Gute Gewohnheiten prägen ein gutes Leben

Gewohnheiten sind der Schlüssel zur persönlichen Entwicklung und Lebensgestaltung. Clemens Sedmak erklärt: „Ein gutes Leben ist ein solches, in dem man gute Gewohnheiten etabliert hat.“ Ähnlich wie man von Basisgütern eines guten Lebens spricht, könnte man von grundlegenden Gewohnheiten sprechen, wie etwa das frühe Aufstehen. Basisgewohnheiten sollen persönliches Wachstum ermögliche, verstanden als Weg zur Reife im Sinne eines wohlgeformten Charakters – mit den Elementen: gefestigte, einzigartige, integre Persönlichkeit. Die Einzigartigkeit ergibt sich aus der Realisierung de je einzigartigen Gaben; die Gefestigtheit hat mit stabilen Gewohnheiten zu tun; Integrität bedeutet: Aufrichtigkeit, Ernsthaftigkeit, Respekt – die ernsthafte und aufrichtige Anstrengung, mit respektvollem Blick auf andere aus dem eigenen Leben etwas zu machen. Der österreichische Philosoph Clemens Sedmak hat unter anderen Tätigkeiten eine Professur am Londoner King´s College inne.

Gewohnheiten können sich im sozialen Umfeld niederschlagen

Wer sich um Wachstum hin zu einer gefestigten Persönlichkeit bemüht, wird bei den Gewohnheiten ansetzen. Denn Gewohnheiten sind das Fundament einer Lebensform. Ein Grundsatz lautet: Schau auf die Gewohnheiten eines Menschen, und die wirst seine geistliche Reife erkennen. Gewohnheiten haben ganz offensichtlich auch ein soziales und politisches Gesicht. Das bedeutet zum einen, dass sie sich, von einzelnen Menschen ausgehend, im sozialen Umfeld niederschlagen und in weiterer Folge auch politisch relevant werden.

Zum anderen können Institutionen und politische Kontexte der Nährboden für die Ausbildung von Gewohnheiten sein. Clemens Sedmak erklärt: „Die Reform von Institutionen kann deswegen durchaus plausiblerweise bei einer Reform der Gewohnheiten ansetzen.“ Untersuchungen zum sozialen Gesicht von Gewohnheiten sind eng mit dem Namen des französischen Soziologen Pierre Bourdieu verbunden; er hat dargestellt, wie Gewohnheiten und sozialer Status miteinander verbunden sind.

Gewohnheiten wirken sich auf die Umwelt und das soziale Umfeld aus

Clemens Sedmak erläutert: „Mit sozialem Aufstieg verändern sich auch die Geschmacksgewohnheiten; dabei versteht Bourdieu unter Gewohnheiten Systeme dauerhafter Dispositionen, die von der sozialen Klasse, in die man hineingeboren wird, mitgegeben werden, auf informelle Weise. Dadurch entwickelt sich ein bestimmter Habitus, der zu einem bestimmten Stil und auch zu bestimmen Geschmacksurteilen führt. Der Habitus führt zu bestimmten Wahrnehmungen, Erwartungen und Praktiken.“

Auch die Gewohnheiten der Wahrnehmung und des Denkens entstehen auf sozialem Grund. Es ist für Clemens Sedmak durchaus eine soziale Frage, welche Gewohnheiten als schlechte empfunden werden. Dies hat sich allerdings im Laufe der Geschichte der Zivilisation verschoben. Zudem wirken sich unser Gewohnheiten auf die Umwelt und das soziale Umfeld aus, haben Konsequenzen für die Menschen, mit denen wir leben. So können beispielsweise materialistische Werte zu umweltschädlichen Gewohnheiten führen, die auf Dauer den Planten bedrohen. Quelle: „Jeder Tag hat viele Leben“ von Clemens Sedmak

Von Hans Klumbies

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