Optimisten sind Pessimisten haushoch überlegen

Jens Weidner vertritt in seinem Buch „Optimismus“, dass es Optimisten besser geht, weil zu zufriedener, hoffnungsvoller, erfolgreicher und den Pessimisten damit haushoch überlegen sind. Der Autor hat keinen klassischen Ratgeber geschrieben, der dem Leser sagt, was er tun oder lassen soll, aber es liefert alle Zutaten, die man braucht, um ein Optimist zu werden und zu bleiben. Denn der Optimismus kommt nicht von allein, man muss schon dafür arbeiten. Und wer es im Leben ganz weit bringen möchte, sollte möglichst viel Energie darauf verwenden, ein herausragender Optimist zu werden, der sich durch nichts erschüttern lässt. Mit einer optimistischen Einstellung zum Leben lassen sich hohe Ziele mit höherer Wahrscheinlichkeit erreichen, denn der Glaube ans Gelingen kann Berge versetzen. Jens Weidner ist Professor für Erziehungswissenschaften und Kriminologie.

Der Optimismus ist der Motor des Kapitalismus

Jens Weidner möchte viele Menschen für den Optimismus, sowohl im Beruf als auch im Privatleben, gewinnen: „Weil Optimismus ein tolles Lebensgefühl ist, weil er auch den Mitmenschen und Kollegen das Leben verschönert, weil er die Gesundheit fördert, und weil er im Beruf ein echter Erfolgsfaktor ist.“ Optimismus kann Erfolge verfestigen und Karrieren fördern. Für den Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman ist der Optimismus sogar der Motor des Kapitalismus. Der Optimismus macht einen Menschen zufrieden, weil er ihm hilft, das Leben positiv zu sehen, selbst wenn gerade einmal nicht alles optimal verläuft.

Jens Weidner stellt klar, dass sich Optimisten untereinander unterscheiden und beantwortet unter anderem folgende Fragen: Warum verbiegt sich der Zweckoptimist die Realität? Warum hat der naive Optimist eine Allergie gegen Prävention? Warum setzt der heimliche Optimist auf sein kleines Glück? In einem Test kann der Leser herausfinden, zu welcher Kategorie der Optimisten er zählt. Darüber hinaus erklärt er, warum man Pessimisten durchaus schätzen sollte, ohne aber selbst einer zu werden.

Kritiker sind ein erstklassiges Frühwarnsystem

Lebenslanges Lernen fördert den Optimismus, so lautet eine weitere These von Jens Weidner. Wer lebenslang lernt, auch noch mit dreißig, mit fünfzig, mit sechzig Jahren vervielfältigt sein Wissen um ein Vielfaches, hat unterschiedlichste Lösungsstrategien im Hinterkopf, kann zielführender, erfolgreicher agieren und kommt damit schlichtweg weiter als andere. Auf einer Karriereleiter stößt jeder einmal an seine Grenzen – es geht scheinbar nicht weiter. Optimisten haben in diesen Krisen die richtige Einstellung und nehmen es sportlich wie der ehemalige Montblanc-Chef Wolff Heinrichsdorff: „Optimisten beklagen sich nicht über die Säure einer Zitrone. Sie machen Limonade daraus.“

Im letzten Kapitel erklärt Jens Weidner wie man Betrüger erkennt, die Optimismus nur vortäuschen. Denn der Optimismus ist keine stabile Größe, sondern kann durch Schicksalsschläge oder Betrügereien durchaus auf eine harte Probe gestellt werden. Den Schluss des Buchs „Optimismus“ bilden 25 Praxistipps für mehr Optimismus. Tipp 6 lautet zum Beispiel: „Schätzen und pflegen sie konstruktive Kritiker in Ihrem Umfeld (ohne selbst einer zu werden), denn Kritiker sind ein erstklassiges Frühwarnsystem für drohenden Ärger und vor einer rosaroten Brille.“

Optimismus
Warum manche weiter kommen als andere
Jens Weidner
Verlag: Campus
Broschierte Ausgabe: 218 Seiten, Auflage: 2017
ISBN: 978-3-593-50741-5, 19,95 Euro

Von Hans Klumbies


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