Daniel Goleman löst das Rätsel der Unerschütterlichkeit

Verdränger sind laut Daniel Goleman Menschen, die gewohnheitsmäßig und automatisch eine emotionale Störung aus ihrer Wahrnehmung auszublenden scheinen. Dies gehört zu einem umfassenden Muster in ihrem Leben, nämlich fast alles, was sie emotional verstimmen könnte, aus der Welt zu schaffen. Sie sind wahre Künstler darin, ihre Emotionen zu regulieren. Daniel Goleman erklärt: „Sie sind offenbar so geübt darin, sich gegen negative Gefühle abzuschirmen, dass sie das Negative nicht einmal bemerken.“ Er plädiert deshalb dafür, diese Menschen nicht Verdränger, sondern besser die Unerschütterlichen zu nennen.

Daniel Goleman weist Wege zur emotionalen Erziehung

Das Familienleben ist laut Daniel Goleman die erste Schule für das emotionale Lernen. In dem kleinen Kreis lernt der Mensch, wie er sich selbst empfinden soll und wie andere auf seine Empfindungen reagieren, was er von diesen Empfindungen denken soll, welche Reaktionen ihm offen stehen und wie er seine Hoffnungen und Befürchtungen ausdrücken soll. Daniel Goleman erklärt: „Diese Schulung der Gefühle erfolgt nicht bloß mittels der Dinge, die Eltern ihren Kindern direkt sagen sondern die sie mit ihnen machen, sondern auch über die Vorbilder, die sie abgeben bezüglich des Umgangs mit ihren eigenen Gefühlen und mit den Gefühlen, die zwischen Mann und Frau ausgetauscht werden. Manche Eltern sind begabte emotionale Lehrer, andere sind entsetzlich.“

Daniel Goleman beschreibt den Untergang einer Ehe

Die quälenden Einstellungen einer Dauerkrise in einer Ehe, die häufig emotionale Entgleisungen auslösen, erschweren es den Ehepartnern, die dadurch hervorgerufene Kränkung und Wut wieder zu vergessen und führen im Endeffekt zur Ehescheidung. Der amerikanische Psychologe John Gottman bezeichnet diese Anfälligkeit für häufige emotionale Nöte als Überflutung. Dabei werden überflutete Männer oder Frauen von der Negativität ihres Partners dermaßen überwältigt, dass sie in entsetzlichen Gefühlen versinken, die sie nicht mehr kontrollieren können. Daniel Goleman schreibt: „Wer überflutet ist, kann nicht mehr unverzehrt wahrnehmen oder mit klarem Kopf reagieren; er kann seine Gedanken nicht mehr ordnen und greift auf primitive Reaktionen zurück.“

Daniel Goleman lehrt den Umgang mit der Melancholie

Die amerikanische Psychologin Dr. Diane Tice von der Princeton University hat herausgefunden, dass die meisten Menschen die Stimmung der Traurigkeit am wenigsten mögen. Sie sind immer dann am erfinderischsten, wenn es darum geht, der Melancholie zu entkommen. Daniel Goleman hält das nicht in jedem Fall für ratsam und schreibt: „Natürlich sollte man nicht jeglicher Trauer zu entkommen versuchen; die Melancholie hat, wie jede andere Stimmung, ihre positiven Seiten.“ Die Trauer, die in der Regel durch einen Verlust verursacht wird, hat bestimmte, gleich bleibende Auswirkungen. Sie lässt das Interesse der Menschen an Vergnügungen und Ablenkungen schrumpfen, und heftet die Aufmerksamkeit auf das Verlorene und schwächt ihre Energie für neue Taten, zumindest für eine mehr oder weniger kurze Zeit.

Daniel Goleman beschwichtigt die Sorgen und die Angst

Die Besorgtheit kreist bei manchen Menschen in einer endlosen Schleife eines kleinen Melodramas, eine Sorge führt zur nächsten, und von dort wieder zurück zum Ausgangspunkt. Für Daniel Goleman ist die Besorgtheit der Kern aller Angst. Unproblematisch ist die Besorgtheit, wenn sie dazu anregt über ein Problem konstruktiv nachzudenken. Die Überlegung mag wie eine Besorgtheit erscheinen, kann aber zu einer Lösung führen. Daniel Goleman ergänzt: „Die Reaktion, die der Besorgtheit eigentlich zugrunde liegt, die Achtsamkeit auf eine potentielle Gefahr, war in der Evolution zweifellos überlebenswichtig.“