strikt ablehnen. Diese Frauen stillen ihre Kinder so lange es geht, gehen keinem Job nach und kümmern sich nur um ihren Nachwuchs. Elisabeth Badinter fürchtet, dass ich immer weniger Frauen in Frankreich diesem neuen Mutterbild verweigern können.
Kategorie: Philosophie |
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Juli 21, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Wer allein sein kann, fühlt sich nicht einsam. Obwohl die meisten Menschen die Einsamkeit führten, sehnen sich einige direkt danach. Im schlimmsten Fall führt sie zu einer Erkrankung, im besten Fall stärkt sie die Persönlichkeit. Jeder Mensch fühlt die Einsamkeit anders. John Cacioppo vom Center for Cognitive and Social Neuroscience der University of Chicago definiert das vielschichtige Gefühl wie folgt: „Einsamkeit ist die wahrgenommene soziale Isolation.“ Für den Wissenschaftler ist Einsamkeit ein negatives Gefühl, wobei es nicht entscheidend ist, ob jemand Freunde und wenn ja wie viele hat. Entscheidend ist vielmehr, ob die Menschen über die Zahl und die Art ihrer sozialen Kontakte glücklich sind.
Kategorie: Psychologie |
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Juli 16, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Der Konservatismus galt vor noch gar nicht so langer Zeit in Deutschland als Schimpfwort. Selbst rechte Politiker wehrten sich zuweilen als konservativ bezeichnet zu werden. Mit dem Konservativismus verbanden die Deutschen das Erstarrte und Autoritäre, das Korrupte und ewig Gestrige. Alle diese Behauptungen tragen sicher einen Kern von Wahrheit in sich. Doch eigentlich möchte der Konservatismus nur das Bewährte vor einem zweifelhaften Fortschritt bewahren. Der Konservatismus hat also zwei Gesichter – er kann sowohl etwas Schlechtes wie Vorurteile oder Privilegien schützen als auch etwa gutes wie Rechtsstaatlichkeit und Freiheit verteidigen.
Kategorie: Politik |
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Juli 7, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Der französische Philosoph Alain Badiou unterscheidet in seinem neuen Buch „Logiken der Welten“, das gerade im Diaphanes-Verlag auf Deutsch erschienen ist, vier philosophische Wahrheitsprozeduren: Wissenschaft, Kunst, Politik und die Liebe. Die Mathematik, die Malerei, die Dichtung und die Liebe bringen ganz bestimmte Formen der Wahrheit hervor. Diese verschiedenen Wahrheiten zeichnen sich dadurch aus, dass sie universell sind, nicht aufzählbar, sich in der Unendlichkeit verlierend und immer erkennbar. Es gibt laut Alain Badiou so viele Wahrheiten, dass kein Mensch sie alle aufzählen könnte. Das sei aber auch gar nicht nötig, da man diese Wahrheiten nicht verfehlen könne, wenn man an sie denke.
Kategorie: Philosophie |
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Juli 2, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Rollo May unterscheidet fünf Schichten oder Phasen der Macht, die potentiell im Leben jedes Menschen vorhanden sind. An erster Stelle steht die Macht zu sein, das heißt in der Welt zu leben und zu existieren. Eine weitere Phase ist die Selbstbestätigung, bei der jeder Mensch sich als anerkannt und als für andere bedeutsam empfindet. Aus diesem Gefühl heraus erwächst seine Sicherheit und Souveränität. Von der Selbstbehauptung ist es laut May nur ein winziger Schritt zur Aggression und Gewaltanwendung, die immer dann eingesetzt wird, wenn der Mensch die anderen Schichten und Phasen nicht erfolgreich leben konnte.
Kategorie: Psychologie |
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