Die Basis eines jeden Beziehungsglücks ist das Vertrauen

Der Ehe- und Familienpsychologe John Gottman erforschte mehr als 40 Jahre lang, warum Ehen in die Brüche gehen oder nicht. Er beobachtet in seinem „Ehe-Labor“, wie die Paare Konflikte lösen, wie sie miteinander kommunizieren, misst ihren Puls und zeichnet ihre Reaktionen auf. Dabei kommt er zu folgender Schlussfolgerung: Die Basis eines jeden Beziehungsglücks ist Vertrauen. […]


Daniel Golman stellt die Grundlagen der Aufmerksamkeit vor

William James, der Begründer der modernen Psychologie, definiert die Aufmerksamkeit wie folgt: „Die Aufmerksamkeit ist die plötzliche, eindeutige, lebhafte Inbesitznahme des Geistes durch einen von scheinbar mehreren möglichen Gegenständen oder Gedankengängen.“ Dabei gibt es laut Daniel Goleman zwei wichtige Formen der Ablenkung, wobei sensorische Ablenkungen einfach sind. Während man einen Text liest, blendet man beispielsweise […]


Die Idee der großen Koalition lähmte die Weimarer Republik

Die Deutschen, so ein weit verbreitetes Urteil, mögen keine politischen Konflikte. Und geradezu allergisch reagieren sie laut Andrea Wirsching, wenn sich der Streit als „Parteiengezänk“ darstellt. Der sozialdemokratische Staatsrechtler Gustav Radbruch hat dieses Phänomen schon in der Weimarer Republik aufgespürt und als „Parteienprüderie“ bezeichnet. Er beschreibt mit diesem Begriff den Unwillen, Parteien als legitime Organe […]


Wilhelm Schmid erörtert die Bedeutung der Freundschaft

Viele Menschen, die in einer engen Verbindung zueinander stehen, ohne dabei allerdings ständig zusammen zu sein, bezeichnen sich als Freunde. Sie behaupten laut Wilhelm Schmid mit großer Selbstverständlichkeit, einander zu mögen, ja, sogar zu lieben, ohne dabei ein Missverständnis zu befürchten. Dennoch scheint diese Beziehung anders zu sein als diejenige zwischen Liebenden oder Mitgliedern einer […]


Menschen verarbeiten Krankheiten auf unterschiedlichste Weise

Als erste Verarbeitungsform von Krankheiten nennt Erwin Ringel die Regression. Er weist darauf hin, dass fast bei jedem Menschen die erste Reaktion auf eine Krankheit darin besteht, dass der Kranke in gewissem Sinne wieder zum Kind wird und sich verwöhnen lassen will. Diese Tendenz ist seiner Meinung nach nicht nur verständlich, sondern durchaus legitim. Erwin Ringel hält die Empfehlung vieler Ärzte, der Patient solle zuerst einmal Härte gegen sich selbst zeigen, für grundlegend falsch. Da der psychisch gesunde Mensch immer danach streben wird, dieses Stadium der Kindlichkeit wieder zu verlassen und als Mitgestalter in das normale Leben zurückzukehren.


Liebe und Freundschaft stützen und tragen sich gegenseitig

Es ist der Wunsch von Liebenden, sich so oft wie möglich nahe zu sein. Sie wollen, dass ihre Phantasie von denselben Eindrücken erfüllt ist. Ihr Bewusstsein soll im Gleichklang schwingen und ihre Worte und Handlungen aus gemeinsamen und vertrauten Gründen hervorgehen. Einen eigentümlichen Reiz gewährt es Liebenden gerade dann, wenn sie ihre geringsten Äußerlichkeiten kennen, […]


Fast jeder Mensch kann zum Mörder aus Liebe werden

Der Psychiater Andreas Marneros, der bei Gericht Hunderte Gewaltverbrecher, darunter Sexualmörder, Vergewaltiger und Kannibalen begutachtet hat, vertritt die These, dass jeder Mensch im Prinzip dazu fähig sei, den Liebsten, beziehungsweise den Intimpartner, wie er es nennt, zu töten. Allerdings werden die meisten Menschen mit ziemlicher Sicherheit keine Diebe, Betrüger oder Vergewaltiger, da die Menschen dies […]


Max Otte fordert Griechenlands Austritt aus dem Euro

Für Max Otte stehen die Chancen 50:50, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt, obwohl es seiner Meinung nach besser wäre, wenn Hellas aus der Währungsunion austreten würde. Er glaubt aber, dass die Europäische Union jedes Feigenblatt benutzen wird, damit Griechenland den Euro behalten kann. Den Euro selbst hält Max Otte nicht für gefährdet, zumindest nicht […]


Hermann Hesse liebt als einzige Tugend den Eigensinn

Für Hermann Hesse gibt es nur eine einzige Tugend, die er sehr liebt. Sie heißt Eigensinn. Von den anderen Tugenden hält er nicht viel. Hermann Hesse nennt den Grund dafür: „Und doch könnte man alle die vielen Tugenden, die der Mensch sich erfunden hat, mit einem einzigen Namen umfassen. Tugend ist: Gehorsam.“ Es stellt sich nur die Frage, wem der Mensch gehorchen soll. Denn selbst der Eigensinn ist für Hermann Hesse nichts anderes als Gehorsamkeit. Der Eigensinn gehorcht allerdings einem anderen Gesetz, einem einzigen, unbedingt heiligen, dem Gesetz in sich selbst, dem Gesetz des Eigenen, während alle anderen Tugenden Gehorsam gegenüber Gesetzen sind, die von anderen Menschen aufgestellt wurden.


Die allgemeine Neurosenlehre des Fritz Künkel

Für Fritz Künkel muss jede Theorie der Neurose in einer Charakterkunde begründet sein. Erst die Erkenntnisse über den Charakter eines Menschen machen den inneren Aufbau der Neurose verständlich und sind auch der Schlüssel zur Interpretation der verschiedenen Krankheiten der Seele. Alfred Adlers Konzept des Seelenlebens besteht aus dem Gegeneinanderwirken der fundamentalen Tendenzen des Gemeinschaftsgefühls auf der einen, des Minderwertigkeits- und Geltungstreben auf der anderen Seite. Fritz Künkel nennt dieses Phänomen den Antagonismus zwischen Sachlichkeit und Ichhaftigkeit. Das Verhältnis zwischen den beiden Seelenfaktoren stellt sich für Fritz Künkel folgendermaßen dar: je kleiner die Sachlichkeit in einem Menschen, umso mehr Ichhaftigkeit findet man in ihm.


Ralf Dahrendorf erforscht den Aufstieg der Bürgerrechte

Menschen haben nach Ralf Dahrendorf ein feines Gespür für Unrecht und auch für Vorrechte, lange bevor sich das öffentlich kundtun. Sie handeln aus ihrer grundeigenen Interessenlage, wobei es gleichgültig ist, ob es Parteien zu deren Organisation gibt oder nicht. Ralf Dahrendorf erklärt: „Soziale Kräfte sind also mehr als eine Erfindung der soziologischen Phantasie. Aber sie werden erst dann sichtbar, greifbar und vor allem wirksam, wenn sie in politischen Auseinandersetzungen und Entscheidungen ihren Ausdruck finden.“ Im gleichen Moment treffen sie dann auch auf andere Kräfte und Einflüsse, die die Lage unübersichtlich machen. Die Zugehörigkeit zu einer Klasse ist dabei für Ralf Dahrendorf nie die einzige Grundlage politischer Interessen.


Ralf Dahrendorf philosophiert über die Lebenschancen

Ralf Dahrendorf zitiert den Philosophen Karl Popper, der einmal gesagt hat, dass die Geschichte keinen Sinn hat, aber der Mensch kann, ja muss ihr einen Sinn geben. Für ihn selbst ist ein geregelter Konflikt mit Freiheit gleichzusetzen, denn er bedeutet, dass niemand seine Ansichten zum Dogma erheben kann. Ralf Dahrendorf schreibt: „Es gibt Institutionen, die es erlauben, nein zu sagen, und mehr, die jeweils Regierenden abzulösen. Die Freiheit von Willkür und Tyrannis ist nicht gering zu schätzen.“ Für Max Weber war es der Begriff der Chance, der über die bloß formalen Bedingungen des Handels hinaus nötig ist, um die freie, die offene Gesellschaft zu begründen. Für ihn waren Chancen mehr als Voraussetzunge des Handelns und doch weniger als tatsächliche Handlungsweisen.