Markus Hengstschläger warnt vor der Durchschnittsfalle

Markus Hengstschläger kritisiert in seinem Buch „Die Durchschnittsfalle“ ein System, in dem alle Menschen möglichst nah an einem gemeinsamen Durchschnitt sind, weil dieses in keinerlei Weise für die Zukunft gerüstet ist. Er schreibt: „Das Problem ist die fehlende Varianz, die fehlende Individualität.“ Individualität ist laut Markus Hengstschläger das höchste Gut, wenn es darum geht, sich auf die Zukunft vorzubreiten, der Durchschnitt dagegen sinnlos und gefährlich. Wenn sich heute eine Gesellschaft optimal auf die Zukunft vorbereiten will, muss es ihr Ziel sein, jedem Einzelnen die Chance zu geben, seine individuellen Leistungsvoraussetzungen zu entdecken und sie durch harte Arbeit in eine besondere Leistung zu verwandeln. Im Alter von 16 Jahren war Markus Hengstschläger als Punk unterwegs. Mit 24 Jahren promovierte er zum Doktor der Genetik und wurde elf Jahre später zum jüngsten Universitätsprofessor für Medizinische Genetik berufen.

Eine Gesellschaft kann auf kein einziges Talent verzichten

Erfolg ist für Markus Hengstschläger immer das Ergebnis der Wechselwirkung aus Genetik und Umwelt. Er schreibt: „Gene sind wie Bleistift und Papier, aber die Geschichte schreiben wir selbst.“ Zudem ist er fest davon überzeugt, dass eine Gesellschaft auf kein einziges Talent verzichten kann, egal ob beim Kleinkind oder den Großeltern. Zudem braucht ein System Abweichler wie Albert Einstein oder Auffaller wie Sigmund Freud, wenn nicht alles beim Alten bleiben soll.

Die Grundthese, die Markus Hengstschläger im Buch „Die Durchschnittsfalle“ vertritt, lautet, dass die Elite jeder Einzelne von uns ist und sein kann und es folglich so viele Eliten wie Menschen gibt. Ein anderes Motto seines Buches heißt: „Die Talente von heute sind die Antworten von morgen.“ Der eigentliche Grund aber dieses Buch zu schreiben, war die Frage, woher Menschen den Mut und die Motivation nehmen, aus der Reihe zu tanzen. Markus Hengstschläger klagt: „Was ich so sehr vermisse, ist die Bereitschaft, Neues, sich im Bisherigen Unterscheidendes zu tun.“

Jeder Mensch verfügt über besondere individuelle Begabungen

Um festzustellen, ob ein Mensch wirklich etwas Neues, etwas noch nie Dagewesenes geschaffen hat, muss er laut Markus Hengstschläger die Voraussetzungen, den aktuellen Stand der Dinge, die Geschichte kennen. Er schreibt: „Wer den Wert der gegenwärtigen Leistung für die Zukunft einschätzen will, muss die Vergangenheit kennen.“ Zudem fordert der Autor, dass es wieder „in“, „cool“ und erstrebenswert werden muss, anders zu sein und hart und viel an der Perfektionierung einer Sache zu arbeiten.

Markus Hengstschläger ist fest davon überzeugt, dass jeder von uns, seien es Kinder, Schüler oder Mitarbeiter über besondere individuelle Begabungen verfügen. Er schreibt am Ende seines Buches: „Einmal spielen dabei Gene eine größere Rolle, einmal eine geringere. Werten kann man sie nicht – kein Talent ist mehr wert als das andere. Um in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen wir nur sicherstellen, dass jeder seine Begabungen entdecken und beitragen kann.“

Die Durchschnittsfalle

Gene – Talente – Chancen

Markus Hengstschläger

Verlag: Ecowin

Gebundene Ausgabe: 185 Seiten, Auflage: 2012

ISBN: 978-3-7110-0022-4, 21,90 Euro

Von Hans Klumbies

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