„Letters of Note“ enthält 125 außergewöhnliche Briefe

Das Buch „Letters of Note“ ist eine Sammlung von 125 der unterhaltsamsten, inspirierendsten und ungewöhnlichste Briefe der Weltgeschichte. Der Herausgeber Shaun Usher betreibt die populäre Website gleichen Namens, eine Art Museum des Schriftverkehrs im Internet. Seite Internetseite wurde bereits von über 70 Millionen Menschen besucht. „Letters of Note zelebriert und dokumentiert die Faszination der geschriebenen Korrespondenz mit all dem Humor, der Ernsthaftigkeit, der Traurigkeit und Verrücktheit, die das menschliche Leben ausmachen. Im seinem Vorwort schreibt Shaun Usher: „Ich hoffe sehr, dieser Band wird dazu beitragen, die Wichtigkeit und den unvergleichlichen Charme der altmodischen Korrespondenz zu verdeutlichen, gerade in unserer Zeit der Digitalisierung, in der die Kunst des Briefeschreibens immer mehr in Vergessenheit gerät.“ „Letters of Note“ enthält unter anderem Liebesbriefe, Absageschreiben, Fanpost und Entschuldigungsschreiben.

Virginia Woolf kündigt ihrem Mann ihren Selbstmord an

Jeder einzelne Brief in „Letters of Note“ wurde von den besten Grafikdesignern angemessen in Szene gesetzt. Wo immer es möglich war, sind die Originaldokumente abgedruckt, mal handgeschrieben, mal getippt, mal eingraviert. In den Fällen, in denen ein Abdruck des Originals nicht möglich war, ergänzen Illustrationen und Fotos die Briefe. Shaun Usher hofft, dass der eine oder andere Leser seines Buchs dazu verleitetet wird, selbst wieder einmal zu Stift und Papier zu greifen oder auch die gute alte Schreibmaschine zu entstauben und einen eigenen Letter of Note zu schreiben.

„Letters of Note“ enthält Briefe von Virginia Woolf, Albert Einstein, Zelda Fitzgerald, Leonardo da Vinci, Fidel Castro, Elvis Presley, John F. Kennedy, Charles Darwin, Mick Jagger, Katherine Hepburn, Fjodor Dostojewski und vielen anderen. So schreibt beispielsweise Virginia Woolf vor ihrem Selbstmord im März 1941 an ihren Ehemann Leonard Woolf: „Ich spüre mit aller Gewissheit, dass ich wieder verrückt werde. […] Hätte es in menschlicher Macht gestanden, mich zu retten, Du wärest mein Retter gewesen. Ich habe alles verloren, bis auf die Gewissheit, wie herzensgut Du bist. Ich kann und will Dein Leben nicht länger zerstören. Ich glaube nicht, dass jemals zwei Menschen glücklicher waren als wir.“

F. Scott Fitzgerald bittet Ernest Hemingway um eine Buchkritik

Ein anderer Brief stammt von dem italienischen Universalgelehrten Leonardo da Vinci, in dem er sich um eine Anstellung am Hof des Fürsten Ludovico Sforza bewirbt. Da er wusste, dass der Fürst in erster Linie Ingenieure für Waffentechnik suchte, stellte er in seinem Schreiben eine Zehn-Punkte-Liste seiner scheinbar unendlichen Talente als Erfinder zusammen. Erst am Ende seines Briefs weist er auf sein Genie als Künstler hin. Leonardo da Vinci erhielt eine Stelle bei Ludovico Sforza, der ihm zehn Jahre später auf den Auftrag für das weltberühmte Wandgemälde „Das Abendmahl“ erteilte.

Am 10. Mai bittet der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald seinen Kollegen Ernest Hemingway um seine Meinung zu seinem Buch „Zärtlich ist die Nacht“. Seine Antwort lautet: „Es hat mir gefallen und auch wieder nicht gefallen. […] Um Gottes Willen, Scott, schreib, und schreib wahrhaftig, ganz egal, wer oder was sich dadurch verletzt fühlt, aber hör auf mit diesen dämlichen Kompromissen. […] Du bist heute zweimal so gut wie damals, als Du Dich so großartig fandest. Du weißt, dass ich seinerzeit von Gatsby nicht allzu viel gehalten habe. […] Alles, was Du tun musst, ist wahrhaftig schreiben und Dich nicht darum scheren, was für ein Schicksal Dein Geschriebenes ereilt. Mach weiter und schreib.“

Letters of Note
Briefe, die die Welt bedeuten
Shaun Usher (Hrsg.)
Verlag: Heyne
Gebundene Ausgabe: 408 Seiten, 4. Auflage: 2015

Von Hans Klumbies

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.