Die Dampfmaschine von James Watt verändert die Welt

Die wesentliche Leistung von James Watt ist die in den Jahren 1765 bis 1784 entwickelte Dampfmaschine, die eine neue Epoche der Industriellen Revolution einleitete. Mit der Maschine war es möglich, die in der Kohle gespeicherten Wärmekräfte in mechanische Energie umzuwandeln. Ein weiterer großer Vorteil der Dampfmaschine war, dass sie jederzeit und überall zur Verfügung stand und unabhängig beherrscht werden konnte. Mechanische Energie wurde zu Ware. James Watt wurde 1736 in Greenock in Schottland geboren. Er war zunächst dafür bestimmt, den elterlichen Betrieb zu übernehmen, entschloss sich aber dann Instrumentenbauer zu werden.

James Watt entdeckt, dass Dampfmaschinen viel Energie verlieren

1754 reiste James Watt nach Glasgow, um sich Wissen auf den Gebieten der praktischen Mathematik und Physik anzueignen. Ein Jahr später ging er nach London, um seine Kenntnisse auf dem Gebiet der Feinmechanik zu vervollkommnen. 1756 kehrte er nach einjähriger Lehrzeit nach Glasgow zurück. Dort übernahm ihn die Universität 1757 als „Mathematical-instrument-maker to the University“ und richtete ihm eine Werkstatt ein.

Im Jahr 1763 wurde sein Interesse für die Dampfmaschine geweckt. Er erhielt eine Dampfmaschine von Newcomen zur Reparatur, womit er sich im Winter 1763/64 intensiv beschäftigte. Dabei stellte James Watt fest, dass bei dieser Konstruktion ungewöhnlich viel Energie verloren ging. Nun dachte er darüber nach, wie eine Dampfmaschine konstruiert werden müsse, die nicht so einen großen Wärmeverlust aufwies.

Die Dampfmaschinen von James Watt sparen drei Viertel des Brennstoffs

Im Mai 1765 kam James Watt die entscheidende Idee: Wenn bei Dampfeintritt ein heißer, bei der Kondensation jedoch ein möglichst kalter Zylinder notwendig ist, gibt es nur eine Lösung: man muss neben den Zylinder, in dem der Kolben läuft und er immer heiß bleiben soll, einen zweiten Zylinder setzen, ein ständig kaltes Gefäß, den Kondensator. In diesen stürzt der Dampf als eine elastische Flüssigkeit hinein, sobald ihm der Weg freigegeben wird, und verdichtet sich.

Ein zweiter wichtiger Schritt war, den Zylinder abzuschließen, damit die kalte Luft eindringen konnte. Überdies wurde eine Luftpumpe angebracht, um Luft und warmes Kondenswasser aus dem Kondensator zu entfernen. 1769 erhielt James Watt für seine Erfindung das englische Patent Nr. 913. Um die Dampfmaschine zur Serienreife weiterzuentwickeln, siedelte Watt 1774 nach Soho um und ging 1775 eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Unternehmer Boulton ein, die bis zum Jahr 1800 befristet war.

Die Dampfmaschine ermöglicht den Aufstieg der englischen Textilindustrie

Im März 1776 konnten Boulton & Watts zwei Dampfmaschinen aufstellen, die eine in einem Bergwerk zur Wasserhaltung, die andere für Wilkinsons Eisenhütte zum Gebläseantrieb. Ein Jahr später wurden weitere Maschinen im Bergbaugebiet von Cornwall in Betrieb genommen. Die Dampfmaschine von Watt sparte gegenüber dem Vorgängermodell von Newcomen drei Viertel an Brennstoff.

Als nächstes konstruierte James Watt eine Dampfmaschine, die ihre Kraft über die Drehbewegung abgab, die in zahlreichen weiteren Industriezweigen eingesetzt werden konnte. Ab 1785 in der Baumwollspinnerei, was den unglaublich raschen Aufstieg der englischen Textilindustrie ermöglichte. Auch bei Getreidemühlen konnte der Dampf nun als Antriebskraft wirken.

Ganz Europa trauert um James Watt

Die erste Dampfmühle war die Albion Mill, in der zwischen den Jahren 1786 und 1789 zwei Dampfmaschinen mit je 50 PS Leistung montiert wurden. Watt benutzte zur Regulierung der Drehzahl den Fliehkraftregler mit Drosselklappe. Zwischen 1775 und 1800 produzierte das Unternehmen Boulton & Watts etwa 500 Dampfmaschinen. Mit dem Erfolg der neuen Dampfmaschine stieg Watts Ansehen und Vermögen. 1785 wurde er in die Royal Society aufgenommen, 1806 verlieh im die Universität von Glasgow die Ehrendoktorwürde.

Als 1800 die Partnerschaft mit Boulton zu Ende ging, zog sich James Watt aus dem Geschäft mit Dampfmaschinen zurück. Auch im Alter beschäftigte er sich stets mit erfinderischen Gedanken. Als er 1819 starb, trauerte ganz Europa um den außergewöhnlichen Ingenieur. 1824 wurde sein Denkmal in der Westminster-Abtei enthüllt.

Von Hans Klumbies


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