
August 1, 2010 | Geschrieben von admin-w57 - Kategorie
Philosophie
Die einflussreichste und bekannteste Philosophie Friedrich Wilhelm Joseph Schellings ist seine berühmte Naturphilosophie. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling stellte die These auf, dass die Menschen nicht nur aus der Natur hervorgegangen sind, sondern auch ein Bestandteil der ewigen Prozesse bleiben, die in ihr stattfinden. Er stellte sich damit bewusst gegen die Theorie Johann Gottlieb Fichtes, der das Universum als eine Schöpfung des lebenden Ichs aus lebloser Materie betrachtete. Für Friedrich Wilhelm Joseph Schelling dagegen war das Leben eine Schöpfung der Natur, die einmal eine Welt lebloser Materie war.
Der Mensch ist ein Teil der Natur
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling war der Meinung, dass die Natur die gesamte Realität darstellt. Das Leben entwickelte sich aus der Mitte der toten Materie, zuerst in der Pflanzenwelt, anschließend in der Tierwelt und schließlich in der Gestalt des Menschen. Dadurch war für den Philosophen die Einheit der Natur vorgegeben, die sich in keinem finalen Zustand befindet, sondern einen ständig fortschreitenden Prozess darstellt.
Der Mensch hat sich aus diesem kontinuierlichen Fortschritt entwickelt. Das Leben hat gegenüber der Materie keinen Eigenanspruch und ist kein Prinzip, das ihr entgegengesetzt ist. Leben und Materie sind zwei verschiedene, in einem kontinuierlichen Zusammenhang stehende Aspekte eines einzigen Prozesses. Der Mensch existiert laut Friedrich Wilhelm Joseph Schelling nicht außerhalb der Welt, wo er nicht mehr zur Natur gehören würde, sondern ist ein Teil der Natur. Der Mensch ist vergeistigte Materie.
Der Künstler ist der Gipfel der Existenz
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling war sogar der Ansicht, dass die Materie selbst in sich das Potential eines Geistes trage. Die Natur kann seiner Meinung nach nur von ihren Zielen her verstanden werden, auf die ihre Entwicklung ausgerichtet ist. Von allen ihren Eigenschaften beeindruckte Friedrich Wilhelm Joseph Schelling am meisten die Schöpfungskraft der Natur. In jeder Sekunde entsteht millionenfaches neues Leben. Die höchste aller natürlichen Schöpfungen ist der Mensch, der selbst schöpferisch tätig sein kann.
Die anspruchvollste schöpferische Tätigkeit des Menschen ist die Kunst. In den besten Werken der Kunst erforscht der Mensch die Tiefen seines Seins und versucht sein Innerstes zu verstehen. In der Kunst wird sich auch die Natur ihrer selbst bewusst, da der gesamte Entwicklungsprozess auf dieses Ziel hinausläuft. Die fortschreitende Natur ist eine permanente Entwicklung hin zum Selbstbewusstsein. Für Friedrich Wilhelm Joseph Schelling stellt der Künstler den Gipfel der Existenz dar. Er ist die Verkörperung des Grundes dafür, dass überhaupt irgendetwas existiert.
Kurzbiographie: Friedrich Wilhelm Joseph Schelling
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775 – 1854) erhielt eine ungewöhnlich gute Ausbildung, die ihn schon im Kindesalter zu einem kleinen Gelehrten heranreifen ließ. Schon als Jugendlicher beschäftigte er sich mit den Schriften Immanuel Kants, Johann Gottlieb Fichtes und Spinozas. Mit 23 Jahren wurde er als Professor nach Jena berufen und mit 31 Jahren in den Adelsstand erhoben. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling entwickelte eine Reihe von eigenständigen Philosophien. Obwohl der ab seinen 35 Lebensjahr nichts mehr veröffentlichte, setzte er seine schriftstellerische Arbeit bis kurz vor seinem Tod im Alter von fast 80 Jahren fort.
Von Hans Klumbies
Kategorien: Philosophie |
Tags: Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Geist, Gipfel der Existenz, Immanuel Kant, Johann Gottlieb Fichte, Kunst, Künstler, Leben, leblose Materie, Materie, Mensch, Natur, Naturphilosophie, Schöpfung, Schöpfungskraft der Natur, Selbstbewusstsein, Universum, vergeistigte Materie, Welt |
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