Julian Baggini untersucht die Arten des Erfolgs

Der Philosoph Julian Baggini beschäftigt sich unter anderem mit der Idee, dass Erfolg und Leistung dem Leben einen Sinn geben, egal, wie glücklich sie uns machen oder welches Vergnügen sie uns bereiten. Ein Erfolg kann relativ oder absolut sein. Es gibt zwei Möglichkeiten, diese beiden Arten des Erfolgs zu betrachten. Die eine konzentriert sich auf die Bedeutung bestimmter Leistungen. Baggini fühlt sich dabei an einen Satz Sartres erinnert, dass der Mensch nichts anderes sei als sein Entwurf und nur in dem Maße existiere, in dem er sich verwirklicht. Er ist also nichts anderes als die Gesamtheit seiner Handlungen, nichts anderes als sein Leben.

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Wilhelm von Ockham begründet den Nominalismus

Wilhelm von Ockham, der nicht nur Philosoph, sondern auch Theologe und kirchenpolitischer Schriftsteller war, wurde um 1285 in Ockham in der englischen Grafschaft Surrey geboren. Er trat in den Franziskanerorden ein und begann um 1309 sein Studium in Oxford, wo er anschießend ab 1317 seine Lehrtätigkeit aufnahm. Dort schrieb er auch seine Hauptwerke, zu denen der große Sentenzenkommentar, sieben Niederschriften akademischer Disputationen sowie Kommentare zur Physik des Aristoteles zählen. Das Werk „summa logicae“ kam später noch dazu. In seinen philosophischen Werken begründet Ockham die neue Denkrichtung des Nominalismus, die als Vorläufer der modernen Wissenschaften betrachtet werden darf.

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Die Staatstheorie von Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Sittlichkeit und Freiheit sind laut Georg Wilhelm Friedrich Hegel voneinander abhängig und bilden eine Einheit. Für ihn ist jedoch erst im Rahmen des Staates die sittliche Freiheit in ihrer besten Form möglich. Den Staat definiert Hegel als die selbstbewusste sittliche Substanz, die Vereinigung des Prinzips der Familie und der bürgerlichen Gesellschaft.

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Rüdiger Safranski philosophiert über das Risiko

Der Philosoph Rüdiger Safranski postuliert einen ungeheuren Sicherheitskonsum in den hoch entwickelten Wohlfahrtsgesellschaften. Die Menschen lebten noch nie so sicher wie heute. Doch je größer die reale Sicherheit ist, desto größer ist die gefühlte Bedrohung. Das ist für Rüdiger Safranski die paradoxe Dialektik der Sicherheit. Auf der anderen Seite entsteht in einer Gesellschaft, die in Sicherheit lebt, der Wünsch Grenzsituationen zu erleben, um den Kick zu verspüren, den sie im Alltag nicht mehr erleben. Aber es kommen dazu in der Regel nur noch simulierte Grenzerlebnisse oder sichere Abenteuer in Frage.

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Der Journalismus der Boulevardzeitungen

Boulevardzeitungen wie die BILD, tz, AZ oder der Kölner Expresss, zeichnen sich durch eine schrille Schlagzeilen und ein schräges Layout aus. Die Sprache ist klar und einfach, für den Mann von der Straße, in leicht konsumierbare Portionen verpackt. Nicht das Gehirn des Lesers soll angesprochen werden, sondern sein Auge und seine niedrigen Gefühle. Komplizierte Sachverhalte werden vermieden, Losungen und Schlagworte dominieren.

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Der Naturphilosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schelling

Die einflussreichste und bekannteste Philosophie Friedrich Wilhelm Joseph Schellings ist seine Naturphilosophie. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling stellte die These auf, dass die Menschen nicht nur aus der Natur hervorgegangen sind, sondern auch ein Bestandteil der Prozesse bleiben, die in ihr stattfinden. Er stellte sich damit bewusst gegen die Theorie Fichtes, der das Universum als eine Schöpfung des lebenden Ichs aus lebloser Materie betrachtete.Für Friedrich Wilhelm Joseph Schelling dagegen war das Leben eine Schöpfung der Natur, die einmal eine Welt lebloser Materie war.

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Sechs Millionen Pilger strömen pro Jahr nach Lourdes

Die Tochter eines Müllers Bernadette Soubirous behauptete, am 11. Februar 1857 in einer Grotte in Lourdes der Heiligen Jungfrau begegnet zu sein. Es sollte nicht die letzte Begegnung bleiben. Noch 17 Mal sollte der armen, asthmakranken Bernadette die weiße Dame erscheinen. Dieses Ereignis sollte das Leben der Bewohner von Lourdes einschneidend verändern. Heute leben in Lourdes 15.000 Einwohner und nirgends in ganz Frankreich gibt es mehr Hotels als dort, außer in Paris. Zum 150jährigen Jubiläum der Wallfahrt am 11. Februar 2008 hatten sich 40.000 katholische Pilger aus aller Welt angemeldet.

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Djuna Barnes: „Jede Liebe bedeutet den Tod“

Die amerikanische Schriftstellerin Djuna Barnes hat sich mit ihrem grandiosen Buch „Nachtgewächs“ in die Weltliteratur des 20. Jahrhunderts eingereiht. Über dieses Werk schreibt Djuna Barnes 1935 an ihre Freundin Emily Coleman: „Nachtgewächs, einfach so, ein einem Wort, es klingt nach Nachtschatten, nach Gift und Nacht und Wald, und nach Zähigkeit, im fleischlichen Sinn.“ Das ist sehr harmlos umschrieben. In Wirklichkeit verbergen sich in dem Meisterwerk sexuelle Übertretungen, vom Missbrauch Minderjähriger bis zum Inzest und Abarten der Bigamie. Man kann das „Nachtgewächs“ auch als ein Sittenbild der Pariser Boheme der zwanziger Jahre betrachten.

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Der leidvolle Konflikt zwischen Frau und Mutter

Die französische Philosophin Elisabeth Badinter glaubt, dass es in Frankreich für Mütter in Zukunft nicht mehr so leicht sein wird, Beruf und Familie zu vereinbaren. Das französische Modell ist bedroht, denn es setzt sich immer mehr ein neues Bild der „guten Mutter“ durch. Viele Französinnen kehren zur traditionellen Mutterrolle zurück, indem sie Wegwerfwindeln und industrielle Babynahrung strikt ablehnen. Diese Frauen stillen ihre Kinder so lange es geht, gehen keinem Job nach und kümmern sich nur um ihren Nachwuchs. Elisabeth Badinter fürchtet, dass ich immer weniger Frauen in Frankreich diesem neuen Mutterbild verweigern können.

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Der liebenswürdige und unbeholfene James Stewart

James Stewarts schauspielerische Stärke lag auf der einen Seite in der ihm eigenen Liebenswürdigkeit und auf der anderen Seite in seiner reizend unbeholfenen Art. Durch seine schlaksige Tölpelhaftigkeit schien er sich zuerst nicht zum glamourösen Liebhaber zu eignen. So verliert er beispielsweise in dem Film „Mr. Smith geht nach Washington“ seinen Hut, als er der schönen Tochter seines Rivalen begegnet.

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Die wichtigsten Naturwissenschaftler im Porträt

In seinem Buch „Die wichtigsten Naturwissenschaftler im Porträt“ stellt Fritz Klein große Denker vor, die aus einem anderen Blickwinkel das Sehen der nachfolgenden Generationen von Naturwissenschaftlern neu prägten. Die Porträts sind chronologisch erfasst und beginnen bei den milesischen Naturphilosophen Thales von Milet, Anaximandros und Anaximenes. Sie enden bei Paul Ehrlich, Heinrich Rudolf Hertz und Max Planck. Fritz Klein ist emeritierter Professor für Wissenschaftsgeschichte. Er leitete bis zum Jahr 2000 in Marburg das in Deutschland einzigartige Institut für Geschichte der Pharmazie.

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Auguste Comte war einer der größten Denker Europas

Auguste Comte verwendet den Begriff Soziologie zum ersten Mal 1838 zu Beginn des vierten Bandes seines Hauptwerks „Cours de philosophie positive“. Die Entwicklung der Soziologie als Wissenschaft geht nach Comte im Rahmen einer allgemeinen Neuorientierung des menschlichen Geistes vor sich. Nach seinem Dreistandiengesetz muss jeder einzelne Zweig menschlichen Wissens durch drei theoretische Stadien hindurch, um zur Reife zu gelangen. Erstens durch das theologische oder fiktive, zweitens durch das metaphysische oder abstrakte um drittens zum wissenschaftlichen oder positiven Stadium zu gelangen. Im dritten Stadium werden alle Phänomene als unabänderlichen Gesetzen unterworfen gesehen, so dass sie durch Beobachtung und Experimente erforscht werden können.

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Cicero strebt im Staat eine gerechte Herrschaft an

Cicero definiert die Begriffe Staat und Volk wie folgt: „Staat, das ist die Sache des Volkes; Volk aber, das ist nicht ein jeder irgendwie zusammen gewürfelte Haufen von Menschen, sondern eine Versammlung einer Menge, die sich in der Anerkennung des Rechts und in der Gemeinsamkeit des Nutzens zusammengefunden hat“. Politik ist nach Ciceros Auffassung der Ausgleich zwischen egoistischem Denken an den eigenen Vorteil und dem Recht, das die Gleichheit des Gesetzes garantiert.

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Die Körpersprache ist der Handschuh der Seele

In seinem Buch „Der Gedanke lenkt den Körper“ will der Autor Stefan Spies sichere Erfolgsstrategien für einen souveränen Auftritt in allen Lebenslagen vermitteln. Er ist fest davon überzeugt, dass nur die innere Haltung und nicht äußere Effekte für einen gelungenen Auftritt verantwortlich sind. Er zeigt anhand von Schauspieltechniken, wie bislang ungenutztes Potential der Körpersprache eingesetzt werden kann. Stefan Spies gehört zu den führenden Coachs im Top-Management. Seit 1990 betreut er Vorstände von DAX-100-Unternehmen. Außerdem bildet er die Manager der Deutschen Telekom für Medienauftritte aus.

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Burn-out ist zu einem Massenphänomen geworden

Hunderttausende Deutsche erkranken jedes Jahr an ihrer Arbeit. Nicht nur der Körper der Menschen wehrt sich, in zunehmendem Maß erkrankt auch ihre Seele. In der Arbeitswelt greift die Krankheit Burn-out immer mehr um sich – die Merkmale sind Kopfweh, Traurigkeit und Erschöpfung. Der Burn-out entwickelt sich immer mehr zu einer Volkskrankheit in Deutschland. Selbst ein paar Wochen Urlaub richten diese Menschen nicht mehr auf, sie sind einfach ausgebrannt und werden depressiv. Seit Anfang der neunziger Jahre haben die psychischen Erkrankungen der Arbeitnehmer in Deutschland dramatisch zugenommen.

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Der politische Begriff des Konservatismus

Der Konservatismus galt vor noch gar nicht so langer Zeit in Deutschland als Schimpfwort. Selbst rechte Politiker wehrten sich zuweilen als konservativ bezeichnet zu werden. Mit dem Konservativismus verbanden die Deutschen das Erstarrte und Autoritäre, das Korrupte und ewig Gestrige. Alle diese Behauptungen tragen sicher einen Kern von Wahrheit in sich. Doch eigentlich möchte der Konservatismus nur das Bewährte vor einem zweifelhaften Fortschritt bewahren. Der Konservatismus hat also zwei Gesichter – er kann sowohl etwas Schlechtes wie Vorurteile oder Privilegien schützen als auch etwa gutes wie Rechtsstaatlichkeit und Freiheit verteidigen.

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Ulisse Aldrovandi verfasst das erste Arzneibuch

Ulisse Aldrovandi erkannte die Notwenigkeit unmittelbarer, persönlicher Beobachtung und den Wert exakter Abbildungen in naturwissenschaftlichen Büchern. Das war im Zeitalter der Renaissance ein großer Fortschritt. Er sagte von sich selbst, dass er niemals etwas beschrieben hätte, ohne es zuvor mit den eigenen Augen gesehen und die Anatomie seiner äußeren wie inneren Teile untersucht zu haben. Ulisse Aldrovandi studierte im Alter von 17 Jahren an der Universität von Bologna Philologie, Jura, Logik, Philosophie, Mathematik und Medizin.

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Die Geschichte von 2.500 Jahren Philosophie

Bryan Magee führt den Leser in diesem reich bebilderten Band durch die Geschichte des westlichen Denkens und zeigt ihm auf leicht verständliche Weise, wie auf die Grundfragen der Philosophie immer wieder neue Antworten gegeben wurden. Das Buch spiegelt die faszinierende Geschichte von 2.500 Jahren Philosophie: von der griechischen Antike bis zur Gegenwart. Was können wir über die Erde und die Welt wissen? und Was sollen wir tun? sind die Fragen, die die Philosophen immer wieder beschäftigt haben.

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Der Politiker und Erfinder Benjamin Franklin

Benjamin Franklin ist die beispielhafte Verkörperung, der Prototyp und Urahn der amerikanischen Vorstellung vom erfolgreichen Leben. Bereits als Zwanzigjähriger war Franklin von der Notwendigkeit überzeugt, sein Leben nach den Prinzipien von Sparsamkeit und Fleiß führen zu müssen, wollte er den gewünschten Erfolg erreichen. Zu Wohlstand gekommen, er hatte Anteile an einer Druckerei, an mehreren Zeitungen und anderen profitablen Unternehmungen, konnte er sich mit 42 Jahren aus dem aktiven Geschäftsleben zu zurückziehen und sich ganz seinen physikalischen Versuchen widmen. Die Erfindung des Blitzableiters machte ihn weltberühmt.

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Cicero: "Der Mensch soll nach der Wahrheit fragen"

Cicero hat sein ganzes Leben als Redner gewirkt und sich mit der Theorie der Rhetorik befasst. Für Cicero ist der Redner ein Verfechter der Wahrheit, der aufgrund seiner Sachkenntnis und seiner Überzeugungskraft Wort und Sache zusammenführt. In der Zeit, in der er von der Politik ausgeschlossen war, beschäftigte sich Cicero viel mit Philosophie. In seinen philosophischen Werken verfolgte er das Ziel, eine Gesamtdarstellung der damals bekannten Philosophie zu schreiben.

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Für Alain Badiou gibt es ewige Wahrheiten

Der französische Philosoph Alain Badiou unterscheidet in seinem neuen Buch „Logiken der Welten“, das gerade im Diaphanes-Verlag auf Deutsch erschienen ist, vier philosophische Wahrheitsprozeduren: Wissenschaft, Kunst, Politik und die Liebe. Die Mathematik, die Malerei, die Dichtung und die Liebe bringen ganz bestimmte Formen der Wahrheit hervor. Diese verschiedenen Wahrheiten zeichnen sich dadurch aus, dass sie universell sind, nicht aufzählbar, sich in der Unendlichkeit verlierend und immer erkennbar. Es gibt laut Alain Badiou so viele Wahrheiten, dass kein Mensch sie alle aufzählen könnte. Das sei aber auch gar nicht nötig, da man diese Wahrheiten nicht verfehlen könne, wenn man an sie denke.

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Der Universalnaturwissenschaftler Georges Cuvier

Der Naturwissenschaftler Georges Cuvier schuf mit seinen Werken die Grundlagen der vergleichenden Anatomie und der Paläontologie der Wirbeltiere als wissenschaftliche Disziplinen. Er untersuchte, sezierte und zeichnete fast alle damals bekannten Arten der Fauna. Außerdem erforschte er die Vielfalt der fossilen Knochen, die in verschiedenen Erdschichten entdeckt wurden, und wies nach, dass sie zu ausgestorbenen Tierarten gehörten.

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Grundeinkommen und Bildung gehören zusammen

Der Soziologe Wolfgang Engler legt in seinem Buch „Die unerhörte Freiheit schlüssig dar, warum er ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle, strikt ablehnt. Ihm gehen die Ansätze unorthodoxer linker Intellektueller oder des Unternehmers Götz Werner nicht weit genug. Er fügt zur Debatte über das Grundeinkommen die Problematik der Bildung hinzu. Der Autor ist seit Oktober 2005 Rektor an der Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin.

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Zum Tod des Literaturnobelpreisträgers José Saramago

Der portugiesische Literaturnobelpreisträger José Saramago ist am 18. Juni 2010 auf Lanzarote gestorben. Er war einer der letzten großen politischen Schriftsteller von Weltrang. In seinen Bücher, wie zum Beispiel in seinem Roman „Alle Namen“ stellt er allerdings auch immer wieder philosophische Fragen, die eine Antwort darauf suchen, woher der Mensch kommt, wohin er geht und ob sein Leben einer Grundstruktur folgt. Er will herausfinden, ob das Leben einen Sinn hat. Sein Fazit lautet, dass das Elend auf der Welt und der Tod sinnlos sind.

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