„Shape of Water“ von Guillermo del Toro ist für dreizehn Oscars nominiert

Guillermo del Toros neuer Film „Shape of Water“ – Das Flüstern des Wassers – gilt mit dreizehn Nominierungen als Favorit bei der Verleihung der diesjährigen Oscars. Schon längst ist der mexikanische Regisseur kein Geheimtipp mehr. Gemeinsam mit seinen Landsleuten Gonzáles Iñárritu und Alfonso Cuarón zählt Guillermo del Toro zu den Star-Regisseuren in Hollywood. Spezialisiert auf Fantasy und Horror, begeisterte er ein globales Publikum mit so unterschiedlichen Filmen wie dem rot-gehörten Superhelden „Hellboy“ (2004), dem Märchendrama „Pans Labyrinth“ (2006) und dem Actionfilm „Pacific Rim“ (2013). Der 53-jährige Regisseur sagt über sich selbst: „Ich kann in jedem Format meine Filme drehen, solange ich meine eigenen Geschichten erzähle. Manchmal mache ich einen Film für eine Million Dollar, manchmal für 195 Millionen Dollar – aber ich wechsle ab. Sonst werde ich süchtig.“

Guillermo del Toro versetzt seine Liebesgeschichte mit Elementen des Noir-Thrillers

Der Film „Shape of Water“ kostete bescheidene 20 Millionen Dollar und erzählt die Geschichte einer stummen Frau (Sally Hawkins), die während des Kalten Krieges in einem Hochsicherheitslabor der amerikanischen Regierung arbeitet. Dort wird ein mysteriöses Fischwesen gefangen gehalten und vom Laborleiter (Michael Shannon) brutal misshandelt. Guillermo del Toro untersetzt seine außergewöhnliche Liebesgeschichte mit Elementen eines Noir-Thrillers und macht sie zu einer Parabel der aktuellen Politik.

Regisseur Guillermo del Toro erzählt: „Mein Film ist das Gegenteil von unserer Gegenwart. Heute leben wir in einer Zeit voller Hass und Segregation. Aber ich glaube an die Möglichkeiten des Humanismus. Mein Film dreht auch die Konventionen des Horrorfilms und des Noir-Thrillers um: Normalerweise ist das Monster, das die junge Frau weg trägt, ein Horrorbild, doch bei mir ist es von großer Schönheit.“ Sein Film „Shape of Water“ nähert sich dem Horrorfilm mit einem märchenhaften Ansatz. Guillermo del Toro findet Märchen generell sehr politisch.

Bei Guillermo del Toro ist das Wasser stark mit Erotik verbunden

Auf die Frage, warum ihm Wasser für den Film „Shape of Water“ so wichtig war, zitiert Guillermo del Toro den Schauspieler Bruce Lee: „Wasser ist das stärkste Element – weil es keine bestimmte Form hat.“ Es nimmt immer die Form an, die man ihm gibt. Guillermo del Toro ergänzt: „Mit der Liebe ist es das Gleiche: Liebe nimmt die Gestalt jener Person an, in die man sie hinein gießt. Ich wollte die Liebesgeschichte zwischen zwei völlig unterschiedlichen Kreaturen zeigen. Wenn man sich verliebt, spielt Ideologie keine Rolle mehr.“

Egal, ob die Person eine andere Religion, eine andere Hautfarbe hat oder vom gleichen Geschlecht ist: Liebe braucht keine Erlaubnis. Wenn man sich verliebt, spielt das alles keine Rolle mehr. Guillermo del Toro sagt: „Ich hätte meinen Film auch genauso gut „Shape of Love“ nennen können.“ Bei Guillermo del Toro ist das Wasser auch stark mit Erotik verbunden. Da das Wasser für ihn sinnliche Qualitäten hat, beginnt er den Film auch damit, dass die Heldin in der Badewanne masturbiert. Guillermo del Toro fügt hinzu: „Ich wollte keinen Disney-Film wie „Die Schöne und das Biest“ machen, wo alles ganz puritanisch abläuft und niemand Sex hat. Ich bin Mexikaner! Alles geht – und warum auch nicht? Die Frau und der Fischmann verlieben sich und schlafen miteinander. Das hat nichts mit Perversion oder Subversion zu tun, sondern ist einfach nur schön.“ Quelle: Kurier

Von Hans Klumbies

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