Ulrich Schnabel beschreibt das Glück des Müßiggangs

Ulrich Schnabel zeigt in seinem Buch „Muße. Vom Glück des Nichtstuns“, wo Menschen in der hektischen Gegenwart noch Inseln der Muße finden können. Er gibt denjenigen Tipps, die nicht länger im Hamsterrad der Gier und der Geschwindigkeit mitrennen möchten. Die Wissenschaft weiß schon lange, wie wichtig Zeiten der Ruhe und der Muße für die Menschen sind. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass diese nicht nur die Regeneration fördert und das Gedächtnis stärkt, sondern auch die Vorrausetzung für Einfallsreichtum und Kreativität ist. Der Autor Ulrich Schnabel arbeitet als Wissenschaftsredakteur bei der Wochenzeitschrift „DIE ZEIT“. Sein Buch „Die Vermessung das Glaubens – Forscher ergründen, wie der Glaube entsteht und warum er Berge versetzt“, ebenfalls im Blessing Verlag erschienen, erhielt 2008 die Auszeichnung „Wirtschaftsbuch des Jahres“.

Für Giordano Bruno hatte das Universum keine Grenzen

Giordano Bruno wurde 1548 in Nola bei Neapel geboren. Mit 14 Jahren trat er in das Dominikanerkloster San Domenico in Neapel ein. In der Bibliothek des Klosters fiel er durch seinen unersättlichen Wissensdurst auf. Er las die Bücher der antiken Philosophen, der Kirchenväter und die Schriften des Kopernikus. 1572 erhielt der junge Mönch, schon jetzt überdurchschnittlich gebildet, die Priesterweihe. Er verfügte über ein phänomenales Gedächtnis, in dem er den ungeheuren Wissensstoff speicherte, den er ständig aufnahm. Als er die Lehre von der Dreieinigkeit anzweifelt, wird er Anfang 1576 der Ketzerei angeklagt und musste aus dem Kloster fliehen.

David Hume untersucht den Verstand des Menschen

In seinem Werk „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand“ untersucht Hume die Leistungsfähigkeit und die Grenzen des menschlichen Verstandes. Auf den ersten Seiten seines Buchs drückt Hume aus, dass Philosophieren Krieg führen bedeute. Es gehe letztlich immer um Positionen, Recht haben, seine Wahrheit durchzusetzen und dass so überzeugend beziehungsweise vernichtend und endgültig wie möglich. Sein großer Gegner ist der Aberglaube, der Kampfplatz der Metaphysik, seine Waffen liefert ihm die Erkenntnistheorie.

Ständiger Stress macht die Menschen krank

Die Zwänge des Lebens rufen Angst hervor. Insofern die Angst dem Menschen hilft, eine Gefahr nicht zu unterschätzen und sich gegen sie zu wappnen, hat sie gute Dienste geleistet. Im modernen Leben allerdings ist die Angst laut Daniel Goleman meistens unverhältnismäßig und deplaciert. Sie wird nicht durch echte Gefahren ausgelöst, sondern durch alltägliche Situationen oder Einbildungen. Ein Mensch, der immer wieder von Angstgefühlen überfallen wird, steht unter einem enormen Stress. Der Yale-Psychologe Bruce Mc Ewen hat den Zusammenhang zwischen Stress und Erkrankungen untersucht und folgendes entdeckt: Stress schwächt die Immunfunktion des Körpers dermaßen, dass dadurch die Metastasenbildung von Krebs beschleunigt wird, die Anfälligkeit für Virusinfektionen steigt, das Herzinfarktrisiko erhöht sowie Asthmaanfälle auslöst.

Das Abenteuer der Philosophie

Wer die „Philosophischen Temperamente“ von Peter Sloterdijk liest, wird erkennen, dass sich die Geschichte der europäischen Philosophie tatsächlich als eine Stafette auffassen lässt, in der ein bei Platon entzündetes geistiges Feuer von Generation zu Generation übermittelt und weiterentwickelt wurde. Peter Sloterdijk schreibt: „Die platonischen Meisterschriften haben wie eine Samenbank der Ideen gewirkt, aus der sich zahllose spätere Intelligenzen befruchten ließen, oft über große zeitliche und kulturelle Entfernungen hinweg.“ Das Motto des Buchs könnte lauten: wieder denken. Das setzt allerdings, neu zu lesen, voraus.