Der römische Naturphilosoph Plinius der Ältere

Plinius der Ältere war ein römischer Naturphilosoph und ist vor allem als Verfasser des Werks „Naturalis historia“ berühmt geworden, in dem er auf enzyklopädische Weise alle Erscheinungen der Natur im Überblick darstellt. Plinius der Ältere wurde im Jahr 23 in Como in Norditalien geboren. Seine Ausbildung erhielt er zuerst von einem Privatlehrer in Rom, später ging er bei den Rhetorikern Arellius Fuscus und Remmius Palaemon in die Schule. Er war ein Anhänger der Stoiker und verehrte die Logik, die Naturphilosophie und die Ethik. Er strebte eine tugendhafte Führung des Lebens an, die sich mit den natürlichen Gesetzen der Natur in Harmonie befinden sollte. Um dieses Ziel zu erreichen, musste er zuerst einmal das Wesen der Natur verstehen.

Plinius der Ältere schreibt Bücher über die Rhetorik und die Grammatik

Zuerst arbeitet Plinius der Ältere als Advokat, diente mit 21 Jahren als Tribun in Gallia Belgica und wurde dort Kommandeur der Reiterei. In dieser Funktion wurde er ins Lager Castra Vetera bei Xanten versetzt. Plinius der Ältere zog mit dem römischen Heer bis ins heutige Frankreich und Spanien. Es heißt, er hätte eine zwanzigbändige Geschichte über die Germanenkriege geschrieben, aus der spätere Autoren zitierten.

Sein Buch „Studiosus“ handelt von der Rhetorik, sein achtbändiges Werk „Dubii sermonis“ beschäftigt sich mit der Grammatik. Im Jahr 70, während der Regierungszeit des Kaisers Vespasian diente er als Statthalter in Gallia Narbonensis und in Hispania Tarraconensis. Als er nach Rom zurückkehrte erhielt er ein Hofamt. Dort konnte er sich die Arbeit so einteilen, dass er genügend Zeit für seine Studien und Aufzeichnungen hatte.

Der Naturphilosoph hatte keine naturwissenschaftliche Ausbildung

In dieser Zeit verfasste er ein Geschichtswerk von 31 Bänden, dass die Epoche von Nero bis Vespasian umspannte. Den größten Teil der „Naturalis historia“, die 37 Bände umfasste, schrieb er auch während dieser Zeit. Die „Naturalis historia“ war die erste Veröffentlichung, die die gesamte Naturkunde umfasste. Zu Beginn des Werks zählt Plinius alle Quellen und Autoren auf, die er verwendet hatte.

Die folgenden Bücher behandeln die Themen Astronomie, Geographie, Physiologie des Menschen, Zoologie, Botanik, dem medizinischen Gebrauch von Pflanzen und Tierprodukten, der Metallurgie und der Mineralogie. In die Bücher sind nur wenige eigene Beobachtungen eingeflossen. Da er keine naturwissenschaftliche Ausbildung hatte verließ er sich auf die Erkenntnisse seiner Quellen und selbst magische Vorstellungen fanden Eingang in sein Werk.

Plinius der Ältere starb beim Ausbruch des Vesuvs

Überraschend taucht in dem naturkundlichen Werk eine Darstellung der Geschichte der antiken Kunst auf, die als einzige derartige Beschreibung der Nachwelt erhalten geblieben ist. Seine Beschreibungen erhellen vor allem den literarischen Reichtum der Literatur im antiken Rom und Griechenland. Außerdem erlaubt Plinius tiefe Einblicke in die Strukturen der römischen Gesellschaft und die Errungenschaft seiner Zeit.

Der Kaiser übertrug Plinius dem Älteren das Kommando über eine Flotte, die vor Misenum bei Neapel lag. Am 24. August 79 sah er eine ungewöhnliche Wolke jenseits der Bucht, die den Beginn des Ausbruchs des Vesuvs ankündigte, der mit der Auslöschung von Pompeji und Herculaneum enden sollte. Seine Neugier trieb Plinius dazu, sich mit dem Schiff nach Stabiae zu begeben. Dort starb er wahrscheinlich an den giftigen Gasen, die der Vesuv ausstieß.

Von Hans Klumbies

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