
März 7, 2010 | Geschrieben von admin-w57 - Kategorie
Literatur
Die Uraufführung von Bertolt Brechts Theaterstück „Trommeln in der Nacht“ fand am 29. September in den Münchner Kammerspielen statt. Der bedeutende Kritiker Herbert Ihering war von der Aufführung begeistert und schrieb: „Der vierundzwanzigjährige Dichter Bert Brecht hat über Nacht das dichterische Antlitz Deutschlands verändert“, und verlieh ihm den bedeutenden Kleist-Preis. Die weitere Geschichte des Theatermanns sollte zeigen, dass Bertolt Brecht wie kein anderer Autor und Regisseur das moderne Theater auf der ganzen Welt richtungweisend beeinflusst hat.
Nicht Nächstenliebe, sondern revolutionäre Gewalt kann die Welt verändern
Schon in der Schule erwies sich Bertholt Brecht als glühender Pazifist. In einem Aufsatz schrieb er, dass es keineswegs süß und ehrenvoll sei, für das Vaterland zu sterben. Der große Durchbruch als Theaterautor gelang Bert Brecht 1928 mit der „Dreigroschenoper“. Er entlarvte darin die bürgerliche Gesellschaft und ihre Methoden, Geschäfte zu machen.
Er verglich sie mit Gangstern. In seinem Stück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ griff er den Kapitalismus an. Er vertrat die Meinung, dass die menschenunwürdigen Arbeitsverhältnisse nicht durch christliche Nächstenliebe, sondern nur durch revolutionäre Gewalt verbessert werden könnten.
Bert Brecht führt das Stilelement der Verfremdung im Theater ein
Die Verfremdung war in den Theaterstücken von Bertolt Brecht immer ein wichtiges Stilelement. Er gewann damit dem scheinbar Alltäglichen und Selbstverständlichen, neue und überraschende Sichtweisen ab. Die Zuschauer sollten dadurch zum Umdenken gezwungen werden. Bert Brecht wollte kein Theater, das sich am Genuss orientierte, sondern eines, das zur Aktion anregen sollte. Die Welt wurde als veränderungsbedürftig und veränderbar dargestellt.
Diesem Ziel diente auch sein episches Theater, das den Zuschauer nicht mit einer dramatischen Handlung unterhielt und einschläferte, sondern das Geschehen auf der Bühne immer wieder unterbrach und zur Diskussion stellte, wie beispielsweise in dem Stück „Der gute Mensch von Sezuan“. Die Entfremdung des Menschen in der kapitalistischen Gesellschaft wird hier durch eine regelrechte Ich-Spaltung auf die Spitze getrieben. Der gute Mensch muss auch die Rolle des Bösen übernehmen, wenn er wohltätig wirken will.
Nach 1949 in Ostberlin entstanden zahlreiche Modell-Inszenierungen, die das “Berliner Ensemble” im Theater am Schiffbauerdamm aufführte. Obwohl Bert Brecht der Regierung der DDR positiv gegenüberstand, übte er nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und dessen Niederschlagung beißende Kritik in dem Gedicht „Die Lösung“ und schrieb: „Wenn die Regierung der Meinung ist, das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt, so soll sie doch das Volk auflösen und ein neues wählen.“
Kurzbiographie: Bertolt Brecht
Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren. Seine ersten Erfolge am Theater erzielte er in München mit Stücken wie „Trommeln in der Nacht“ und „Im Dickicht“. Später in Berlin entstanden in kongenialer Zusammenarbeit mit dem Komponisten Kurt Weill die berühmten Werke die „Dreigroschenoper“ und „Mahagony“. Nachdem die Nazis die Macht in Deutschland übernommen hatten, floh der überzeugte Marxist Bertolt Brecht zuerst nach Dänemark, Schweden und Finnland und später dann nach Kalifornien.
Im Exil schrieb er viele seiner bekannte Stücke wie „Furcht und Elend des Dritten Reiches“, „Mutter Courage und ihre Kinder“, „Der gute Mensch von Sezuan“, „Herr Puntila und sein Knecht Matti“, „Der unaufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, „Leben des Galilei“ und „Der kaukasische Wendekreis. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Bertolt Brecht das “Berliner Ensemble” in Ostberlin, wo der am 14. August 1956 starb.
Von Hans Klumbies
Kategorien: Literatur |
Tags: Aktion, Arbeitsverhältnisse, Aufführung, Augsburg, Autor, Berlin, Berliner Ensemble, Bert Brecht, Berthold Brecht, Bertolt Brecht, Bühne, Dänemark, das Böse, DDR, Der gute Mensch von Sezuan, Der kaukasische Wendekreis, Der unaufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui, Deutschland, Dichter, Die heilige Johanna der Schlachthöfe, Diskussion, Dreigroschenoper, Ehre, episches Theater, Exil, Finnland, Furcht und Elend des Dritten Reiches, Gangster, Gedicht, Genuss, Geschäfte, Gesellschaft, Gewalt, Herbert Ihering, Herr Puntila und sein Knecht Matti, Ich-Spaltung, Im Dickicht, Inszenierung, Kalifornien, Kapitalismus, Kleist-Preis, kritik, Kurt Weill, Leben des Galilei, Macht, Mahagony, Mensch, modernes Theater, München, Münchner Kammerspiele, Mutter Courage und ihre Kinder, Nächstenliebe, Nazis, Ostberlin, Pazifist, Regierung, Revolution, Schweden, Theater, Theater am Schiffbauerdamm, Theatermann, Trommeln in der Nacht, Umdenken, Vaterland, Verfremdung, Volk, Volksaufstand vom 17. Juni 1953, Welt, Ziel, Zuschauer |
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