Ökolandbau kann das globale Ernährungssystem retten

Felix von Löwenstein behauptet in seinem neuen Buch „Foodcrash. Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“, dass nicht die mangelnde Produktionssteigerung, sondern der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln und die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen zum Zusammenbruch des globalen Ernährungssystems führen wird. Er beschreibt anhand vieler Beispiele, wie es im Einklang mit der Natur gelingen kann, die Ernährungsgrundlagen der Menschheit zu sichern. Dr. Felix Prinz zu Löwenstein engagiert sich neben seiner Arbeit als Biolandwirt als Präsidiumsmitglied des Anbauverbandes Naturland, als Vorstandsvorsitzender es Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und im Vorstand des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL Deutschland).

Etwa 50 Prozent aller Ernten gehen verloren

Für Felix zu Löwenstein hat es etwas Zynisches, dass die Anzahl der krankhaft fettleibigen Menschen auf der Erde annähernd gleich ist mit der Zahl der Hungernden. Seiner Meinung nach wird deutlich, welch gewaltige Reserven hier schlummern. Er schreibt: „Auch hier kommt in erster Linie unserm Lebensstil und nicht der Produktivität unserer Anbaussysteme die entscheidende Bedeutung zu.“

Der Autor weist darauf hin, das interessanterweise der Anteil dessen, was tatsächlich gegessen wird, an dem, was auf dem Acker erzeugt wurde, ähnlich hoch in ganz armen wie in ganz reichen Ländern ist. In beiden Fällen beträgt der Verlust etwa 50 Prozent. In den reichen Ländern entsteht der Schwund durch das Wegwerfen von Nahrungsmitteln. In den armen Staaten sind schlechte Lager- und Transportbedingungen für den Nahrungsmittelverlust verantwortlich.

Die Diskussion über die Grenzen des Wachstums gibt es seit Jahrzehnten

Im letzten Kapitel seines Buches beschreibt Felix zu Löwenstein die Transformationsprozesse, die einzuleiten sind, damit eine ökologisch verträgliche Landwirtschaft entsteht, die mit den Ressourcen dieser Erde nachhaltig umgeht. Er schreibt: „Wir müssen zu Lebens- und Ernährungsstilen kommen, mit denen wir jedes Jahr nur eine Erde verbrauchen, nicht aber anderthalb, wie wir es gerade tun.“

Für den überzeugten Biobauern Felix zu Löwenstein sind es essentielle Fragen, wie sich die Menschen ernähren, wie sie ihren Lebensstil gestalten und für welche Form der Landwirtschaft sie eintreten. Es sind für ihn neben den Ursachen und Folgen des Klimawandels die zentralen Zukunftsfragen der Menschheit. Sie spitzen sich zu und jeder muss sie schon heute und nicht erst morgen, wenn es zu spät sein könnte, für sich selbst beantworten.

Jeder sollte sich schon jetzt überlegen, was er einmal seinen Kindern oder Enkeln antworten wird, wenn sie ihn fragen, wieso es seine Generation soweit hat kommen lassen  mit der Vernichtung der Lebensgrundlagen und Zukunftschancen. Keiner kann sagen, er hätte das nicht gewusst. Felix zu Löwenstein schreibt: „Denn schon Ende der 60er Jahre hat der Club of Rome mit seiner These von den Grenzen des Wachstums eine Diskussion eröffnet, die niemand übersehen konnte und die seitdem nicht mehr verstummt ist.“

Foodcrash

Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr

Felix zu Löwenstein

Verlag: Pattloch

Gebundene Ausgabe: 319 Seiten, Auflage: 2011

ISBN: 978-3-629-02300-1, 19,99 Euro

Von Hans Klumbies

 

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