Die Wirtschaft in Deutschland wächst rasend schnell

Im deutschen Frühsommer 2011 gibt es zwischen der Politik und der Wirtschaft einen gewaltigen Unterschied. Während die Politiker von einer Krise nach der anderen durchgeschüttelt werden, machen Unternehmer Rekordgewinne. Allein im ersten Quartal 2011 ist das Bruttoinlandsprodukt um 1,5 Prozent gewachsen. In diesem Zeitraum erwirtschafteten die Deutschen 36 Milliarden Euro mehr als vor einem Jahr. Die Produktion der deutschen Industrie hat inzwischen wieder das Niveau erreicht, wie sie es vor der Weltwirtschaftskrise schon einmal erklommen hatte. Obwohl sich die Regierungskoalition streitet, der Staat immer mehr Schulden anhäuft und sich in Japan ein folgenschweres Erdbeben ereignet hat, die deutsche Wirtschaft scheint davon unberührt zu sein, denn die Konjunktur läuft hierzulande wie geschmiert.

Tony Judt moniert die Verwahrlosung der Öffentlichkeit

In den letzten dreißige Jahren hat der private Reichtum laut Tony Judt in den Industrienationen deutlich zugenommen. In Amerika, Großbritannien und einigen anderen Ländern haben Finanzgeschäfte die Industrie oder den Dienstleistungssektor als Quelle von Privatvermögen verdrängt und zu einer verzerrten Wertschätzung ökonomischen Handels geführt. Reiche hat es seiner Meinung nach schon immer gegeben, aber heute ist ihr Vermögen größer als zu irgendeiner anderen Zeit. Es fällt Tony Judt leicht, diese privaten Privilegien zu verstehen und zu beschreiben. Schwerer ist es für ihn, die öffentliche Verwahrlosung zu beschreiben, in die viele Staaten versunken sind. Er zitiert Adam Smith, der gesagt hat: „Keine Gesellschaft kann gedeihen und glücklich sein, in der der weitaus größte Teil ihrer Mitglieder arm und elend sind.“

George Joseph Stigler kritisiert den Mindestlohn

George Joseph Stigler glaubte, dass Verordnungen und andere Eingriffe des Staates fast ausschließlich aufgrund und zum Nutzen einflussreicher Interessengruppen erlassen werden. Der Ökonom war ein enthusiastischer Datensammler. Nur durch ständig wachsendes Wissen über die Umgebung können die Ökonomen George Joseph Stigler zufolge die jeweilig Mechanik und die makroökonomischen Wirkungen von Interventionen aller Art aufzeigen und durch die Auswertung empirischer Daten dann auch die Theorien zu verbessern suchen. Das ist auch der empirisch-positivistische Ansatz der Chicago Scholl of Economics, die George Joseph Stigler mitbegründet hatte. Sein Leitspruch lautete: „Die wahre Aufgabe des Ökonomen besteht nicht darin, der Gesellschaft zu sagen, wonach sie suchen soll. Sie besteht eher darin, die Gesellschaft zu unterstützen, ihre Ziele effizienter zu erreichen.“

Michal Kalecki: "Wohlstand durch Nachfrage"

Das wissenschaftliche Denken von Michal Kalecki war vor allem durch die Ereignisse in der Zeit der Weltwirtschaftskrise geprägt. Er versuchte die Massenarbeitslosigkeit zu erklären, indem er das volkswirtschaftliche Kontensystem anwandte, in dem sich alle Ausgaben auch als Einkommen darstellen und umgekehrt.

Die expansive Geldpolitik der amerikanischen FED

Die größte Volkswirtschaft der Welt, die der Vereinigten Staaten von Amerika, befindet sich in einer misslichen Lage. Während die Wirtschaft in Deutschland boomt, hält die Krise in den USA an. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal nur um ein halbes Prozent. Um die Arbeitslosenzahlen zu senken, benötigt die USA ein wesentlich stärkeres Wirtschaftswachstum. Wer in Amerika seinen Arbeitsplatz verliert, rutscht ganz leicht ins soziale Präkariat ab, da es dort fast keine wohlfahrtstaatlichen Einrichtungen gibt. Nichts benötigt die USA mehr als ein starkes Wachstum. Doch die Wirtschaft allein ist derzeit dazu nicht in der Lage, obwohl die Arbeitsmärkte flexibel und die Unternehmen innovativ sind.