Ohne Vertrauen funktioniert keine Gesellschaft

Wissenschaftler überrascht es nicht, dass so ein Gefühl wie Vertrauen unter den Menschen herrscht, da dies für das Funktionieren einer Gesellschaft unentbehrlich ist. Kein Individuum kann so viele Informationen sammeln, um hundertprozentig sicher zu sein, ob seine Handlungen die gewünschten Folgen hervorbringen oder ob ein anderes Mitglied der Gesellschaft so handelt, wie man es selbst erwartet. Wer jede Gefahr eliminieren wollte, müsste extrem viel Geld und Zeit aufwenden. Der Soziologe Niklas Luhmann entwickelte für das Vertrauen folgende Definition: „Vertrauen ist ein Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität.“ Diese Erkenntnis gilt für alle Bereiche des Lebens.

Tiere empfinden Mitgefühl und spenden Trost

Der Kognitionsbiologe Thomas Bugnyar von der Universität Wien beobachtete zwei Jahre lang, wie Raben nach einem Streit mit dem Unterlegenen umgehen. Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte er vor kurzem in der Wissenschaftszeitschrift PlosOne. Er schrieb, dass sich dritte, nicht am Kampf beteiligte Raben, um den besiegten Vogel kümmerten. Mit dem Phänomen der tröstenden Tiere haben sich im vergangen Jahrzehnt immer mehr Forscher beschäftigt. Nicht nur Rabenvögel und Primaten zeigen Mitgefühl mit den Verlierern, sondern auch Hunde, Wölfe und Bärenmakaken. Die Wolfsexpertin Elisabetta Palagi vom Naturgeschichtlichen Museum in Pisa sagt: „Dass unterschiedliche Tiere ein derart ähnliches Konfliktlösungsmuster zeigen, ist erstaunlich und faszinierend.“

Der radikal kritische Denker Ernst Tugendhat

Ernst Tugendhats „Vorlesungen zur Einführung in die sprachanalytische Philosophie“ von 1976 waren ein fundamentaler Einschnitt in die Geschichte der deutschen Philosophie nach dem Zweiten Weltkrieg. Ernst Tugendhat führte seinen Studenten vor, dass die analytische Philosophie über wirkungsvolle Instrumente verfügt, die in die Irre führende Vergegenständlichung von Bedeutungen zu berichtigen.

Ton Lemaire erforscht die Leidenschaft

Nicht nur die Zärtlichkeit beherrscht laut Ton Lemaire die liebevolle Beziehung zwischen zwei Menschen, es ist genauso die Leidenschaft. Es gibt nicht nur den zärtlichen Kuss, sondern auch den leidenschaftlichen Kuss. Ton Lemaire unterscheidet den ganzen Bereich erotischer Beziehungen in zärtliche und leidenschaftliche Paargemeinschaften. Leidenschaft ist für ihn durch ein gewisses Ungestüm, eine starke Dynamik und sogar durch eine Art Aggressivität gekennzeichnet. Die Leidenschaft strebt nach der totalen Berührung, einem Aufgehen in dem anderen, einem sich verlieren in dem Geliebten.

Sarah Hrdy: "Babys können süchtig machen"

Die Anthropologin Sarah Hrdy vertritt die These, dass keine menschliche Beziehung auch nur annähernd so spannungsgeladen sei wie das Verhältnis einer Mutter zu ihren Kindern. Obwohl es Umstände gibt, unter denen sich eine Mutter ihren Kindern völlig hingeben kann. Aber sehr oft mangelt es ihr selbst an Unterstützung, oder sie muss ihre Liebe zwischen mehreren Kindern aufteilen, oder sie hat noch andere Ziele im Leben als Kinder großzuziehen. Dann gerät eine Mutter in einen Zwiespalt, der sehr qualvoll sein kann. Zumal den meisten Müttern eingetrichtert wurde, dass wahre Mutterliebe vollständig sein müsse. Die Mütter sollen sich buchstäblich von ihren Babys auffressen lassen.