Nouriel Roubini rät Deutschland die Steuern zu senken

Für Nouriel Roubini gibt es keinen Zweifel daran, dass die Konjunkturprogramme, die die meisten Industriestaaten und Schwellenländer in den Jahren 2008 und 2009 auflegten, das Umkippen der großen Rezession und eine große Depression verhindert haben. Nouriel Roubini schreibt: „Dies gelang zusammen mit einer Lockerung der Geldpolitik und der Stützung des Finanzsystems.“ In einer Zeit, in dem es fast keine private Nachfrage mehr gab, verhinderten niedrigere Steuern und höhere staatliche Ausgaben den freien Fall der Weltwirtschaft ins Bodenlose und schuf die Basis für eine Erholung. Nouriel Roubini ist Professor für Ökonomie an der Stern School of Business der New York University. Er warnte schon 2004 vor der US-Immobilienblase.

Eine laxe Geldpolitik führt zur Gefahr der Stagflation

Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) hat kürzlich angekündigt, noch einmal 600 Milliarden Dollar in die amerikanische Wirtschaft zu pumpen, zusätzlich zu den 1,7 Billionen Dollar, die schon vorher in Konjunkturprogramme geflossen waren. Die FED glaubt, dass die amerikanischen Banken dieses zusätzliche Geld als Kredite an Unternehmen und Privatleute weiterreichen, um das Bruttoinlandsprodukt zu steigern. Doch der Plan der US-Notenbank scheint nicht aufzugehen, da die Dollars aus Amerika in Schwellenländer wie Brasilien abfließen. Brasilien ist davon überhaupt nicht begeistert, da durch die Geldschwemme die Inflation im Land steigt. Nicht nur die Amerikaner haben die Geldmenge erhöht, Japan und Europa haben nachgezogen, wodurch die Gefahr einer Inflation in den Industrieländern zugenommen hat.

Die expansive Geldpolitik der amerikanischen FED

Die größte Volkswirtschaft der Welt, die der Vereinigten Staaten von Amerika, befindet sich in einer misslichen Lage. Während die Wirtschaft in Deutschland boomt, hält die Krise in den USA an. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal nur um ein halbes Prozent. Um die Arbeitslosenzahlen zu senken, benötigt die USA ein wesentlich stärkeres Wirtschaftswachstum. Wer in Amerika seinen Arbeitsplatz verliert, rutscht ganz leicht ins soziale Präkariat ab, da es dort fast keine wohlfahrtstaatlichen Einrichtungen gibt. Nichts benötigt die USA mehr als ein starkes Wachstum. Doch die Wirtschaft allein ist derzeit dazu nicht in der Lage, obwohl die Arbeitsmärkte flexibel und die Unternehmen innovativ sind.

Peter Sloterdijk hat sein Ohr immer am Puls der Zeit

Der Philosoph Professor Peter Sloterdijk nähert sich dem Begriff der Krise über ihre medizinische Bedeutung, in der sie als Entscheidungskampf eines Organismus definiert wird, in dem dieser entweder überlebt oder stirbt. Daraus folgt für ihn, dass die aktuelle Situation, in der sich unsere Gesellschaft befindet, gar keine Krise ist. Denn das Ergebnis der jetzigen Krise kann nur eine weitere Krise sein. Das Beste, was der Mensch erreichen kann, ist eine Hinauszögerung der Endkrise oder die Verhinderung der Endkrise durch eine permanente Krise.

James Tobin entwickelt die Portfolio-Theorie

James Tobin gilt als Vater der neokeynesianischen Konjunkturtheorie. Der Ökonom forschte auch auf dem Gebiet der Geldtheorie und beschäftigte sich dort besonders mit den Auswirkungen der Staatsverschuldung. 1981 erhielt der den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Analyse finanzieller Märkte und deren Zusammenhang mit Beschäftigung, Produktion und Preisentwicklung.