Das Grundeinkommen ist keine bequeme Hängematte

Der Unternehmer Götz Werner hat vor 39 Jahren seinen ersten dm-Drogeriemarkt gegründet. Heute kämpft er für eine fairere Einkommensverteilung. Er propagiert das bedingungslose Grundeinkommen für alle Bürger. Eine Folge davon wäre, dass die Löhne für schwere, unattraktive Jobs deutlich steigen würden. Das Grundeinkommen in einer Höhe von 1.500 Euro im Monat wäre der Ersatz für alle anderen Sozialleistungen und an keine Bedingungen und keinen Arbeitswillen verknüpft. Hartz VI würde abgeschafft. Finanzieren will Götz Werner das bedingungslose Grundeinkommen über höhere Konsumsteuern. Die Idee ist nicht neu und hat viele prominente Anhänger. Einer von ihnen ist der amerikanische Ökonom Milton Friedman, der durch das Grundeinkommen die Bürokratie in seiner Heimat abbauen und den Markt entfesseln wollte.

Deutschland hat seinen Rückstand selbst gewählt

Laut Karl-Heinz Paqué schafft ein größeres Wirtschaftswachstum auch mehr Freizeit. Das mag im ersten Moment paradox klingen, denn eigentlich verzichtet derjenige auf mehr Produktion und Einkommen, der die Freizeit gegenüber der Arbeit vorzieht. Genau deshalb ist die Freizeit ein Ergebnis des Wachstums selbst. Karl-Heinz Paqué erklärt: „Erst wenn die Menschen ihre dringendsten materiellen Wünsche erfüllen können, drängen sie nach mehr Freizeit.“ So ist es nicht verwunderlich, dass in den meisten Industriestaaten die Arbeitszeit seit dem 19. Jahrhundert deutlich zurückgegangen ist. Arbeiteten die Deutschen im Jahr 1870 im Durchschnitt noch fast 3.900 Stunden, sind es heute gerade noch 1.700 Stunden.

Der erste Börsencrash der Weltgeschichte

Die heutige Finanzkrise und die geplatzte Internetblase aus dem Jahr 2000 sind nicht die ersten katastrophalen Fehleinschätzungen von Investoren gewesen. In den vergangen fünf Jahrhunderten ist es immer wieder zu Überhitzungen in gewissen Marktsegmenten gekommen. Eine dieser Geschichten ist ein unglaublicher Hype um die Tulpe gewesen. Im 16. Jahrhundert wurden erstmals Tulpen aus der Türkei nach Westeuropa importiert.

Die Zyklen des Nikolai Kondratieff

Diese Basisinnovationen waren laut Nikolai Kondratieff deshalb so entscheidend für die Entwicklung der Wirtschaft, weil sie Produktionsschübe auslösten. Der berühmte Ökonom Joseph Schumpeter hat diesen langen Wellen den Namen „Kondratieff-Zyklen“ gegeben. Laut vorherrschender Meinung gibt es bislang folgende fünf Zyklen: 1800 bis 1850 die Dampfmaschine, 1850 bis 1900 die Eisenbahn, 1900 bis 1950 die Elektrotechnik, 1950 bis 1990 das Auto und seit 1990 der Zyklus der Informationstechnik.