
Juli 14, 2010 | Geschrieben von admin-w57 - Kategorie
Wirtschaft
Der Princeton-Ökonom Jagdish Bhagwati, einer der besten Kenner der internationalen Wirtschafrt, macht sich, im Gegensatz zum Hedge-Fonds-Manager George Soros, über das Fortbestehen des Euros kaum Sorgen. Griechenland ist für ihn ein viel zu kleines Land, um die europäische Währung ernsthaft in Gefahr zu bringen. Selbst eine Pleite Griechenlands würde Europa keine großen Schmerzen verursachen. Außerdem glaubt Jagdish Bhagwati, dass die europäischen Politiker um jeden Preis alle Mitgliedsstaaten im Euro halten werden. Sie fürchten, wenn ein Land austritt, bekommt zuerst der Euro Schwierigkeiten und dann die ganze Europäische Union.
Europa braucht eine gemeinsame Währung
Die Schwierigkeiten der Spanier unterscheiden sich laut Jagdish Bhagwati grundlegend von denen der Griechen. In Spanien herrscht eine Rezession, dort sind einfach die Staatseinnahmen zu gering. Die Spanier haben nicht so extensiv über ihre Verhältnisse gelebt wie die Griechen. Deshalb ist Spanien in keiner so großen Gefahr wie Griechenland, einen Konkurs hinzulegen. Jagdish Bhagwati hält trotz der Euroschwäche eine gemeinsame Währung für den Euroraum als unverzichtbar. Das Problem in Europa ist nicht die Währung.
Die französische Kritik an der deutschen Sparpolitik lässt der Starökonom nicht gelten. Solange Griechenland zu viel Geld ausgibt, hilft es dem südeuropäischen Land auch nichts, wenn Deutschland weniger auf die hohe Kante legt. Allerdings käme die Weltwirtschaft schneller aus der Rezession, wenn Länder wie China oder Deutschland mehr investieren und mehr Geld ausgeben würden. Jagdish Bhagwati vertritt die Ansicht, dass sich die europäische Währungsunion mittelfristig in eine Transferunion verwandeln wird.
Eine einheitliche Tobin-Steuer kann die Finanzmärkte nicht zähmen
Eine europäische Wirtschaftsregierung lehnt der Verfechter der Globalisierung, Jagdish Bhagwati, ab. Im Prinzip reichte es, wenn die europäischen Staaten ihre Staatshaushalte angleichen. Eine allgemeine Überwachung der Wirtschaftspolitik der EU-Länder hält der Ökonom nicht für notwendig. Von einer einheitlichen Tobin-Steuer für Europa hält der indische Wissenschaftler nichts. Da unterschiedliche Länder unterschiedliche Probleme haben, ist auch nichts gegen unterschiedliche Steuern einzuwenden. Brüssel sollte sich da nicht einmischen.
Mit einer einheitlichen Tobin-Steuer kann man laut Jagdish Bhagwati die Finanzmärkte nicht zähmen. Er sagt: „Das Problem ist: Große Krisen bringen manchen Spekulanten auch große Gewinne. Da hilft ein Prozent Steuer nicht, das wäre wie ein Moskito-Stich für einen Elefanten. Da würden nicht mal zehn Prozent reichen.“ Jagdish Bhagwati ist dagegen, dass die Politik die Finanzwirtschaft durch drastische Auflagen zu sehr schwächt.
Er zitiert dabei seinen Lehrer und Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften Robert Solow, der einmal folgendes sagte: „Die Realwirtschaft sind die Muskeln der Wirtschaft, aber das Finanzsystem ist wie das Blut, das durch die Muskeln fließt.“ Jagdish Bhagwati schlägt vor, das Finanzsystem zu reparieren, es zu sichern und seine Risiken zu verringern. Grundsätzlich sollte man es aber unterstützen.
Von Hans Klumbies
Kategorien: Wirtschaft |
Tags: Brüssel, Deutschland, die Schwäche des Euro, Euro, Europa, Europäische Union, europäische Währungsunion, europäische Wirtschaftsregierung, Finanzmärkte, Finanzsystem, Finanzwirtschaft, Frankreich, George Soros, Gewinne, Globalisierung, Griechenland, Hedge-Fonds-Manager, Jagdish Bhagwati, Märkte, Ökonomienobelpreis, Pleite Griechenlands, Realwirtschaft, Rettung des Euros, Rezession, Robert Solow, Spanien, Spekulanten, Staatseinnahmen, Staatskonkurs, Steuern, Tobin-Steuer, Transferunion |
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Die Europäische Union war wahrscheinlich das Beste, was der Kontinent jemals hervorgebracht hat. Doch im Laufe der Geschichte hat sich das Bündnis zu einem unkontrollierbaren und unabwählbaren Monster entwickelt. Die europäische Idee war im Grunde sehr einfach: durch eine allmähliche Verschränkung der Volkswirtschaften würde bald jedes Motiv, ja jede logistische Möglichkeit wegfallen, um in Europa Kriege zu führen. Schon Immanuel Kant träumte den Traum vom ewigen Frieden, der mit der Einführung des Euro scheinbar auszubrechen schien. Das friedliche Europa ist heute keine Fiktion mehr, sondern Realität geworden. Es gibt keine Binnenkonflikte mehr, auch Massenarmut und Diktaturen gehören der Vergangenheit an. Der Kontinent hat sich zudem zum stärksten Wirtschaftsraum der Welt entwickelt.
Der Fotoband „Trinity” von Carl de Keyzer ist in drei Abschnitte gegliedert. Das Kapitel Tableaux d`Histoire besteht aus Fotografien, die in den Jahren 1990 bis 2000 entstanden. Die Bilder drehen sich um verschiedene Ausprägungen der Repräsentation von Macht. Die Fotografien im Abschnitt Tableaux de Guerre wurden in verschiedenen Kriegen zwischen 2003 und 2006 aufgenommen und zeigen Spuren der Verwüstung, Zerrüttung und Vertreibung. Das Kapitel Tableaux Politiques enthält die neuesten Arbeiten Carl de Keyzers, die überraschende Einblicke hinter die Fassaden der Politik bieten. Der Betrachter lernt dort den Capitol Hill in Washington, das Europaparlament in Brüssel und Chinas Machtzentrale in Peking kennen.
Der Princeton-Ökonom Jagdish Bhagwati macht sich, im Gegensatz zum Hedge-Fonds-Manager George Soros, über das Fortbestehen des Euros kaum Sorgen. Griechenland ist für ihn ein viel zu kleines Land, um die europäische Währung ernsthaft in Gefahr zu bringen. Selbst eine Pleite Griechenlands würde Europa keine großen Schmerzen verursachen. Außerdem glaubt Jagdish Bhagwati, dass die europäischen Politiker um jeden Preis alle Mitgliedsstaaten im Euro halten werden. Sie fürchten, wenn ein Land austritt, bekommt zuerst der Euro Schwierigkeiten und dann die ganze Europäische Union.