Das Grundeinkommen ist keine bequeme Hängematte

Der Unternehmer Götz Werner hat vor 39 Jahren seinen ersten dm-Drogeriemarkt gegründet. Heute kämpft er für eine fairere Einkommensverteilung. Er propagiert das bedingungslose Grundeinkommen für alle Bürger. Eine Folge davon wäre, dass die Löhne für schwere, unattraktive Jobs deutlich steigen würden. Das Grundeinkommen in einer Höhe von 1.500 Euro im Monat wäre der Ersatz für alle anderen Sozialleistungen und an keine Bedingungen und keinen Arbeitswillen verknüpft. Hartz VI würde abgeschafft. Finanzieren will Götz Werner das bedingungslose Grundeinkommen über höhere Konsumsteuern. Die Idee ist nicht neu und hat viele prominente Anhänger. Einer von ihnen ist der amerikanische Ökonom Milton Friedman, der durch das Grundeinkommen die Bürokratie in seiner Heimat abbauen und den Markt entfesseln wollte.

Die Politik gewinnt gegenüber der Wirtschaft an Einfluss

Hermann Simon ist fest davon überzeugt, dass die Politik infolge der Wirtschaftskrise ihren Einfluss auf den ökonomischen Sektor ausgedehnt hat. Die Jahre nach der Krise werden seiner Meinung nach zwar durch eine stärkere Intervention und Regulierung, aber auch durch eine gewisse Ohnmacht der Politik charakterisiert sein. Die Unternehmensfreundlichkeit einer Regierung wird sich zu einem noch wichtigeren Faktor im internationalen Wettbewerb um Standorte entwickeln. Die hohe Verschuldung der meisten Industrienationen schränkt allerdings die zukünftigen Spielräume der Politik stark ein. Hermann Simon ist Chairman des Consultingunternehmens Simon, Kucher & Partners, eines der führenden deutschen Unternehmensberatungen für Vertrieb und Marketing sowie Weltmarktführer in der Preisberatung.

Die verfehlte Förderpolitik der Ein-Euro-Jobs

Mit dem Leid der Arbeitslosen verdienen clevere Geschäftsleute viel Geld. Milliarden von Euros versickern in Ein-Euro-Jobs und in einer Hartz-IV-Bürokratie, die sich immer mehr in ein zügelloses Monster verwandelt. Im vergangen Jahr haben der Bund und die Kommunen 49 Milliarden Euro für Hartz-IV-Empfänger ausgegeben, drei Milliarden Euro mehr als im Jahr davor. Doch nur 24 Milliarden Euro erhalten die Bedürftigen direkt. Die übrigen 25 Milliarden Euro fließen in eine Brache, der es umso besser geht, desto höher die Zahl der Arbeitslosen steigt. Dazu zählen Fortbildungseinrichtungen, private Arbeitsvermittler, Wohlfahrtskonzerne und Rechtsanwälte, die sich auf Hartz IV spezialisiert haben.

Das Modell der Transaktionskosten von Ronald Coase

Schon als Student der Ökonomie fühlte Ronald Coase, dass die vorherrschende neoklassische Theorie nicht vollständig war. Er stellte die Frage, warum es überhaupt Unternehmen gibt, wenn die Märkte und die Preise die Konsumenten mit Gütern und Dienstleistungen versorgen. Coase Antwort lautete, dass die Nutzung des Preismechanismus Geld kostet.

Die Demokratie in den Zeiten der Finanzkrise

Viele Menschen verbinden mit dem Begriff der Demokratie das Versprechen wachsenden materiellen und pekuniären Wohlstandes. Sollte das Wachstum einmal ausbleiben, könnte es um die Demokratie schlecht bestellt sein. Gegen die angebliche Wohlstandsbindung sprechen laut Professor Otfried Höffe drei grundverschiedene Argument: semantisch der Begriff der Demokratie selbst, normativ die Gerechtigkeit und empirisch die Erfahrungen des Alltags.