Nobelpreisträger wollen der Welt ihre Geheimnisse entlocken

Für sein Projekt „Nobelpreisträger im Porträt“ reist der Fotograf Peter Badge seit dem Jahr 2000 rund um die Welt. Über 400 Begegnungen mit genialen Denkern verschafften ihm unvergleichliche Einblicke in die Welt derer, „die der Menschheit den größten Nutzen brachten“, wie es Alfred Nobel in seinem Testament formulierte. Zusammen mit der Autorin Sandra Zarrinbal hat er jetzt seine Eindrücke von den Treffen mit den Genies in dem Buch „Geniale Begegnungen“ verarbeitet. Peter Badge will mit seinen Fotos ein wenig von der Persönlichkeit der Nobelpreisträger vermitteln, die trotz der ausdrücklichen Auszeichnung der Person ja doch hinter der Leistung verschwindet. Und er war neugierig auf „den Nobelpreisträger, das unbekannte Wesen“. Oft hat er dabei den Satz gehört: „Wissenschaft ist wie ein Krimi. Man weiß, wo man beginnt, aber man weiß nie, wo man ankommt.“

Intelligenz und Genialität zeichnen die Nobelpreisträger aus

Was Peter Badge bewegt, von seinen Begegnungen zu erzählen, von ihren einzigartigen, berührenden, skurrilen, überraschenden, auch banalen und beängstigenden Momenten, das ist die eindringliche Botschaft, dass es sich jederzeit lohnt, dieser Welt ihre Geheimnisse zu entlocken. Peter Badge fügt hinzu: „Die Nobelpreisträger zeichnet aus, dass sie genau das wollen. Sie resignieren nicht angesichts der Größe einer Aufgabe, der scheinbaren Unlösbarkeit eines Problems, der Undurchdringlichkeit einer Materie.“

Dass es bei den Leistungen der Nobelpreisträger um Herausragendes geht, stehe außer Zweifel. Oft können Menschen eine Entdeckung oder Erfindung mit Dingen ihres Alltags in Verbindung bringen und dann selbst die Dimension der dahintersteckenden Leistung ermessen, aber nicht immer erschließt sich dem Laien die Genialität dieser oder jener Arbeit. Der Fokus des Werks von Peter Badge liegt auf dem Menschen, seiner Persönlichkeit außerhalb der Attribute, die die Laureaten selbstverständlich auszeichnen: Begabung, Intelligenz, Genialität.

Nobelpreisträger haben oft regelrechte Zweitbegabungen

Nach seinen vielen Treffen mit den Nobelpreisträgern ist sich Peter Badge ganz sicher: „Herausragende Leistungen auf einem bestimmten Gebiet erzielen gerade nicht die „Fachidioten“!“ Denn Spitzenleistungen erfordern den multiplen Begabten, den vielseitig interessierten, jederzeit unersättlichen, sich im Austausch mit anderen bewegenden Geist. Nobelpreisträger beschäftigen sich intensiv und voller Leidenschaft auch mit ganz anderem als „ihrer“ Wissenschaft. Sehr viele, die meisten, haben regelrechte Zweitbegabungen.

Das Wichtigste, was Peter Badge über die Nobelpreisträger gelernt hat, ist, dass sie viel mehr sind als „nur“ genial. Natürlich ist es einem Normalsterblichen unmöglich, den Leistungen von Nobelpreisträgern in vergleichbarem Sinne nachzueifern, aber in dem einen oder anderen „ausgezeichneten“ Menschen etwas zu erkennen, was man im eigenen Leben nutzen kann, was einen selbst motivieren kann. Das findet Peter Badge spannend, und das ist sein Hauptgrund, davon zu erzählen. Allein schon deshalb lohnt sich die Lektüre des Buchs „Geniale Begegnungen“.

Geniale Begegnungen
Weltreise zu Nobelpreisträgern
Peter Badge / Sandra Zarrinbal
Verlag: DAAB Media GmbH
Gebundene Ausgabe: 575 Seiten, Auflage: 2015
ISBN: 978-3-942597-27-2, 29,95 Euro

Von Hans Klumbies


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