Kategorie 'Psychologie'

September 2, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Für Sören Kierkegaard war die Angst ein Symptom der inneren Zerrissenheit des Menschen. Allerdings wies der Schriftsteller darauf hin, dass nur ein Wesen, das frei ist, sich ängstigen kann. Die Angst ist nicht nur drückend und belastend, sondern auch das Erfahren möglicher Zukunftsentwürfe, die Chance ganz Selbst sein zu können. Der tapfere Mensch flüchtet laut Kierkegaard nicht vor seinen Ängsten, sondern setzt sich ihnen aus und entwickelt an ihnen sein ureigenstes Freiheitsbewusstsein. Nur wer sich tief und wahrhaft ängstigen kann, ist in der Lage, die Endlichkeit des Menschen anzunehmen und sich in entscheidenden Situationen selbst zu verwirklichen. Ohne Angst gibt es kein Selbstsein.
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August 29, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Der Stolz hat zwei Gesichter: Auf der einen Seite kann er Personen arrogant und überheblich machen, auf der anderen Seite kann er sympathische Chefs hervorbringen. Für den großen Schriftsteller Dante überwogen die negativen Aspekte des Stolzes. Er betrachtete den Stolz als etwas Schlimmeres als den Neid und den Zorn. Völlig anderer Ansicht war dagegen Aristoteles. Er bezeichnete den Stolz als die Krone der Tugenden und sagte: „Jeder muss verachtet werden, der seinen eigenen Wert nicht erkennt.“ In der Geschichte der Menschheit hat also nie Übereinstimmung darüber geherrscht, wie der Stolz zu bewerten ist. Heute hat sich daran immer noch nichts geändert.
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August 24, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Daniel Goleman schrieb 1995 den Bestseller „EQ. Emotionale Intelligenz“ (Dtv). Drei Jahre später versuchte in seinem Buch „EQ2. Der Erfolgsquotient“ (Dtv) 25 Kompetenzen zu definieren, die darüber entscheiden, ob ein Mensch im Beruf Erfolg hat oder nicht. Gleichzeit legte der Autor dar, warum sich Firmeninhaber darum bemühen sollten, emotional intelligente Unternehmen aufzubauen. Akademische oder technische Fertigkeiten sind laut Daniel Goleman nur noch Voraussetzungen für den Einstieg in bestimmte Jobs. Was erfolgreiche Menschen in ihren speziellen Fachgebieten besonders auszeichnet sind Eigenschaften wie Durchhaltevermögen, Tatkraft, Optimismus, Anpassungsfähigkeit und Empathie.
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August 19, 2010 | veröffentlicht von
hkl
In seinem bedeutenden Werk „Love and Will“ (1969), das 1970 unter dem Titel „Der verdrängte Eros“ in Deutschland erschien, nimmt Rollo May im ersten Teil des Buchs das Verhältnis des modernen Menschen zu Sex und Liebe genau unter die Lupe. Rollo May hob hervor, dass die Menschen am Rande oder schon inmitten eines sexuellen Chaos leben. Obwohl der Sexualtrieb befreit wurde, sind die Menschen damit nicht glücklicher geworden. Denn parallel zur Befreiung gab es eine Entwertung der Sexualität, die vielfach nur noch Triebgeschehen und sexuelle Abreaktion angesehen wird.
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August 15, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Der geniale Filmregisseur Orson Welles filmte sein Meisterwerk „Citizen Kane“ als er 25 Jahre alt war. Der amerikanische Schriftsteller Herman Melville erreichte seinen literarischen Höhepunkt im Alter von 32 Jahren mit dem Roman „Moby Dick“. Der englische Regisseur Alfred Hitchcock dagegen drehe seine besten Filme im Alter zwischen 54. und 61. Jahren. Wissenschaftler beschäftigen sich immer wieder mit der Frage, worin der Unterschied zwischen Wunderkindern und Spätzündern besteht. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Genie in der Regel mit Frühreife gleichgesetzt. Man geht davon aus, dass eine kreative Schöpfung die Energie und den Überschwang der Jugend benötigt.
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August 10, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Der Familientherapeut Jesper Juul hat in Dänemark eine bekanntes Institut für Familientherapie gegründet und dort Jahrzehntelang Erwachsene behandelt. 2004 hat er die Elternberatung „FamilyLab“ ins Leben gerufen, die inzwischen in zwölf Ländern therapiert. Sein neuestes Buch heißt „Pubertät – wenn Erziehen nicht mehr geht“. Zurzeit dominiert in der Kindererziehung der neokonservative Ansatz, dass man Kindern Grenzen setzen muss. Im Vordergrund stehen dabei die Werte Disziplin und Gehorsam. Jesper Juul nennt Erzieher, die diese Methode anwenden, Neoromantiker. Er beobachtet sie häufig auf Spielplätzen, wie sie zu ihren Kindern lächelnd bitte sagen und sie mit Konjunktiven verwirren.
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August 5, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Thomas Szasz betrachtete die Tätigkeit der Psychotherapeuten als verwandt zur Freundschaft, Ehe, religiöser Sitte, Werbung oder Unterricht und als verbale Form der Behandlung, die sich gravierend von jedem somatischen Eingriff eines Arztes unterschied. Der Psychotherapeut hat die Aufgabe, dem Patienten mit Worten bestimmte Werte und Überzeugungen zu vermitteln und negative Gewohnheiten zum Guten hin zu verändern. Da das ursprünglich das Betätigungsfeld der Philosophen und Theologen war, stellt Szasz die Frage, ob die Psychotherapie nicht in der Nähe der Rhetorik, Philosophie oder gar Demagogie anzusiedeln sei.
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Juli 29, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Im Gegensatz zu ihrem Vater Sigmund Freud, der sich hauptsächlich mit dem Unbewussten (Es) beschäftigte, konzentrierte sich seine Tochter Anna Freud in der Therapie und Psychoanalyse auf das Ich. Die Interaktion zwischen Ich, Es und Über-Ich kommt dabei aber nicht zu kurz, was schließlich zur Erforschung der Abwehrmechanismen beim Menschen führt.
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Juli 25, 2010 | veröffentlicht von
hkl
René Descartes kannte die Denkweise der Scholastik und die Geisteshaltung des Humanismus. Seine Studien reichten von der Metaphysik über die Medizin bis hin zur Physik. Je mehr er studierte, desto mehr begann er an allem zu zweifeln. Descartes stellte die überkommenen theologischen und philosophischen Meinungen in Zweifel und fragte sich sogar, ob die Erkenntnisse der Sinne der Wahrheit entsprächen. Der bekannteste Teil seines Buchs „Bericht über die Methode“ gehört das Kapitel, in denen Descartes die Gründe für die Existenz Gottes und der menschlichen Seele beschreibt.
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Juli 21, 2010 | veröffentlicht von
hkl
Wer allein sein kann, fühlt sich nicht einsam. Obwohl die meisten Menschen die Einsamkeit führten, sehnen sich einige direkt danach. Im schlimmsten Fall führt sie zu einer Erkrankung, im besten Fall stärkt sie die Persönlichkeit. Jeder Mensch fühlt die Einsamkeit anders. John Cacioppo vom Center for Cognitive and Social Neuroscience der University of Chicago definiert das vielschichtige Gefühl wie folgt: „Einsamkeit ist die wahrgenommene soziale Isolation.“ Für den Wissenschaftler ist Einsamkeit ein negatives Gefühl, wobei es nicht entscheidend ist, ob jemand Freunde und wenn ja wie viele hat. Entscheidend ist vielmehr, ob die Menschen über die Zahl und die Art ihrer sozialen Kontakte glücklich sind.
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