Der Kampf um Freiheit und Anstand lässt sich gewinnen!

Der Wirtschaftsjournalist Uwe Jean Heuser vertritt in seinem neuen Buch „Kapitalismus inklusive“ folgende These: „Wenn wir den Kampf um die Demokratie gewinnen wollen, müssen wir den Kapitalismus grundsätzlich verändern.“ Denn in seiner aktuellen Form stärkt der Kapitalismus die Populisten von rechts und links. Das liegt unter anderem daran, dass viele Bürger das Gefühl haben, das Wirtschaftssystem nicht mehr zu verstehen und die Kontrolle über ihr eigenes Leben zu verlieren. Dazu kommt, dass die Schere zwischen reich und arm immer weiter auseinanderklafft, das heißt, der Reichtum konzentriert sich bei ganz wenigen, während die Masse der Menschen verunsichert in eine ungewisse Zukunft blickt. Der Autor ist allerdings ein Mensch, der nicht so schnell aufgibt und eher Hoffnung verbreitet: „Der Kampf um Freiheit und Anstand lässt sich gewinnen!“ Uwe Jean Heuser isst einer der renommiertesten Wirtschaftsjournalisten Deutschlands und Leiter des Wirtschaftsressorts der ZEIT.

Die Globalisierung und die Technisierung erzeugen Wohlstand

Im ersten Teil seines Buchs erklärt Uwe Jean Heuser wie der Kapitalismus unter Druck gerät und sich selbst unter Druck setzt. Kapitel eins beschreibt die große Herausforderung und die entscheidende Rolle der Wirtschaft dabei: „Ohne eine Wirtschaft, die Spaltung überwindet, statt sie zu verstärken, fehlt der liberalen Demokratie die Grundlage.“ Im zweiten Kapitel verteidigt der Autor die ökonomische Vernunft. Denn seiner Meinung nach sind die Globalisierung und die Technisierung die falschen Feinde, weil sie Wohlstand erzeugen und nicht zerstören.

Im anschließenden Kapitel befasst sich Uwe Jean Heuser mit der immer lauter werdenden Forderung, die Verlierer der Globalisierung doch bitte zu entschädigen, und zeigt: Diese Reaktion greift zu kurz. Im zweiten Teil von „Kapitalismus inklusive“ geht es um Reich und Arm, Stadt und Land und die neue Spaltlinien in der Gesellschaft. Insgesamt handelt das erste Kapitel vom großen Verteilungsstreit. Uwe Jean Heuser stellt klar: „Die Wahrheit für Deutschland ist: Die Einkommensungleichheit ist im Aufschwung nicht gewachsen, wohl aber die gesellschaftliche Spaltung.“

Die Macht der Daten lassen sich auch sinnvoll nutzen

Im dritten Teil entwirft Uwe Jean Heuser Lösungen, die dabei helfen sollen, den Kapitalismus zu verändern. Geradezu revolutionäre Gedanken tauchen in Kapitel eins auf: „Mehr Mitgefühl im Kapitalismus – das geht.“ Kapitel zwei fordert eine Revolution im Internet. Denn heute geben die User ihre Daten ab an große Konzerne wie Google oder Facebook ab – und damit auch ihre Selbstbestimmtheit. Das muss sich ändern. Deshalb fordert Uwe Jean Heuser eine großen „New Data Deal“.

Im vierten Kapitel des letzten Abschnitts feiert Uwe Jean Heuser die progressiven Reformer von heute, weil sie zeigen, wie man die Macht der Daten und die Kraft der Globalisierung nicht bekämpft, sondern sinnvoll nutzt. Uwe Jean Heuser weiß: „Je mehr wir erfahren über die Märkte, über alte und neue Risse in der Gesellschaft, über das, was den Wohlstand für alle mehr und was nicht – desto effizienter kann gehandelt werden.“ Man muss sich heutzutage einen Kapitalismus vorstellen, der auf die modernsten Herausforderungen auch mit den Mitteln des 21. Jahrhunderts reagiert.

Kapitalismus inklusive
So können wir den Kampf gegen die Populisten gewinnen
Uwe Jean Heuser
Verlag: Edition Körber
Gebundene Ausgabe: 270 Seiten, Auflage: 2017
ISBN: 978-3-89684-259-6, 18,00 Euro

Von Hans Klumbies

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