Daniel Goleman beschreibt den Untergang einer Ehe

Die quälenden Einstellungen einer Dauerkrise in einer Ehe, die häufig emotionale Entgleisungen auslösen, erschweren es den Ehepartnern, die dadurch hervorgerufene Kränkung und Wut wieder zu vergessen und führen im Endeffekt zur Ehescheidung. Der amerikanische Psychologe John Gottman bezeichnet diese Anfälligkeit für häufige emotionale Nöte als Überflutung. Dabei werden überflutete Männer oder Frauen von der Negativität ihres Partners dermaßen überwältigt, dass sie in entsetzlichen Gefühlen versinken, die sie nicht mehr kontrollieren können. Daniel Goleman schreibt: „Wer überflutet ist, kann nicht mehr unverzehrt wahrnehmen oder mit klarem Kopf reagieren; er kann seine Gedanken nicht mehr ordnen und greift auf primitive Reaktionen zurück.“

Ein Kampf der Kulturen sollte vermieden werden

Gemäß Andreas Wirsching ist die Neue Islamische Präsenz in Westeuropa seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts zu einem heiß diskutierten Thema geworden. Er erklärt: „Zu vielen Hunderttausenden und mehr kamen Indonesier und Surinamer in die Niederlande, Pakistaner nach Großbritannien, Türken nach Deutschland, Nordafrikaner nach Frankreich, Italien und Spanien.“ Im Jahr 2008 lebten in den 27 Staaten der Europäischen Union mehr als 19 Millionen Menschen, die aus Regionen außerhalb der EU zugewandert waren. Die große Mehrheit von ihnen sind Muslime – allein in Deutschland leben über vier Millionen von ihnen. Andreas Wirsching ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Alexander Mitscherlich nähert sich der Aggression

Heftigkeit, Beweglichkeit und die leichte Weckbarkeit aggressiven Verhaltens sind für Alexander Mitscherlich typische Artmerkmale des Menschen. Da die Aggression gewöhnlich das menschliche Zusammenleben stört, richtet sich häufig die Moral gegen sie. Aus der Aggression entwickelt sich dadurch eine Untugend. Es gibt aber auch den gegenteiligen Effekt. Die Aggression nimmt dann die Züge eines Führermerkmals ein, gepaart mit Heldentum und männlicher Tugend. Alexander Mitscherlich schreibt: „Richtet sie sich gegen Feinde, ist sie von Beifall gefolgt, unter Freunden und Bekannten soll sie schweigen.“ Es wird viel List eingesetzt, um der Aggression einen freien Lauf zu garantieren. Feinde müssen gefunden, wenn nicht gar erfunden werden, damit sie befriedigt werden kann.

Sigmund Freud: "Das Unbehagen in der Kultur"

Sigmund Freud setzte vor 80 Jahren mit seiner Schrift “Das Unbehangen in der Kultur” seine jahrelangen Forschungen fort, das wechselseitige Zusammenspiel zwischen individueller und kultureller Neurose zu beweisen. Damit geriet zum ersten Mal die Pathogenese der kulturellen Gemeinschaften in den Blickpunkt der Forschung. Die Psychoanalyse entwickelte sich zu einer Disziplin der Kulturwissenschaft. Mit seinen Ausführungen veränderte Sigmund Freud die Wahrnehmung der Kultur auf eine radikale Art und Weise. Einer seiner Vorläufer war der englische Philosoph John Locke, der schon im 17. Jahrhundert den Begriff „uneasiness“ geprägt hatte und dieses Unbehagen für den Antrieb des menschlichen Handelns hielt.

Die Unwiderstehlichkeit der Corrida

In dem Bildband „Corrida“ von Anja Bartels-Suermondt gibt es nur tolle Aufnahmen. Und dennoch ragen diejenigen heraus, in denen die kraftvollen Stiere und die geschmeidigen Toreros das grandiose Ballett des Todes in der Arena tanzen. Es ist ein prächtiges Schauspiel von höchster Eleganz, der jeden Augenblick zu Ende sein kann. Auf manchen Bildern erkennt der Betrachter in den Gesichtern der Toreros die ungezügelte Freude über eine gelungene Pirouette, die den wütend angreifenden Stier ins Leere laufen lässt.