Philosophisches Denken ist ein nie endendes Abenteuer

Wer sich mit philosophischen Fragen beschäftigt, reist zu den Grenzen des Denkens und Verstehens. Laut Stephen Law finden viele Menschen die Themen der Philosophie faszinierend, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Deshalb hat Stephen Law das Buch „Philosophie“ geschrieben, das Einsteigern ein knapper, verständlicher und übersichtlicher Führer ist. Viele der philosophischen Fragen, die schon in der Antike von Platon, einem der größten Denker aller Zeiten, gestellt wurden, beschäftigen die Philosophen bis heute. Stephen Law rät: „Der beste Weg, sich in einen philosophischen Text hineinzufinden, ist, sich ihm aktiv zu nähern. Denken Sie über das, was Sie gelesen haben, kritisch nach.“ Der renommierte Wissenschaftler Stephen Law studierte Philosophie in London und Oxford, wo er drei Jahre unterrichtete und forschte, bevor er als Dozent für Philosophie an das Heythrop College der Londoner Universität wechselte.

Staunen ist der Anfang aller Philosophie

Das Kapitel „Die Geschichte der Philosophie“ führt von der Antike, über die Welt des Mittelalters und der frühen Neuzeit bis zur Moderne. Aristoteles sagte: „Staunen ist der Anfang der Philosophie“. Eine sehr bedeutende Rolle nahm dabei das Zeitalter der Aufklärung ein. Die Denker nach René Descartes sahen mehr und mehr ein neues Zeitalter der Vernunft heraufziehen, das die Ketten des Mittelalters, des sklavischen Festhalten an Tradition, kirchlicher Autorität und Aberglauben abwerfen würde. Ich befürchte, dabei handelt es sich bis heute um eine Illusion.

Im dritten Abschnitt stellt Stephen Law die bedeutendsten philosophischen Disziplinen vor. Dazu zählt er die Fragen nach dem Wissen im Allgemeinen, die Metaphysik, die Moralphilosophie, die Philosophie des Geistes, die Religionsphilosophie, die politische Philosophie und die Wissenschaftstheorie. Dabei handelt es sich keinesfalls um hermetisch voneinander abgeschottete Forschungsbereiche, denn es gibt zahlreiche Überschneidungen. Stephen Law erläutert: „Die Metaphysik etwa behandelt viele Fragen der Religionsphilosophie, der Moralphilosophie und der Philosophie des Geistes.“

Das Ziel der Philosophen ist die Wahrheit

Im Kapitel „Philosophisches Werkzeug“ geht es unter anderem um Argumente, Trugschlüsse, Wahrscheinlichkeiten und Beweise. Viele Philosophen entwickeln mit diesen Werkzeugen Theorien, die manchmal spannend, in einigen Fällen aber auch verwirrend sein können. Stephen Law ergänzt: „Das ist natürlich nicht das eigentliche Ziel ihrer Arbeit. Sie suchen, vor allem anderen, nach Wahrheit.“ Dabei setzten sie vor allem die Vernunft ein, mit der sie dieses Ziel erreichen wollen. Sie unterwerfen ihre Theorien einer kritischen Prüfung und suchen ihre Behauptungen so gut wie möglich zu begründen.

Im letzten Abschnitt seines Philosophiebuchs hat Stephen Law über hundert der Philosophen versammelt, deren Gedanken und Theorien für die Nachwelt von großer Bedeutung sind. Die Chronologie führt von den Denkern, die vor über 2500 Jahren in Milet gelebt haben, bis in die Gegenwart. Einer der vorgestellten Philosophen ist Georg Friedrich Wilhelm Hegel, der zu seinen Lebzeiten der bedeutendste deutsche Philosoph war. In seinem System fasste er das Ganze der Geschichte, der Realität und des Denkens zusammen. Die Realität wird durch den Geist konstituiert, eine Kraft, die den geschichtlichen Prozess zu seinem höchsten Ziel vorantreibt.

Philosophie
Kompakt & Visuell
Geschichte – Schulen – Ideen & Theorien – Philosophen
Stephen Law
Verlag: Dorling Kindersley
Flexi-Einband: 352 Seiten, Auflage: 2016
ISBN: 978-3-8310-3140-5, 19,95 Euro

Von Hans Klumbies

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