Ständiger Stress macht die Menschen krank
Die Zwänge des Lebens rufen Angst hervor. Insofern die Angst dem Menschen hilft, eine Gefahr nicht zu unterschätzen und sich gegen sie zu wappnen, hat sie gute Dienste geleistet. Im modernen Leben allerdings ist die Angst laut Daniel Goleman meistens unverhältnismäßig und deplaciert. Sie wird nicht durch echte Gefahren ausgelöst, sondern durch alltägliche Situationen oder Einbildungen. Ein Mensch, der immer wieder von Angstgefühlen überfallen wird, steht unter einem enormen Stress.
Stress schwächt den Körper und führt zu vielen Krankheiten
Der Yale-Psychologe Bruce Mc Ewen hat den Zusammenhang zwischen Stress und Erkrankungen untersucht und folgendes entdeckt: Stress schwächt die Immunfunktion des Körpers dermaßen, dass dadurch die Metastasenbildung von Krebs beschleunigt wird, die Anfälligkeit für Virusinfektionen steigt, das Herzinfarktrisiko erhöht sowie Asthmaanfälle auslöst.
Hält der Stress über einen längeren Zeitraum an, kann er selbst die Funktionsfähigkeit des Gehirns in Mitleidenschaft ziehen, beispielsweise den Hippocampus und damit die Gedächtnisleistung schädigen. Außerdem häufen sich die Belege, dass das Nervensystem durch stressige Erfahrungen angegriffen wird.
Besonders überzeugende Beweise für die gesundheitlichen Auswirkungen von Stress liefern laut Daniel Goleman Infektionskrankheiten wie Erkältung, Grippe und Herpes. Den Viren, die diese Krankheiten verursachen, ist der Mensch ständig ausgesetzt. In der Regel wehrt das Immunsystem die Viren ab. Nur wenn der Mensch emotional belastet ist, versagt diese Abwehr häufig.
Seelische Belastungen wirken sich bis in die kleinsten Blutkörperchen hinein
Angst schwächt nicht nur die Immunabwehr, sondern wirkt sich auch negativ auf das kardiovaskuläre System aus. Während das größte Risiko einer Herzerkrankung bei Männern von chronischer Feindseligkeit und wiederholten Zornesausbrüchen ausgeht, hält man bei Frauen Angst und Furcht für die gefährlichere Emotion. Daniel Goleman berichtet davon, dass sich bei Frauen, die einen Infarkt erlitten, in vielen Fällen eine lähmende Phobie einstellte. Sie wollten nicht mehr Auto fahren, gaben ihre Arbeit auf oder verließen nicht mehr das Haus.
Seelische Belastung und Angst, wie sie eine Arbeit oder Lebensführung mit sich bringt, hat für Daniel Goleman schleichende körperliche Auswirkungen bis in die kleinsten Blutkörperchen hinein. Unter starkem Stress steigt das von den Blutkörperchen ausgeschüttete Adenosintriphosphat steil an, wodurch es zu negativen Veränderungen an den Blutgefäßen kommt, die zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen können.
Das Gesundheitsrisiko ist bei denjenigen Menschen am größten, deren Arbeit mit einer großen nervlichen Belastung verbunden ist, die großen Leistungsanforderungen unterliegen, aber auf die Erbringung der Leistung keinen oder nur geringen Einfluss haben. Daniel Goleman berichtet von einer Studie, die belegt, dass Menschen, die in den letzten zehn Jahren großen beruflichen Ärger erlebt hatten 5,5 mal häufiger ein kolorektales Karzinom (Krebserkrankungen des Dick- und Mastdarms) bekamen, als diejenigen, die nicht so einem starken Stress im Beruf ausgesetzt waren.
Kurzbiographie: Daniel Goleman
Daniel Goleman verbrachte seine Kindheit in Stockton in Kalifornien und besuchte dort das Amherst College. Er studierte Psychologie an der Harvard Universität und machte seinen Doktor bei David McClelland. Daniel Goleman ist im Vorstand des Forschungskonsortiums für emotionale Intelligenz in Unternehmen an der Rutgers University. Daniel Goleman hat folgende Bücher geschrieben: „Meditation. Wege nach innen“ (1990, Heyne), „Emotionale Führung“ (2002, Ullstein Tb), „Dialog mit dem Dalai Lama. Wie wir destruktive Emotionen überwinden können“ (2003, Dtv).
Von Hans Klumbies
Februar 1, 2010 | Geschrieben von hkl - Kategorie
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