Marc Beise: "Der Staat plündert die Mittelschicht aus"

Marc Beise stellt in seinem Buch „Die Ausplünderung der Mittelschicht“ die These auf, dass in den Zeiten der Finanzkrise und den daraus resultierenden stetig wachsenden Geldproblemen des Staates, die Mittelschicht immer mehr abgezockt wird. Sein Buch ist ein Hilferuf aus der Mitte der Gesellschaft und ein Plädoyer für eine andere Politik in Deutschland, die die Eigenverantwortung der Bürger fördert und belohnt. Der Autor Marc Beise leitet die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung in München und veröffentlichte 2007 das Buch „Deutschland – falsch regiert“. Und an diesem schlechten Zustand hat sich seitdem wenig geändert.

Die Marktwirtschaft kann aus der Krise sogar gestärkt hervorgehen

Laut Marc Beise darf man Deutschland mit Fug und Recht einen vormundschaftlichen Staat nennen. Denn dieser ausgreifende, eingreifende Staat ist aktiver denn je. Das sind die schlechtesten Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Dynamik, die für den Erfolg der deutschen Mittelschicht so wichtig ist. Marc Beise beschreibt nicht nur die Finanzkrise und die ungerechtfertigte Kritik am Kapitalismus und Neoliberalismus, die in vielen Fällen dem Nichtverstehen der Begriffe geschuldet ist.

Er ist auch davon überzeugt, dass nach aller Erfahrung die Marktwirtschaft zum Wohle der Menschen diese Krise ebenfalls meistern wird und womöglich sogar aus ihr gestärkt hervorgeht, wenn die Politik und die Gesellschaft die richtigen Konsequenzen aus ihr ziehen. Entscheidend wird es sein, die Wirtschaftskraft Deutschlands zu stärken und nicht weiter durch Umverteilung zu schwächen.

Der Staat hat den Rettungsschirm für die Freiheit der Menschen vergessen

Die Mittelschicht verabschiedet sich von Deutschland! So lautet eine weitere These des Autors. Sie verschwindet leise und unauffällig. Würde der Trend anhalten, die Folgen für die Nation wären schrecklich. In der Wirtschaft würde die Leistungsbereitschaft verloren gehen, die Innovationskraft zurückgehen und die Menschen sich in die innere oder tatsächliche Immigration verabschieden. All dies würde zu einer Schwächung der Demokratie, einem Verfall der Volksparteien und im schlimmsten Fall zu einer Radikalisierung der Bevölkerung führen.

Grundsätzlich plädiert Marc Beise für mehr Freiheit und weniger Regeln in Deutschland. Der Staat muss sich selbst beschränken. Er soll nur die Normen setzen, die einen allgemeingültigen, verlässlichen Rahmen schaffen – den Rechtsstaat – dem Einzelnen aber die Entscheidung über all das belassen, was von den Besonderheiten des Einzelfalls abhängt, die der Bürger am besten selbst beurteilen kann. Bei allen Rettungsschirmen, die der Staat in der jüngsten Vergangenheit aufgespannt hat, hat er den Rettungsschirm für den freiheitsberechtigten Menschen vergessen.

Neun Regeln für eigenverantwortliches Handeln

Im letzten Kapitel seines Buchs zählt Marc Beise neun Gebote auf, die Hilfe zur Selbsthilfe anbieten sollen. Denn der engagierte Autor fühlt sich von der Politik im Stich gelassen. Obwohl er spürbar an den Zuständen in Deutschland leidet, will er sich den Glauben an eine bessere Welt nicht nehmen lassen – und das ist gut so. Deshalb hat er auch die neun Regeln für eigenverantwortliches Handeln aufgestellt, nicht nur zum eigenen Wohle, sondern auch zur Stärkung der Marktwirtschaft, die er mit Leidenschaft gegen ungerechtfertigte Angriffe verteidigt.

Die Ausplünderung der Mittelschicht
Marc Beise
Verlag: DVA
Gebundene Ausgabe: 222 Seiten, Auflage: 2009
ISBN: 978-3-421-04420-4, 19,95 Euro

Von Hans Klumbies

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