Kategorie 'Wirtschaft'

Götz Werner fordert 1000 Euro als Grundeinkommen

Der Milliardär Götz Werner verlangt für jeden Deutschen, vom Baby bis zum Greis, ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1.000 Euro. Der Gründer der Drogeriekette „dm“ sagt. „Die 1.000 Euro im Monat sind eine Größenordnung, um menschenwürdig in der Gesellschaft leben zu können.“ Er betrachtet den Betrag als eine soziale Flatrate, die für eine wesentliche Entlastung der Sozialbürokratie sorgen würde. Die 1.000 Euro versteht Götz Werner als Basis. Der Betrag wird entsprechend erhöht, wenn jemand Ansprüche auf Kindergeld, Rente oder andere Sozialleistungen hat. Den Einwand, dass ein solches Projekt unbezahlbar wäre, lässt Götz Werner nicht gelten.

Die Deutschen müssen mehr Geld ausgeben

Jürgen Kromphardt, ehemaliger Professor für Volkswirtschaftslehre an der TU Berlin, ist der Ansicht, dass die Deutschen zu wenig Geld ausgeben. Seiner Meinung nach hat in Deutschland nur der Staat über seine Verhältnisse gelebt, indem er ständig mehr Geld ausgegeben als er an Steuern eingenommen hat. Aus konjunkturpolitischen Gründen war das manchmal nicht einmal verkehrt. Auch andere Staaten haben zu hohe Schulden gemacht. Zwar ist in der Weltwirtschaftskrise die Nachfrage nach deutschen Produkten zurückgegangen, doch nach wie vor kaufen andere Länder mehr Waren in Deutschland, als sie nach Deutschland exportieren. Dadurch verschulden sie sich beim deutschen Staat.

Der Kapitalismus braucht Schutz vor den Kapitalisten

Raghuram Rajan hat sich eine kaum zu lösende Aufgabe vorgenommen: Er will den Kapitalismus vor den Kapitalisten retten. Und dennoch, wenn das einer schaffen könnte, dann er. Denn die Finanzkrise hat er so gut verstanden wie kaum ein anderer. Der Ökonom kümmert sich nicht um den Streit zwischen Keynesianismus und Neoklassik oder Monetarismus. Er hat eine eigenständige Theorie der Finanzkrise entwickelt. Zu den Faktoren, die zur weltweiten Wirtschaftskrise führten, zählt er gleichermaßen die Untaten der Manager, das Versagen der Politiker und die Armut auf der Welt.

Die größten Konzerne der Welt vernichten die Natur

Eine Studie der Vereinten Nationen klagt die 3.000 größten Konzerne der Welt an, die Natur schwer zu schädigen. Allein diese Unternehmen verursachen pro Jahr Umweltschäden in einer Höhe von etwa zwei Billionen Euro. In einem Interview sagte UN-Umweltchef Achim Steiner: „Das natürliche Kapital der Welt wird in großem Stil vernichtet.“ Laut der neuen Studie des UN-Umweltprogramms haben der Artenschutz und die Erhaltung der Natur für die meisten Unternehmen keinerlei Bedeutung. Achim Steiner klagt an: „Der Raubbau an der Natur durch die Wirtschaft setzt sich seit Jahren ungebremst fort.

Die Nebenwirkungen der Rettung des Euros

Der Princeton-Ökonom Jagdish Bhagwati macht sich, im Gegensatz zum Hedge-Fonds-Manager George Soros, über das Fortbestehen des Euros kaum Sorgen. Griechenland ist für ihn ein viel zu kleines Land, um die europäische Währung ernsthaft in Gefahr zu bringen. Selbst eine Pleite Griechenlands würde Europa keine großen Schmerzen verursachen. Außerdem glaubt Jagdish Bhagwati, dass die europäischen Politiker um jeden Preis alle Mitgliedsstaaten im Euro halten werden. Sie fürchten, wenn ein Land austritt, bekommt zuerst der Euro Schwierigkeiten und dann die ganze Europäische Union.

Den Euro wird es in fünf Jahren nicht mehr geben

Für den Hedge-Fonds-Manager George Soros sind die Zentralbanken auf der ganzen Welt die größten Euro-Spekulanten. Er bestreitet, dass die Hedge-Fonds schuld am Niedergang des Euro wären. Diese hätten nur versucht, sich darauf einzurichten, dass die Zentralbanken das Vertrauen in den Euro verlieren würden. George Soros spekuliert nicht gegen den Euro und sagt: „Ich bin sehr daran interessiert, den Euro und die Europäische Union zu erhalten.“ Dennoch glaubt der Finanztycoon, dass der Euro in einer Krise steckt und die Krise der europäischen Währung in Deutschland missverstanden wird. Die deutschen Rettungsmaßnahmen würden den Euro sogar noch in größere Gefahr bringen.

Jagdish Bhagwati verteidigt die Globalisierung

Der Star-Ökonom Jagdish Bhagwati glaubt, dass die Errungenschaften der Globalisierung in Gefahr geraten könnten, weil selbst die ökonomische Welt plötzlich wieder in Grenzen denkt. Er kritisiert den Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, der Hilfsgelder nach dem Motto verteilen möchte: „Wir zahlen für den Aufschwung, also bleiben die Aufträge hier.“ Für Jagdish Bhagwati sich solche Ansichten nicht zu akzeptieren: „Ich kann davor nur warnen: Das schafft vielleicht kurzfristig ein paar Jobs mehr, ist aber letztlich äußerst naiv und gefährlich.“

Die Symbiose zwischen Staaten und Märkten

Lange Zeit funktionierte die Beziehung zwischen den Staaten und den Wirtschaftsmärkten hervorragend. Weil die Staaten Sozialpolitik gegen die Kälte der Märkte betreiben, sind sie auf das Geld der Finanzmärkte angewiesen. Doch die Weltwirtschaftskrise zeigt allzu deutlich, dass die heilige Allianz nicht mehr funktioniert. Da die Staaten ihren Bürgern immer mehr Wohltaten zur Verfügung stellen wollten, mussten sie für die öffentlichen Leistungen auch immer mehr Schulden aufnehmen. Das Geld für die Straßen, Schulen, Pensionen und Renten holt sich der Staat von den Finanzmärkten und privaten Anlegern, die Staatsanleihen kaufen, aber nicht von seinen Steuerzahlern.

Gunnar Myrdal: Die Theorie des Wohlfahrtsstaates

Zu wissenschaftlichem und politischem Weltruhm gelangte Gunnar Myrdal durch seinen Nachweis, dass das Laisser-faire-Prinzip nicht zu einer prästabilen Ordnung führt, sondern zu kumulativem Wachstum oder Verfall. Dabei werden positive oder negative Prozesse durch eine Aneinanderreihung von Entscheidungen und Handlungen, die selbst verstärkend wirken. Gunnar Myrdal folgerte daraus, dass Wohlfahrt für möglichst viele im System der Marktwirtschaft nicht ohne das Eingreifen des Staates möglich ist.

Es lohnt sich in die Bildung der Jüngsten zu investieren

In der Gegenwart finanziert der deutsche Staat vor allem den gut ausgebildeten Nachwuchs der Mittelschicht. Einige Ökonomen behaupten inzwischen, dass es viel sinnvoller wäre, dieses Geld zu nehmen und es in die vernachlässigten Kinder der Unterschicht zu investieren. Für den Bildungsökonomen Ludger Wößmann geht die Gleichung, viel Geld ist gleich viel Bildung, nicht auf. Er erklärt: „In den meisten Bildungsbereichen können wir keinen wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen eingesetzten Mitteln und Bildungserfolg herstellen.“