Andreas Kumpf kennt alle Formen des Glücks im Alter

Der Flug einer Biene im Frühling, Momente mit lieben Freunden und viele, viele Erinnerungen an ein langes Leben – so einfach kann das Glück im Alter sein. Der Psychologe und Altersforscher Andreas Kumpf hat für sein Buch „Glück im Alter“ einundzwanzig Menschen im Alter von 65 bis 95 Jahren befragt. Er stieß dabei in seinen Gesprächen auf viele Formen der Freude: Erinnerungsglück, Augenblicksglück und bescheidenes Glück. Und dies in einer Zeit, in der das Altern für die meisten Menschen immer noch etwas Bedrohliches zu sein scheint. Aber laut Andreas Kumpf ist das Bild der Alterskultur gerade dabei sich zu verändern. Im Zentrum wird dabei lustvolles Altwerden stehen.

Es gibt kein Patentrezept für das Altersglück

Andreas Kumpf nennt die Gründe: „Denn diejenigen, die heute das 50. Lebensjahr überschritten haben, verfügen über ein nie zuvor dagewesenes frei verfügbares Einkommen und einen Erfahrungshintergrund von Mondlandung bis iPhone 4.“ Auf die Frage wie man glücklich alt wird, hat allerdings auch Andres Kumpf kein Patentrezept parat. Seiner Meinung nach variiert die Art des empfundenen Glücks mit der Lebensbiographie und wird im Wesentlichen von den Themen der aktuellen Lebensphase bestimmt.

Das Leben ist eine ständige Weiterentwicklung und je nach Lebensabschnitt lebt ein Mensch mit unterschiedlichen Personen, variiert dabei seine Werte und muss auch mit Nichtigkeiten klarkommen. Andreas Kumpf sagt: „So werden Begriffe wie Wissen, Erfahrung, Kompetenz, Zeit und Glück je nach Lebensabschnitt anders interpretiert. Das Augenblicksglück eines Jugendlichen ist völlig anders als das eines 70-Jährigen. Das Glück im Alter hat viel mit der Erkenntnis der Einfachheit zu tun.“

Freundschaften haben eine fundamentale Bedeutung für das Glück im Alter

Laut Andreas Kumpf werden angehäufte Statussymbole, die in der Mitte des Lebens erarbeitet wurden, als weniger wichtig erachtet im Gegensatz zum stillen Beobachten der Natur. Schöne Gespräche mit Freunden werden im Alter wichtiger. Eine wesentliche Voraussetzung für das Glück im Alter ist für Andreas Kumpf das Vorhandensein von Freunden, mit denen man sich austauschen kann. Die wichtigste Erkenntnis, die der Altersforscher aus seinen Gesprächen gezogen hat, ist die fundamentale Bedeutung von Freundschaften, die selbst die schrecklichsten Erlebnisse überwinden helfen und zu einem glücklichen Leben führen können.

Zudem vertritt Andreas Kumpf die These, dass es im Alter wie in der Jugend, niemals auf das Haben, sondern auf das Sein ankommt. Dazu kommt der Bedeutungsanstieg der Kultur und Werte der Älteren in den westlichen Gesellschaften. Andreas Kumpf erklärt: „Es wird eine kulturelle Ära werden, in der Kreativität mit Weisheit einhergeht. Zusätzlich wird sich ein deutlicher Wertewandel vom derzeitigen Jugendkult zu einem Reife-Ideal vollziehen, in dem sich Reife zum gesellschaftlichen Ideal wandeln wird.“

Von Hans Klumbies

 

 

 

 

 

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