Die Herrschaft des Geldes muss gezähmt werden

Wilhelm Hankel und Robert Isaak vertreten in ihrem neuen Buch „Geldherrschaft. Ist unser Wohlstand noch zu retten?“ die These, dass der demokratische Kapitalismus, den sie als einen der größten Kräfte der Zivilisation seit Menschengedenken bezeichnen, an den Rand seiner Existenz gedrängt worden ist. Das Autorenduo fordert eine neue Weltwirtschaftsordnung, die nicht länger von der Geldherrschaft [...]

Tony Judt moniert die Verwahrlosung der Öffentlichkeit

In den letzten dreißige Jahren hat der private Reichtum laut Tony Judt in den Industrienationen deutlich zugenommen. In Amerika, Großbritannien und einigen anderen Ländern haben Finanzgeschäfte die Industrie oder den Dienstleistungssektor als Quelle von Privatvermögen verdrängt und zu einer verzerrten Wertschätzung ökonomischen Handels geführt. Reiche hat es seiner Meinung nach schon immer gegeben, aber heute ist ihr Vermögen größer als zu irgendeiner anderen Zeit. Es fällt Tony Judt leicht, diese privaten Privilegien zu verstehen und zu beschreiben. Schwerer ist es für ihn, die öffentliche Verwahrlosung zu beschreiben, in die viele Staaten versunken sind. Er zitiert Adam Smith, der gesagt hat: „Keine Gesellschaft kann gedeihen und glücklich sein, in der der weitaus größte Teil ihrer Mitglieder arm und elend sind.“

Jean-Baptiste Say formuliert das "Saysche Theorem"

Jean-Baptiste Say wurde 1767 in der Nähe der französischen Stadt Lyon geboren. Als er 19 Jahre alt war, fuhr er nach England, um das Aufblühen von Gewerbe und Handel im Zeichen der industriellen Revolution zu studieren. Say lernte die englische Sprache und studierte die Werke von Adam Smith (1723 – 1790) im Original. Vor allem dessen Hauptwerk „Der Wohlstand der Nationen“ begeisterte ihn und weckte sein nachhaltiges Interesse an der politischen Ökonomie.

Adam Smith entwickelt die Lehre vom freien Handel

Adam Smith wurde mit seinem Buch „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“, das 1776 erschienen war, zum Begründer des kapitalistischen Liberalismus und zum bedeutendsten Wirtschaftswissenschaftler der Manufakturperiode. Er beschäftigt sich vor allem mit Problemen, die sowohl in der Manufaktur als auch im Fabriksystem auftauchen und wird so auch zu einem Ökonomen des Frühkapitalismus. Der Ausgangspunkt seiner Untersuchungen ist die Arbeit. Dabei scheinen ihm drei Probleme von besonderer Bedeutung zu sein, die eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Kapitalismus spielten: die gesteigerte Geschicklichkeit des Arbeiters, die Technologie und die Organisation der Arbeit.

David Ricardo erforscht den Wert der Arbeit

David Ricardo wurde am 19. April 1772 in London geboren. Er verließ mit 14 Jahren die Schule um seinem Vater, einem Londoner Börsenmakler, im Geschäft zu helfen. Nachdem er sich von seinem Vater getrennt hatte, erwarb David Ricardo in kürzester Zeit ein Millionenvermögen und war mit nur 25 Jahren einer der reichsten Männer Englands. 11 Jahre hat er an der Börse spekuliert, und 11 weitere Jahre vergingen, bis seine erste wissenschaftliche Arbeit über Ökonomie erschien. Für David Ricardo sind die beiden großen Probleme der Ökonomie auf der einen Seite die Produktion der Güter, auf der anderen Seite deren Verteilung.