Die harmonische Welt des John Maynard Keynes

Für Robert Skidelsky ist John Maynard Keynes der intelligenteste und einflussreichste Wirtschaftstheoretiker aller Zeiten, dessen Analysen heute aktueller denn je sind. Selbst in Zeiten blinder Marktgläubigkeit blieben die Ideen des Ökonomen präsent. Der Grundgedanke seiner Allgemeinen Theorie besteht darin, dass niemand die Zukunft kennt. Auf dieser Basis entwickelte John Maynard Keynes die These von der fundamentalen Unsicherheit der weltweiten Finanzmärkte, die selbst mit den genialsten mathematischen Formeln nicht bewältigt werden kann.

Die Rückkehr des Meisters. Keynes für das 21. Jahrhundert

Wirtschaftskrisen sind für John Maynard Keynes nicht die große Ausnahme, sondern ein bestimmender Teil der Marktwirtschaft. Wenn der Staat nicht in die Wirtschaft eingreift, können solche Krisen lange anhalten. Der Staat muss deshalb handeln. Die Wirtschaft an sich ist für den großen Ökonomen kein Selbstzweck, sonder muss den Menschen dienen und ihnen ein gutes Leben ermöglichen. Robert Skidelsky kennt das Werk von John Maynard Keynes vielleicht wie kein zweiter und hat dessen Wirtschaftstheorie brillant in die Jetztzeit übertragen.

Robert Skidelsky wurde 1939 in der chinesischen Stadt Harbin geboren und studierte Geschichte in Oxford. Als Professor lehrte er politische Ökonomie an der Universität Warwick in England. Berühmt wurde er als Autor für seine dreibändige Biographie über John Maynard Keynes. Auch in seinem aktuellen Buch „Die Rückkehr des Meisters. Keynes für das 21. Jahrhundert“, glänzt Robert Skidelsky mit seinem umfassenden Wissen über den genialen Ökonomen.

Vollbeschäftigung entsteht durch Investitionen und Umverteilung von Einkommen

Der Autor hat sein Werk in drei große Teile gegliedert. Im ersten Teil beschreibt er die Entstehung der Weltwirtschaftskrise und die aktuelle Lage der Ökonomie. Der zweite Abschnitt handelt vom Aufstieg und Fall des Keynesianismus. Hier geht es um das Leben und die Wirtschaftstheorie von John Maynard Keynes. Außerdem klärt Robert Skidelsky die Frage, ob die keynesianische Revolution ein Erfolg oder ein Misserfolg war.

Im dritten Teil erklärt der Autor die Rückkehr von John Maynard Keynes im 21. Jahrhundert und klärt den Leser über dessen Politikverständnis und sein Verhältnis zur Ethik des Kapitalismus auf. Auf den letzten Seiten seines Buchs geht Robert Skidelsky auf die Vision einer harmonischen Welt ein, wie sie sich John Maynard Keynes vorstellte. Seine harmonische Ökonomie hatte sowohl eine nationale wie internationale Dimension.

John Maynard Keynes vertrat die These, dass Vollbeschäftigung durch Investitionen und Umverteilung von Einkommen erreicht werden könne und so der Druck vom Außenhandel genommen werden könnte. Dadurch würde sich das Tempo der Globalisierung verringern und die sich daraus ergebenden Konflikte entspannen. Eine Clearing Union für den weltweiten Zahlungsverkehr würde makroökonomische Ungleichgewichte beseitigen und quasi von selbst zu einer vielfältigeren Welt führen.


Die Rückkehr des Meisters
Keynes für das 21. Jahrhundert
Robert Skidelsky
Verlag: Antje Kunstmann
Gebundene Ausgabe: 303 Seiten, Auflage: 2010
ISBN: 978-3-88897-647-6, 19,90 Euro

Von Hans Klumbies

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.