Falsche Erziehung kann Kinder zu Tyrannen machen

Der italienische Psychologe und Erziehungsberater Osvaldo Poli schreibt in seinem neuen Buch „Wenn Mütter zu sehr lieben“, dass es Mütter und Väter gibt, die ihren Nachwuchs auf falsche Weise lieben. Er erklärt die Mängel: „Ohne das Maß, ohne die Grenze im Blick zu behalten, die die echte Liebe ihnen auferlegt. Der Erziehungsfehler wird nie durch eine zu große Liebe verursacht. Das „Zuviel“ stellt hier eher eine Einschränkung oder Unvollkommenheit dar.“ Wenn die Eltern bei der Zuneigung zu ihren Kindern gewisse Fehler begehen, werden sie laut Osvaldo Poli kleine Tyrannen heranziehen. Seiner Meinung nach tun Eltern, die nie nein sagen können und ihren Kindern alles erlauben, nichts Gutes.

Seinen Charakter kann der Mensch nicht ändern

Der Charakter ist für den französischen Philosophen Alain, der von 1868 bis 1951 lebte, buchstäblich eine Prägung, die der Mensch von außen empfängt. Natürlich hängt diese Gestaltung auch von dem Wesen ab, das sie annimmt. Für Alain schließt der Charakter das Temperament und die Laune mit ein. Er stellt fest: „Ein sehr energischer, tatkräftiger Mensch hat mehr Laune als Charakter. Charakter, das ist gezügelte Laune.“ Der Charakter drückt für Alain wohl die Natur aus, aber durch einen Kampf des Menschen gegen die Umstände der Natur. Dies geschieht vor allem durch die Familie, den Beruf, den Handel, die der Natur eines Menschen entgegenstehen können.

Erich Fromm denkt über die Formen der Autorität nach

Als ein Beispiel für den Unterschied der Existenzweisen des Habens und des Seins dient Erich Fromm auch das Ausüben von Autorität. Der springende Punkt ist dabei für ihn, ob man Autorität hat oder eine Autorität ist. Fast jeder Mensch übt in irgendeiner Phase seines Lebens Autorität aus. Wer Kinder erzieht, muss, ob er will oder nicht, Autorität einsetzen, um das Kind vor Gefahren zu bewahren und ihm zumindest ein Minimum an Vorschlägen für das richtige Verhalten in bestimmten Situationen geben. In einer bürokratischen, hierarchisch organisierten Gesellschaft wie der Bundesrepublik Deutschland üben die meisten Mitglieder zwangsläufig Autorität aus, mit Ausnahme der untersten Schicht der Gesellschaft, die nur als Objekte der Autorität fungieren.

Alfred Adler: "Spiele bereiten auf das Leben vor"

Für Alfred Adler gibt es im Leben eines Kindes eine Erscheinung, die sehr deutlich die Vorbereitung auf das Erwachsenenalter zeigt – es sind die Spiele. Sie dienen als wichtige Helfer bei der Erziehung, regen den Geist an, beflügeln die Phantasie und fördern die Geschicklichkeit. Im Spiel zeigt sich fast immer die Vorbereitung für das künftige Leben.