
September 2, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Für Sören Kierkegaard war die Angst ein Symptom der inneren Zerrissenheit des Menschen. Allerdings wies der Schriftsteller darauf hin, dass nur ein Wesen, das frei ist, sich ängstigen kann. Die Angst ist nicht nur drückend und belastend, sondern auch das Erfahren möglicher Zukunftsentwürfe, die Chance ganz Selbst sein zu können. Der tapfere Mensch flüchtet laut Kierkegaard nicht vor seinen Ängsten, sondern setzt sich ihnen aus und entwickelt an ihnen sein ureigenstes Freiheitsbewusstsein. Nur wer sich tief und wahrhaft ängstigen kann, ist in der Lage, die Endlichkeit des Menschen anzunehmen und sich in entscheidenden Situationen selbst zu verwirklichen. Ohne Angst gibt es kein Selbstsein.
Kategorie: Psychologie |
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August 19, 2010 | veröffentlicht von
hkl
In seinem bedeutenden Werk „Love and Will“ (1969), das 1970 unter dem Titel „Der verdrängte Eros“ in Deutschland erschien, nimmt Rollo May im ersten Teil des Buchs das Verhältnis des modernen Menschen zu Sex und Liebe genau unter die Lupe. Rollo May hob hervor, dass die Menschen am Rande oder schon inmitten eines sexuellen Chaos leben. Obwohl der Sexualtrieb befreit wurde, sind die Menschen damit nicht glücklicher geworden. Denn parallel zur Befreiung gab es eine Entwertung der Sexualität, die vielfach nur noch Triebgeschehen und sexuelle Abreaktion angesehen wird.
Kategorie: Psychologie |
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August 5, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Thomas Szasz betrachtete die Tätigkeit der Psychotherapeuten als verwandt zur Freundschaft, Ehe, religiöser Sitte, Werbung oder Unterricht und als verbale Form der Behandlung, die sich gravierend von jedem somatischen Eingriff eines Arztes unterschied. Der Psychotherapeut hat die Aufgabe, dem Patienten mit Worten bestimmte Werte und Überzeugungen zu vermitteln und negative Gewohnheiten zum Guten hin zu verändern. Da das ursprünglich das Betätigungsfeld der Philosophen und Theologen war, stellt Szasz die Frage, ob die Psychotherapie nicht in der Nähe der Rhetorik, Philosophie oder gar Demagogie anzusiedeln sei.
Kategorie: Psychologie |
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August 3, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Der Philosoph Rüdiger Safranski postuliert einen ungeheuren Sicherheitskonsum in den hoch entwickelten Wohlfahrtsgesellschaften. Die Menschen lebten noch nie so sicher wie heute. Doch je größer die reale Sicherheit ist, desto größer ist die gefühlte Bedrohung. Das ist für Rüdiger Safranski die paradoxe Dialektik der Sicherheit. Auf der anderen Seite entsteht in einer Gesellschaft, die in Sicherheit lebt, der Wünsch Grenzsituationen zu erleben, um den Kick zu verspüren, den sie im Alltag nicht mehr erleben. Aber es kommen dazu in der Regel nur noch simulierte Grenzerlebnisse oder sichere Abenteuer in Frage.
Kategorie: Philosophie |
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Juli 2, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Rollo May unterscheidet fünf Schichten oder Phasen der Macht, die potentiell im Leben jedes Menschen vorhanden sind. An erster Stelle steht die Macht zu sein, das heißt in der Welt zu leben und zu existieren. Eine weitere Phase ist die Selbstbestätigung, bei der jeder Mensch sich als anerkannt und als für andere bedeutsam empfindet. Aus diesem Gefühl heraus erwächst seine Sicherheit und Souveränität. Von der Selbstbehauptung ist es laut May nur ein winziger Schritt zur Aggression und Gewaltanwendung, die immer dann eingesetzt wird, wenn der Mensch die anderen Schichten und Phasen nicht erfolgreich leben konnte.
Kategorie: Psychologie |
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Juni 5, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Mit der Frigidität der Frau und der Impotenz des Mannes beschäftigte sich der Psychoanalytiker Wilhelm Stekel in den beiden Büchern „Die Geschlechtskälte der Frau“ (1921) und „Die Impotenz des Mannes“ (1920). Wilhelm Stekel erkennt in der sexuellen Unfähigkeit beider Geschlechter eine Störung der Liebesfähigkeit. Denn er ist der Meinung, wer wahrhaft lieben kann, vermag auch in der sexuellen Vereinigung sein Glück zu finden.
Kategorie: Psychologie |
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Juni 1, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Kurt Goldstein prägte zwar den Begriff der Selbstverwirklichung, berühmt machte ihn aber der New Yorker Psychologe Abraham Maslow. Er beschreibt Menschen, die die höchste Stufe der Menschlichkeit erklommen haben, die sich aus einer Mischung aus psychischer Gesundheit und Hingabe an ihre Aufgabe auszeichnen, wodurch sie hochgradig leistungsfähig sind. Abraham Maslows Menschenbild betrachtet das Individuum als [...]
Kategorie: Psychologie |
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März 16, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Neurotische Menschen leiden laut Alfred Adler an einem Gefühl der Minderwertigkeit. Neurotiker fühlen sich nicht gleichwertig mit anderen Menschen. Sie klagen deshalb über eine Unvollständigkeit, die sowohl physisch wie auch psychisch gemeint sein kann. Der neurotische Mensch leidet immer auch an einem Bewusstsein der Kleinheit und der Unzulänglichkeit. Für Alfred Adler gab es keinen Zweifel daran, dass die Minderwertigkeitsgefühle in der Kindheit des Patienten entstanden sein müssen. Er kam bei seinen Forschungen zu dem Ergebnis, dass Hindernisse in der Entwicklung in der Kindheit am Anfang der neurotischen Seelenentwicklung stehen.
Kategorie: Psychologie |
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Februar 21, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Für Alfred Adler gibt es im Leben eines Kindes eine Erscheinung, die sehr deutlich die Vorbereitung auf das Erwachsenenalter zeigt – es sind die Spiele. Sie dienen als wichtige Helfer bei der Erziehung, regen den Geist an, beflügeln die Phantasie und fördern die Geschicklichkeit. Im Spiel zeigt sich fast immer die Vorbereitung für das künftige Leben.
Kategorie: Psychologie |
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Februar 19, 2010 | veröffentlicht von
hkl
… trotzdem Ja zum Leben sagen, ist Viktor Frankls bekanntestes Buch, in dem er über seine Zeit in einem Konzentrationslager der Nazis berichtete. Dabei stellte er fest, dass seine Mitgefangenen entweder einen starken Willen zum Überleben entwickelten oder am Leben verzweifelten und resignierten. Viktor Frankl gibt in diesem Werk bereits einige Erklärungen zu seiner Philosophie vom Sinn, der Logotherapie.
Kategorie: Psychologie |
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