Eine Notfallhilfe durch die EZB ist besser als Eurobonds

Für Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs Öffentliche Finanzwirtschaft am Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, gibt es in der Vertrauenskrise um die Zahlungsfähigkeit der Euro-Staaten keinen Königsweg. Seiner Meinung nach läuft der Weg über die Eurobonds auf eine gefährliche europäische Sozialisierung der Staatsschulden hinaus. Er erklärt: „Die Folgen für die Verschuldungsanreize und die politische Akzeptanz des [...]

Ottmar Issing glaubt an das Überleben des Euro

Der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) Ottmar Issing vertritt die These, dass der Euro nicht scheitern wird und es ihn noch lange geben wird. Es stellt sich für ihn nur die Frage, was für ein Euro es sein wird. Für ihn steht auf dem Prüfstand, ob die Währung stabil bleibt. In dieser Hinsicht ist [...]

Die Abhängigkeit der Industrienationen vom Erdöl

Nach einer schweren weltweiten Rezession, die vor allem durch die Gier unverantwortlicher Bankmanager verursacht wurde, steht die Weltwirtschaft erneut am Rand des Abgrunds. Die Aufstände der Bevölkerung gegen die Ditatoren in Nordafrika und im Nahen Osten haben den Ölpreis auf den höchsten Stand seit zwei Jahren katapultiert. Nicht wenige Wirtschaftsexperten rechnen damit, dass der Preis für einen Liter Superbenzin in Europa bald im Durchschnitt zwei Euro kosten könnte. Schon wird die Gegenwart mit den Jahren 1973 und 1979 verglichen, als Krisen bei der Ölversorgung, zu jeweils heftigen Einbrüchen in der Konjunktur führten.

Nouriel Roubini rät Deutschland die Steuern zu senken

Für Nouriel Roubini gibt es keinen Zweifel daran, dass die Konjunkturprogramme, die die meisten Industriestaaten und Schwellenländer in den Jahren 2008 und 2009 auflegten, das Umkippen der großen Rezession und eine große Depression verhindert haben. Nouriel Roubini schreibt: „Dies gelang zusammen mit einer Lockerung der Geldpolitik und der Stützung des Finanzsystems.“ In einer Zeit, in dem es fast keine private Nachfrage mehr gab, verhinderten niedrigere Steuern und höhere staatliche Ausgaben den freien Fall der Weltwirtschaft ins Bodenlose und schuf die Basis für eine Erholung. Nouriel Roubini ist Professor für Ökonomie an der Stern School of Business der New York University. Er warnte schon 2004 vor der US-Immobilienblase.

Eine laxe Geldpolitik führt zur Gefahr der Stagflation

Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) hat kürzlich angekündigt, noch einmal 600 Milliarden Dollar in die amerikanische Wirtschaft zu pumpen, zusätzlich zu den 1,7 Billionen Dollar, die schon vorher in Konjunkturprogramme geflossen waren. Die FED glaubt, dass die amerikanischen Banken dieses zusätzliche Geld als Kredite an Unternehmen und Privatleute weiterreichen, um das Bruttoinlandsprodukt zu steigern. Doch der Plan der US-Notenbank scheint nicht aufzugehen, da die Dollars aus Amerika in Schwellenländer wie Brasilien abfließen. Brasilien ist davon überhaupt nicht begeistert, da durch die Geldschwemme die Inflation im Land steigt. Nicht nur die Amerikaner haben die Geldmenge erhöht, Japan und Europa haben nachgezogen, wodurch die Gefahr einer Inflation in den Industrieländern zugenommen hat.