Das schwache und empfindliche Geschlecht der Knaben

Jungen sind aggressiver als Mädchen, aber auch ängstlicher als sie. Darüber waren sich Ärzte, Psychologen und Biologen einig, die auf einer Tagung in München zusammenkamen, um über die Beziehung von Angst, Aggression und frühkindlicher Bindung zu diskutieren. 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die unter Hyperaktivität und einem Aufmerksamkeitsdefizit leiden, sind Knaben. In Förderschulen sind die Jungen in der Überzahl, in den Abiturklassen dagegen dominieren die Mädchen. Selbst biologisch sind die jungen Herren der Schöpfung empfindlicher, ihrer Säuglingssterblichkeit ist höher als bei Mädchen. Außerdem sind die Jungs in ihrer frühkindlichen Zeit stärker auf emotionale Nähe angewiesen als ihr weiblicher Widerpart.

Daniel Goleman weist Wege zur emotionalen Erziehung

Das Familienleben ist laut Daniel Goleman die erste Schule für das emotionale Lernen. In dem kleinen Kreis lernt der Mensch, wie er sich selbst empfinden soll und wie andere auf seine Empfindungen reagieren, was er von diesen Empfindungen denken soll, welche Reaktionen ihm offen stehen und wie er seine Hoffnungen und Befürchtungen ausdrücken soll. Daniel Goleman erklärt: „Diese Schulung der Gefühle erfolgt nicht bloß mittels der Dinge, die Eltern ihren Kindern direkt sagen sondern die sie mit ihnen machen, sondern auch über die Vorbilder, die sie abgeben bezüglich des Umgangs mit ihren eigenen Gefühlen und mit den Gefühlen, die zwischen Mann und Frau ausgetauscht werden. Manche Eltern sind begabte emotionale Lehrer, andere sind entsetzlich.“

Antonio Damasio erklärt das autobiographische Selbst

Eine Autobiografie besteht für Antonio Damasio aus persönlichen Erinnerungen, aus der Gesamtheit der Lebenserfahrungen eines Menschen, einschließlich der spezifischen oder vagen Pläne, die er sich von der Zukunft gemacht hat. Antonio Damasio schreibt: „Das autobiografische Selbst ist die bewusst gemachte Autobiografie. Es greift auf das gesamte Spektrum unserer im Gedächtnis verbliebenen Vergangenheit zurück, der jüngeren [...]

David Schnarch erklärt die vier Aspekte der Balance

Die vier Aspekte der Balance zählt der amerikanische Psychologe und Sexualtherapeut David Schnarch zu den bemerkenswertesten Fähigkeiten des Menschen, die sich über Millionen von Jahren entwickelt haben. Er schreibt: „Ebenso wie ihr stabiles und flexibles Selbst, eine dieser vier Fähigkeiten, stammen auch die anderen drei aus den ersten Anfängen der Menschheitsgeschichte.“ Dennoch können sie nur [...]

Die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt

Die psychologische Ökologie bezieht die Gesamtheit der Personen, Dinge und Ereignisse mit ein, die das menschliche Erleben und Verhalten beeinflussen. Als Kernproblem der Ökopsychologie bezeichnet Hans Mogel die wissenschaftliche Analyse des Wechselwirkungsgefüges Mensch – Umwelt. Ökopsychologie befasst sich mit den Beziehungen des Menschen zu seiner natürlichen und selbst gestalteten Lebensumwelt. Für Prof. Dr. Hans Mogel, der den Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Passau leitet, ist der Forschungsgegenstand der Ökopsychologie die Psyche, sofern sie von ihrer tatsächlichen Umwelt abhängig ist, die sich aus materiellen wie psychosozial wirksamen Bestandteilen zusammensetzt.