
März 23, 2010 | Geschrieben von admin-w57 - Kategorie
Philosophie
Demokrit vertrat die These, dass das Sein aus Seiendem, nämlich winzigen, unteilbaren, voneinander getrennten Einheiten bestehe. Dazwischen vermutete er das Nichts, das als Trennendes zwischen der Materie vorausgesetzt werden müsse. Es bilden sich unzählige Welten in dem unendlichen Leeren aus zahllosen Atomen. Mögen die Vielfalt und die Anzahl der Atome nicht berechenbar sein, eines steht für den Gelehrten fest: sie sind ewig, unveränderlich und unteilbar. Die unterschiedlichen Sinnesempfindungen des Menschen bei der Betrachtung verschiedener Gegenstände, führte er auf die unterschiedliche Lage, Bewegung und Gestalt der Atome zurück.
Die Wirklichkeit erschließt sich dem Menschen nur durch das Denken
Manche sind rund und glatt, andere sind unregelmäßig und krumm. Gerade weil sie von so verschiedener Gestalt sind, setzen sie sich zu ganz unterschiedlichen Körpern zusammen. Demokrit war ein vielseitig gebildeter Forscher, der sich mit Astronomie, Mathematik, Naturforschung, der Sprache und der Ethik beschäftigte. Der Philosoph vertraute nicht auf die Sinnesdaten, die über den Sehsinn, das Gehör, den Geruch, den Geschmack und den Tastsinn entstehen.
Er war der Meinung, dass die Eindrücke, die die Sinne dem Menschen vermitteln, ihn eher von einem Wesen der Wirklichkeit entfernen. Wahrhaftig erschließe sich die Wirklichkeit nur dem Denken. Nur das Denken decke den einheitlichen Seinsgrund der Vielheit auf.
Das atomistische Weltbild baut auf den Gesetzen von Ursache und Wirkung auf
Demokrit ging davon aus, dass sich die Atome ewig im leeren Raum bewegen. Wenn Atome aneinander stoßen erfolgt die Übertragung von Bewegung. Dadurch ist die Welt einer ständigen Folge zufälliger Bewegungsantriebe ausgeliefert. Die Bewegung der Atome erfolgt von keinem Anfang aus, sondern von Ewigkeit her. Demokrit lebt in einem Zeitalter, in dem der Ursprung der Naturwissenschaften anzusetzen ist. Der Materialismus trennt sich vom Sensualismus ab. Die Materie ist nur mit den Kategorien des reinen, mathematischen Denkens fassbar.
Die Atomistik lehrt als erste ein durchgängig mechanisches, kausales Weltbild, das ganz auf den Gesetzmäßigkeiten von Ursache und Wirkung aufbaut. Die Lehre des Demokrit wurde weder in der Antike noch im Mittelalter gewürdigt. Die Gründe dafür sind, dass er neben dem Seienden auch die Existenz eines Nichts voraussetzte und die Bewegung der Atome vom Zufall bestimmt ansah, die auf kein formendes Prinzip angewiesen sind.
Der Weise braucht keine Angst vor Göttern und Dämonen zu haben
Wie die Ordnung des Kosmos sich durch das richtige Verhältnis seiner Teile herstellt, so ist auch in der Lebensführung des Menschen „Der goldene Mittelweg“ das Maß aller Dinge für Demokrit. Er betrachtet diesen Weg als das ausgleichende Element zwischen dem Streben nach Lust und dem Vermeiden von Unlust, das allen Menschen innewohnt. Einen solcherart vernünftigen Menschen betrachtet der Philosoph als Weisen, der keine Angst vor Göttern und Dämonen zu haben braucht. Er sagt: „Weisheit, die sich nicht verblüffen lässt, ist von höchstem Wert.“
Von Hans Klumbies
Kategorien: Philosophie |
Tags: Antike, Astronomie, Atome, Atomistik, Bewegung, Bewegung der Atome, Dämonen, Demokrit, Denken, der goldene Mittelweg, der leere Raum, die Existenz des Nichts, Ethik, Ewigkeit, Gehör, Geruch, Götter, kausales Weltbild, Kosmos, Lebensführung, Materialismus, Materie, Mathematik, mechanisches Weltbild, Mittelalter, Naturforschung, Naturwissenschaften, Sehsinn, Sensualismus, Sinne, Sprache, Streben nach Lust, Ursache und Wirkung, Vermeiden von Unlust, Weisheit, Wirklichkeit |
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