Albert Camus stellt sich sogar Sisyphos als glücklichen Menschen vor

Eine nüchterne Art der Lebensbejahung vertritt der in Algerien geborene französische Philosoph und Schriftsteller Albert Camus (1913 – 1960). Ludger Pfeil erläutert: „Er will sich sogar Sisyphos, der zum Synonym für den erfolglosen, niemals zum Ende kommenden Arbeiter wurde, als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ Die tragische Figur aus der griechischen Mythologie hatte sich dem Tod nicht ergeben wollen und muss zur Strafe für seine lebensverlängernden Tricks, die ihm immerhin einige zusätzliche Jahre beschert hatten, einen riesigen Stein einen Berg hinaufwälzen. Oben angekommen, rollt der Fels dann unvermeidlicherweise wieder hinunter, wo die Plackerei aufs Neue beginnt. Sisyphos wird so die Arbeit bis in alle Ewigkeiten nicht ausgehen. Der Philosoph Dr. Ludger Pfeil machte nach seinem Studium Karriere in der Wirtschaft als Projektleiter und Führungskraft und ist als Managementberater tätig.

Sisyphos ist ein Held des Absurden

Bei Albert Camus gelingt es Sisyphos, seine stetige Wiederaufnahme dieser für ihn – völlig durchschaubar – nie zu einem Ziel führenden und hoffnungslosen Anstrengung als seine persönliche Revolte gegen das Schicksal zu begreifen, in der er seinen Sinn selbst setzt und damit seine Unschuld und Freiheit beweist. Er wird so als „Held des Absurden“ zu einem Vorbild für alle Menschen, das sie anspornt, den persönlichen Irrwitz ihres Lebens aus frei gewähltem Entschluss und ohne Rückgriff auf einen göttlichen Zusammenhang bereitwillig anzunehmen.

Ludger Pfeil erklärt: „Selbst in solch auswegloser Lage, in der Albert Camus das Spiegelbild der Grundverfassung des Menschen zu erkennen meint, lehnt er jede Ausflucht in sich als falsch erweisende Hoffnungen auf einen wohlmeinenden Gott oder eine zum Besseren fortschreitende Geschichte ab.“ Die trotzige und stolze Existenz im nackten Angesicht dieser unerbittlichen Situation ist alles, was uns bleibt, und muss dennoch zum Glück genügen.“ Albert Camus Glücksgebot richtet sich an alle, die der Überdruss an einem durch Routine langweilig gewordenen Leben zum Bewusstsein seiner Absurdität führt.

Albert Camus akzeptiert keine übersinnlichen transzendentalen Lösungen der Sinnfrage

Albert Camus verzichtet darauf, die Sinnlosigkeit des menschlichen Lebens ideologisch zu verbrämen oder übersinnliche transzendentale Lösungen der Sinnfrage zu akzeptieren, sondern plädiert dafür, seine Aufgabe im Vollzug einer absurden, weil unerfüllbaren Sinnsuche anzunehmen. Ludger Pfeil stellt fest: „Das ist sicher die illusionsloseste Variante, dem Leben und der Welt seinen Segen zu geben.“ Die meisten Glücksfinder betrachten ihr Dasein als sinnhaft und wertvoll. Sie glauben an das Gute im Menschen und in der Welt.

Aus einem Grundgefühl des Gut-aufgehoben-Seins heraus ist die Entscheidung zum Optimismus ihre Antwort auf die Fragilität des Menschlichen. Die Basis für ihre Überzeugung finden sie meist in der Vorstellung eines harmonischen Universums – entweder auf dem Hintergrund eines religiösen Glaubens an ein dem Menschen wohlgesinntes Wesen oder im Vertrauen auf einen größeren geistigen Zusammenhang, der der Vernunft den Endsieg über alle Irrationalität bescheren wird, wie es Platon und den Philosophen des deutschen Idealismus von Immanuel Kant über Johann Gottlieb Fichte und Georg Wilhelm Friedrich Hegel bis zum frühen Friedrich Wilhelm Joseph Schelling gemeinsam ist. Quelle: „Du lebst, was du denkst“ von Ludger Pfeil

Von Hans Klumbies

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