Gottfried Wilhelm Leibniz gilt als der Optimist unter den Philosophen

Gemeinhin gilt unter den Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716) als der Optimist im wahrsten Sinne des Wortes – insbesondere, weil Optimismus vom lateinischen „Optimum“ (das Beste) abgeleitet ist und Gottfried Wilhelm Leibniz die reale Welt als die bestmögliche betrachtet. Dieser Denker zählt zu den letzten Universalgelehrten, der als studierter Jurist leidenschaftlich Mathematik und Naturwissenschaften betrieb. Ludger Pfeil erklärt: „Er erfand das duale Rechnen, dass ausschlich Nullen und Einsen kennt, und eine dazu passende Rechenmaschine.“ Daneben vertiefte er als politischer Berater des Hauses Hannover sein Interesse an Ökonomie und Geschichtswissenschaft. Seine unermüdliche Suche nach Harmonie prädestinierte ihn dabei zum Diplomaten. Der Philosoph Dr. Ludger Pfeil machte nach seinem Studium Karriere in der Wirtschaft als Projektleiter und Führungskraft und ist als Managementberater tätig.

Allein Gott ist vollkommen

In seiner „Theodicee“, einer Studie, die die Gerechtigkeit Gottes erweisen soll, versucht Gottfried Wilhelm Leibniz schlüssig abzuleiten, dass die vorhandene Welt die beste aller möglichen ist. Mathematische Logik allein genügt dazu nicht; hier muss er erwartungsgemäß schweres theologisches Argumentationsgeschütz auffahren: Weil Gott unbezweifelbarer Weise gut ist, für die Menschen nur das Beste will und nach der allerhöchsten Vernunft handelt, konnte er gar nicht anders, als aus den unzähligen ihm vorschwebenden Welten in der Summe beste auswählen, an der sich dann aber auch nicht mehr als kleinste Kleinigkeiten verbessern ließe.

Da allein Gott vollkommen ist, kann seine Schöpfung es bereits nicht mehr komplett sein. Wenn sie bedauerlicherweise einige Übel enthält, dann nur, weil deren Beseitigung andere stärker negative Seiteneffekte mit sich gebracht hätte. Ludger Pfeil erläutert: „Das moralische Böse ist unserer Willensfreiheit geschuldet, auf die Gott und wir gleich großen Wert legen, und physischer Schmerz entsteht zu einem nicht unerheblichen Teil erst aus unseren Verfehlungen.“ Aufgrund dieses Gesamtzusammenhangs bestreitet Gottfried Wilhelm Leibniz, dass eine Welt ohne Sünde und Leid optimal eingerichtet wäre.

Beim Bösen handelt es sich um eine Art moralischer Täuschung

Gottfried Wilhelm Leibniz schreibt: „Denn in jeder der möglichen Welten ist alles verknüpft; wie auch das Universum sein mag, so ist es doch von einem Stück, wie ein Ozean; die leiseste Bewegung dehnt ihre Wirkung auf die weiteste Entfernung aus, wenn auch diese Wirkung nach Verhältnis der Entfernung schwächer wird.“ Gottfried Wilhelm Leibniz setzt in der Begründung seiner optimistischen Einstellung unerschütterliches Vertrauen auf die Güte und Allmacht Gottes, der die Stimmigkeit des Universums garantiert und das Böse nur als unerwünschte Nebenwirkung der Freiheit der Menschen zulässt.

Sokrates lässt in Platons gleichnamigen Dialog mit dem jungen Menon das Böse nur als mangelnde Einsicht und Verkennung des Guten gelten und trägt damit schon früh den Optimismus in die Ethik. Er versucht, dem Mann aus Thessalien klarzumachen, dass keiner das Böse bei vollem Bewusstsein als Selbstzweck will. Es handele sich vielmehr um eine Art moralischer Täuschung: Man strebt eigentlich das Gute an, verwechselt es aber mit dem Bösen. Wer Böses will und seine Ziele erreicht, ist selbst am meisten gestraft – seine Seele leidet, auch wenn ihm die Einsicht in seine Krankheit fehlt. Quelle: „Du lebst, was du denkst“ von Ludger Pfeil

Von Hans Klumbies

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