
Januar 14, 2011 | veröffentlicht von
admin-w57
Wilhelm Reich ist davon überzeugt, dass es keine neurotischen Symptome ohne Erkrankung des Gesamtcharakters gibt. Für viele Psychoanalytiker stellte die neurotische Symptomatik eine Art Fremdkörper im sonst intakten Seelenleben dar. Wilhelm Reich korrigierte diesen Irrtum wie es vor ihm schon in ähnlicher Weise Alfred Adler getan hatte. Denn eine seelische Erkrankung betrifft immer die Persönlichkeit als Ganzes, weshalb auch die Behandlung beim Psychologen oder Psychoanalytiker dieser Totalität gewidmet sein muss. In seinen theoretischen Überlegungen über den Orgasmus knüpft Wilhelm Reich an Sigmund Freud an. Auch griff er die Gedanken des berühmten Wiener Frauenarztes Rudolf Chrobaks auf, der die Meinung vertrat, dass zur Heilung der Hysterie die wiederholte sexuelle Befriedigung das beste und wirksamste Mittel sei.
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September 19, 2010 | veröffentlicht von
admin-w57
Wenn man die Menschen unvoreingenommen auf ihre Menschenkenntnis hin prüft, so findet man, dass die meisten versagen. Laut Alfred Adler besitzen alle nicht viel Menschenkenntnis. Das hängt mit dem isolierten Leben des einzelnen Menschen zusammen. Heute trifft diese Feststellung noch viel mehr zu als zu den Lebzeiten Alfred Adlers. Die schwerwiegendste Folge dieses Mangels ist der falsche Umgang mit den Mitmenschen, der meist zu einem Versagen im Zusammenleben mit ihnen führt. Und doch liegt für Alfred Adler in den Grundbedingungen des menschlichen Zusammenlebens soviel Zwang, einander zu verstehen, weil die gesamte Haltung zum Mitmenschen davon abhängt.
Kategorie: Psychologie |
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September 15, 2010 | veröffentlicht von
admin-w57
C.G. Jung sah den tiefsten Sinn jeder seelischen Erkrankung darin, dass der Mensch ein von sich selbst entfremdetes Leben führt und dadurch nicht zu sich selbst finden kann. Deshalb müssen therapeutische Maßnahmen in erster Linie zur Selbstfindung anleiten, was Jung mit dem Begriff der „Individuation“ bezeichnete. Nach C.G. Jung stellt die Therapie eine dialektische Situation dar. Er vertritt die These, dass sowohl der Therapeut als auch der Patient in einer Sitzung gefördert und beeinflusst werden müssen. Am Ende einer Therapie ist der Therapeut ebenso verändert wie sein Patient.
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September 10, 2010 | veröffentlicht von
admin-w57
Eine Beseelung schreibt Alfred Adler eigentlich nur beweglichen, lebenden Organismen zu. Die Seele steht in innigster Beziehung zur freien Bewegung. Auch die Entwicklung des Seelenlebens ist an die Bewegung gebunden, und der Fortschritt alles dessen, was die Seele erfüllt, ist durch diese freie Beweglichkeit bedingt. Denn diese Beweglichkeit reizt, fördert und verlangt eine immer stärkere Intensivierung des Seelenlebens. Wenn man die Funktion des Seelenlebens betrachtet, wird klar, dass hier die Entwicklung einer angeborenen Fähigkeit vorliegt, die dazu ausersehen ist, ein Angriffs-, Abwehr-, Sicherungs- oder Schutzorgan vorzustellen, je nachdem, ob die Situation eines Lebensorganismus den Angriff oder die Sicherung verlangt.
Kategorie: Psychologie |
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September 2, 2010 | veröffentlicht von
admin-w57
Für Sören Kierkegaard war die Angst ein Symptom der inneren Zerrissenheit des Menschen. Allerdings wies der Schriftsteller darauf hin, dass nur ein Wesen, das frei ist, sich ängstigen kann. Die Angst ist nicht nur drückend und belastend, sondern auch das Erfahren möglicher Zukunftsentwürfe, die Chance ganz Selbst sein zu können. Der tapfere Mensch flüchtet laut Kierkegaard nicht vor seinen Ängsten, sondern setzt sich ihnen aus und entwickelt an ihnen sein ureigenstes Freiheitsbewusstsein. Nur wer sich tief und wahrhaft ängstigen kann, ist in der Lage, die Endlichkeit des Menschen anzunehmen und sich in entscheidenden Situationen selbst zu verwirklichen. Ohne Angst gibt es kein Selbstsein.
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