Die Sexualität steht als Ware unter dem Willen zum Mehr

Jeder Mensch kann innehalten und nachdenken, ob er sich nicht mehr Informationen und Modelle besorgen soll und sich auf diese Art und Weise selbstbestimmt weiterentwickeln will: vom wilden Agieren, das vom menschlichen Stammhirn geleitet wird und der tierischen Herkunft zuzurechnen ist zur Bewusstheit, die im Großhirn ihren Sitz hat. Rotraud A. Perner betont: „Es geht […]


Der Kapitalismus fördert die Ungleichheit der Geschlechter

Ein Wesenszug des Kapitalismus und der Klassengesellschaft im Allgemeinen ist für Evelyn Reed die Ungleichheit der Geschlechter. Während die Männer in Wirtschaft, Kultur, Politik und Geistesleben die dominierende Rolle spielen, müssen Frauen eine untergeordnete, wenn nicht gar unterwürfige Position einnehmen. Auch wenn inzwischen immer mehr Frauen das männliche Monopol in Frage stellen, bleibt doch die […]


Reinhard Haller beschreibt typische narzisstische Reaktionen

Narzissmus ist eine psychologische Grundeinstellung und jeder Mensch trägt in sich narzisstische Tendenzen. Dabei hängt es aber ganz entscheidend von den situativen und sozialen Umständen ab, ob und wiefern diese zutage treten und Dominanz gewinnen. Reinhard Haller erklärt: „Narzisstisches Reagieren ist niemandem fremd, allerdings sind Art und Ausmaß von Mensch zu Mensch verschieden. Nicht jedes […]


Peter Scholl-Latour analysiert die Radikalisierung im Nahen Osten

Der deutsche Journalist und ausgewiesener Kenner des Nahen Ostens Peter Scholl-Latour behauptet, dass es den sogenannten Arabischen Frühling überhaupt nicht gegeben hat. Denn er hat nach seiner Meinung ja nirgends positive Auswirkungen gezeigt. Er nennt ein Beispiel: „Selbst Tunesien, wo die größten Hoffnungen lagen, gleitet in Unruhen ab.“ Der Arabische Frühling war für Peter Scholl-Latour […]


Rudolf Eucken stellt die Lebensordnung des Naturalismus vor

Eine Lebensordnung des Naturalismus konnte nach der Auffassung von Rudolf Eucken nicht eher entstehen und sich in voller Klarheit zeigen, bevor das Bild der Natur alle Zutat seelischen Lebens verbannte. Zum Hauptziel der Forschung wird, seit dem Beginn der Neuzeit, die Natur in ihrer reinen Tatsächlichkeit zu erfassen. Alle innere Eigenschaft und seelenartiges Streben wird […]


Von der Gleichheit der Geschlechter kann noch keine Rede sein

Wir leben in einer Zeit, in der Männer und Frauen zwar nicht gleich, aber doch gleichermaßen frei sind, ihr fundamental unterschiedliches Wesen zum Ausdruck zu bringen. Die Frauen der westlichen Welt haben laut Cordelia Fine Empfängnisverhütung, Gleichstellungsgesetze und die ökonomische Freiheit, mehr auf Selbstverwirklichung als auf die Höhe ihres Gehalts zu schauen. Trotzdem unterscheiden sich […]


Max Frisch reflektiert über den Beruf des Schauspielers

Für Max Frisch ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Schauspieler, im Gegensatz zu jedem anderen Künstler, kein anderes Instrument hat als sich selbst, seine eigene leibliche Persönlichkeit. Auch die Maler, die Bildhauer, die Schriftsteller und die Musiker sind eitel. Aber in einer Gesellschaft treten sie immer ohne ihre Werkzeuge auf, das heißt sie kommen ohne Palette, ohne Meißel, ohne Computer und ohne Kontrabass. Der Schauspieler dagegen, ob er will oder nicht, kann sein Instrument nicht zu Hause lassen. Max Frisch schreibt: „So kommt der Schauspieler, wenn nicht gerade ein Haus einstürzt, nie ganz aus seiner Begabung heraus; das ist sein Fluch, sein Gehäuse, seine besondere Wirkung, die verblüfft und später langweilt, je mehr er nämlich, kraft seiner immer gegenwärtigen Mittel, die Gesellschaft dominiert.“


Karl Abraham studiert die Impotenz und die Frigidität

Karl Abraham beschäftigt sich in vielen seiner Schriften mit der Sexualität des Kindes und des Erwachsenen. Er versuchte dabei Sigmund Freuds Konzept der alles dominierenden Libido zu verifizieren. In seinen beiden Studien „Über Ejakulatio praecox“ von 1917 und „Äußerungsformen des weiblichen Kastrationskomplexes“ von 1921 geht es ihm darum, die Psychogenese von männlicher Impotenz und weiblicher Frigidität aufzuklären. Er kommt zu dem Schluss, dass der impotente Mann einen Sexualmodus aufweist, der zumindest teilweise das Urinieren kopiert. Der Same fließt bei ihm ohne konvulsivische Zuckungen aus, ähnlich wie beim Harnstrahl. Karl Abraham diagnostiziert bei Männern, die von Ejakulatio praecox betroffen sind, Furcht und Feindseligkeit gegenüber der Frau.


Die Generation der Babyboomer hat politisch versagt

Es ist für Frank Schirrmacher, dem Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), nach dem Rücktritt von Christian Wulff als Bundespräsident an der Zeit, über die politische Generation der Babyboomer zu reden. Er meint damit großzügig gesprochen die Geburtsjahrgänge von 1955 bis 1970, eine Kohorte, die seiner Meinung nach seit der Jahrhundertwende faktisch die meinungsbildende Mehrheit in Deutschland bildet. Frank Schirrmacher schreibt: „In Gestalt von Christian Wulff, Jahrgang 1959, hat ein Angehöriger dieser Generation das Höchste erreicht und in nie gesehener Geschwindigkeit alles vermasselt. Das ist bemerkenswert.“ Und bemerkenswert ist laut Frank Schirrmacher auch die Tatsache, dass fast das gesamte politische Personal dieser Generation, vor allem in der CDU, schon abgetreten ist.


Der Strukturwandel greift tief in die Weltwirtschaft ein

Allen Symptomen der Fehlfunktionen, die zur Weltwirtschaftskrise des Jahres 2008 führten, liegt laut Joseph Stiglitz eine umfassenden Tatsache zugrunde: Die Weltwirtschaft macht eine tief greifende Transformation durch, wie auch in den Jahren der Großen Depression, die mit dem Schrumpfen des Agrarsektors in Amerika zusammenfiel. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte waren schon vor dem Börsenkrach von 1929 gefallen. Joseph Stiglitz beschreibt den damaligen Transformationsprozess wie folgt: „Die Produktivitätsfortschritte in der Landwirtschaft waren so groß, dass ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung den gesamten Nahrungsmittelbedarf des Landes decken konnte.“ Damals fand der schwierige Übergang von einer agrarisch geprägten Volkswirtschaft zu einer industriell dominierten Wirtschaft statt. Tatsächlich wuchs die Wirtschaft in den USA erst wieder, als der New Deal seine Wirkung entfaltet und der Zweite Weltkrieg einen gewaltigen Nachfrageboom nach Fabrikarbeitern auslöste.