Die Menschheit befindet sich mitten im Klimawandel

Mit der Verlässlichkeit stabiler Wetterlagen scheint es vorbei zu sein. Wir befinden uns laut Daniel Goeudevert mitten im Klimawandel. Obwohl das der eine oder andere Experte anders sieht und weiterhin seine wissenschaftlichen Zweifel pflegt, ob Erderwärmung und Wetterextreme wirklich durch menschlichen Einfluss verursacht sind. Daniel Goeudevert kritisiert, dass diese Wissenschaftler den Irrtum längst zu ihrem Hauptfeind erklärt haben und nur noch das mit Gewissheit Wissbare gelten lassen. Er schreibt: „Sobald Antworten mit dem Makel irgendeines Zweifels behaftet sind, erklären sie sich lieber für nicht zuständig. So erhalten sie ihre Unschuld und können im strengen Sinne niemals irren. Aber diese scheinbar rationale Strenge ist nur um den Preis der eigenen Borniertheit aufrechtzuerhalten, denn es handelt sich hierbei im Grunde um nichts anderes als um eine Kapitulation vor der Komplexität der Wirklichkeit.“

Das Expertentum lähmt die Wirtschaft und die Politik

Der Topmanager Daniel Goeudevert war Vorsitzender der deutschen Vorstände von Citroën, Renault und Ford sowie Konzernvorstand von VW. Nach seinem Ausscheiden aus dem Management war er unter anderem Berater des Generaldirektors der UNESCO. Seine Bücher „Wie ein Vogel im Aquarium“ und „Mit Tränen beginnt die Realität“ wurden zu Bestsellern.

Viele wichtige Fragen lassen sich laut Daniel Goeudevert nicht aus dem Horizont strengen Wissens beantworten und müssen dennoch beantwortet werden. Wissenschaftlicher Purismus ist seiner Meinung in solchen Fällen nicht immer hilfreich, sondern manchmal bloße Pose, um die Überzeugungskraft der Expertise zu erhöhen, wenn es um Geld und Karrieren geht. Daniel Goeudevert schreibt: „Für jedes erstellte Gutachten lässt sich problemlos ein „Experte“ finden, der exakt das Gegenteil nachweist.“

Daniel Goeudevert freut sich, dass die Stimmen der Zweifler, ob die Menschheit für die Erderwärmung verantwortlich ist, angesichts der sich häufenden Umweltkatastrophen, sehr viel leiser geworden sind. Der Exmanager erklärt: „Denn selbst wenn irgendwelche Einwände berechtigt wären, führten sie doch zu nichts anderem als Stillstand.“ Das Expertentum ist seiner Meinung nach in nicht geringem Ausmaß dafür verantwortlich, dass es in Wirtschaft und Politik oftmals lähmend lange dauert, bevor man sich neuen Herausforderungen mit konkreten Maßnahmen stellt.

Der Klimawandel ist eine Bedrohung für die Gerechtigkeit auf dieser Welt

Verantwortlich zu sein, heißt für Daniel Goeudevert, auf neue Fragen und Herausforderungen Antworten zu geben, selbst wenn die Zusammenhänge noch nicht gänzlich erkannt sein mögen, selbst wenn die Rolle der Menschen bei der aktuellen Klimaveränderung noch nicht vollständig erforscht ist. Daniel Goeudevert fordert: „Sobald etwas als gefährlich eingeschätzt wird – gesellschaftlich, politisch, ökologisch, muss das Vorsichtsprinzip gelten.“ Dies ist für ihn ein Gebot des gesunden Menschenverstandes, ja sogar eine Überlebensregel.

Für Millionen von Menschen, die an Küsten leben, in Hochwassergebieten oder Dürrezonen wohnen, sind die Folgen der negativen Umweltbeeinflussung durch den Menschen nicht nur eine Einbuße an Lebensqualität, sondern akut lebensbedrohlich. Daniel Goeudevert stellt fest: „Denn am stärksten unter den Auswirkungen des Klimawandels zu leiden haben ausgerechnet jene, die ihn am wenigsten verursacht haben.“ Die durch den Wohlstand der Industrienationen verursachten Umweltschäden haben für die ärmsten Länder der Erde verheerende Konsequenzen. Daniel Goeudevert warnt: „Der Klimawandel ist damit zugleich eine unmittelbare Bedrohung für die Gerechtigkeit auf dieser Welt.“

Von Hans Klumbies

 

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