Scham und Peinlichkeit können nur durch Reflexivität entstehen

Zu den Grundbedingungen von Scham und Peinlichkeit gehört die Reflexivität: Ich sehe mich selbst. Für Ulrich Greiner ist es ein Ich, das mich (sich) mit den Augen der anderen erblickt: „Ich beobachte mich in einer bestimmten Situation so, als würden mich andere beobachten. Jetzt erst erkenne ich meine Nacktheit, und das bedeutet, schutzlos ausgeliefert zu […]


Rotraud A. Perner stellt verschiedene Formen des Hochmuts vor

Sowohl beim Hochmut als auch beim Stolz kann man eine Bandbreite von Verhalten beobachten, die sich zwischen zwei Polen ausdehnt. Einerseits gibt es da den „hohen Mut“, sich nicht in der Anonymität der Masse zu verstecken, sondern hervorzutreten und zu seinen Überzeugungen zu stehen, andererseits gibt es den illusionären Über-Mut, mit dem sich Menschen mehr […]


Für Peter Bieri ist die Würde in der Selbstständigkeit begründet

Die meisten Menschen wollen über ihr Leben selbst bestimmen. Sie wollen selbst entscheiden können, was sie unternehmen möchten und was nicht. Sie möchten nicht von der Macht und dem Willen ihrer Mitbürger abhängig sein. Sie möchten vor allem unabhängig und selbstständig sein. Diese Sätze beschreiben laut Peter Bieri ein elementares Bedürfnis, die von den Menschen […]


Peter Lauster erklärt die Frustration der Begierde

Der Psychologe und Bestsellerautor Peter Lauster betrachtet die Liebe unter den verschiedensten Aspekten und geht der Frage nach: „Was ist die Liebe?“ Er ist fest davon überzeugt, dass die Aufklärung des Phänomens Liebe von großer Bedeutung für das gesamte Leben ist, für die psychische Gesundheit und das Lebensglück. Die Liebe ist für ihn keine komplizierte Angelegenheit, und dennoch ist sie in der Seele der Menschen so selten anzutreffen, weil aus einer einfachen Sache etwas hoch Kompliziertes gemacht wird, weil das Denken und die Ideologie dazwischentreten. Erst dadurch wird die Liebe kompliziert und bringt Kummer und Leid in das Leben der Menschen, obwohl die Liebe eigentlich das größte Glück ist und die Psyche gesund und dynamisch erhält.


Siegfried Kracauer untersucht den schillernden Begriff der Liebe

Das Wort Liebe bezeichnet für Siegfried Kracauer sehr verschiedene seelische Wirklichkeiten. Der Sprachgebrauch gestattet die breiteste Anwendung des Begriffs. Bei der Untersuchung der Liebe geht es Siegfried Kracauer nicht um die Vereinigung der Liebenden, die sich nur mit dem Rausch der Sinne begnügt, ein Zusammensein und Verschmelzen zweier Leiber, aber nicht der Menschen ihrem vollen […]


Furchtlosigkeit erzeugt ein Gefühl der Stärke und Freude

Neben der Hoffnung und dem Glauben gibt es noch ein weiteres Gefühl, das sehr eng mit dem Leben verbunden ist, nämlich der Mut oder wie Baruch Spinoza es zu nennen pflegte, die Seelenstärke. Denn der Begriff Seelenstärke, abgeleitet vom lateinischen fortitudo, bezeichnet Erich Fromm als den weniger vieldeutigen Ausdruck wie Tapferkeit, wie fortitudo auch übersetzt […]


Erich Fromm erörtert das vielgestaltige Phänomen der Hoffnung

Die Hoffnung ist für den Psychoanalytiker und Sozialphilosophen Erich Fromm ein entscheidendes Element für jeden Versuch, eine gesellschaftliche Veränderung in Richtung auf eine größere Lebendigkeit, höheres Bewusstsein und mehr Vernunft herbeizuführen. Für Erich Fromm heißt hoffen nicht, wie viele andere meinen, Begierden und Wünsche zu haben. Menschen die bessere Autos, größere Häuser und die neuesten […]


David Brooks erklärt das Balzverhalten von Männern und Frauen

Der wesentliche Zweck der Kultur besteht laut David Brooks darin, die natürlichen Begierden der Menschen zu zügeln. Besonders deutlich wird dies durch die innere Anspannung, die in der ersten Phase entsteht, wenn eine Frau einen Mann oder ein Mann eine Frau begehrt und durch die innere Notwendigkeit, Zurückhaltung zu üben, während die Instinkte schon zum […]


Theorie der Perversionen von Victor-Emil von Gebsattel

Der Ansatzpunkt in der Sexualpsychologie von Victor-Emil von Gebsattel ist die Hypothese, dass es eine Norm des Liebeslebens gibt: zwei verschiedengeschlechtliche Menschen sollen dabei in Leib und Seele eins werden. Der Mensch als Individuum ist laut Victor-Emil von Gebsattel prinzipiell unganz. Das heißt, er braucht physisch und psychisch eine Ergänzung durch ein Du und kann sich und seinen Sinn des Lebens nur verwirklichen, wenn er möglichst kontinuierlich und komplett mit einem Geschlechts- und Liebespartner eins wird. Zu dieser vorgegebenen Norm muss jeder Mensch Stellung beziehen. Alfred Adler betrachtete beispielsweise die Liebe und die Sexualität als zweite Lebensaufgabe, eingebettet in die beiden anderen Lebensaufgaben der Arbeit und der Einfügung in die Gemeinschaft.


Tomáš Sedláček erklärt den blinden Konsum zur Droge

Die Gier ist für den Ökonomen Tomáš Sedláček auf der einen Seite der Motor des Fortschritts, auf der anderen Seite aber die Ursache des Absturzes der Wirtschaft. Schon in den ältesten Geschichten der Menschheit wird davon erzählt, dass die Gier stets diesen Januskopf besitzt. Tomáš Sedláček erklärt: „Ständig unzufrieden zu sein, mehr zu begehren, scheint ein angeborenes Naturphänomen zu sein und das Herz unserer Zivilisation zu bilden. Die Ursünde des ersten Menschenpaares im Garten Eden war die Folge von Gier.“ In seinem Bestseller „Die Ökonomie von Gut und Böse“ legt der tschechische Wirtschaftswissenschaftler Tomáš Sedláček die Verwurzlung der Wirtschaft in der Kulturgeschichte der Menschheit frei.