Die Vermeidung von Feindschaften ist ein erstrebenswertes Ziel

Feindschaften im Beruf, Ehekriege und andere persönliche Auseinandersetzungen beginnen oft mit Nichtigkeiten, die in manchen Fällen immer mehr eskalieren und sich dann sogar in jahrelangen Stellungskriegen austoben können. Andreas Salcher erläutert: „Gelingt es nicht, private Konflikte ganz am Anfang mithilfe von Freunden, Meditatoren oder aus eigener Einsicht zu lösen, erreichen diese schnell einen Punkt, an dem beide Seiten glauben, nicht mehr zurückzukommen.“ Je mehr Energie man seinen Feinden widmen muss, desto weniger steht einem zur Verfügung, um seine Ziele zu erreichen und sein Leben zu genießen. Diejenigen Menschen, die sich von ihrer Vernunft leiten lassen, wägen daher genau ab und kommen meistens zu dem Ergebnis, dass es mutiger ist, sich nicht auf irgendein Scharmützel einzulassen, als vielleicht zu siegen. Dr. Andreas Salcher ist Mitbegründer der Sir-Karl-Popper-Schule in initiierte die Waldzell Meetings im Stift Melk. Er ist einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren Österreichs.

Hass ist bei einem Menschen nur ganz schwer wieder auszurotten

Um Feindschaften zu vermeiden, sollten Menschen alles unterlassen, was den Widerwillen anderer hervorrufen könnte. Denn Missgunst kommt auch so schon genug auf einen zu. Andreas Salcher rät nicht zu denjenigen zu gehören, die sich darin gefallen, mit allen auf einem schlechten Fuß zu sein und Überdruss zu erregen. Andreas Salcher erläutert: „Sobald der Hass beim Menschen Fuß gefasst hat, so ist er, wie der schlechte Ruf, schwer auszurotten. So wie jeder anständige Mensch sollten auch wir nicht auf böse Zungen hören und Spötter sich selbst überlassen.“

Es gibt Menschen, die ständig gegen die Regeln des Anstands verstoßen und durch ihr schlechtes Benehmen die Umwelt provozieren. Andreas Salcher nennt als Beispiele Rapper, die zum Blutvergießen aufrufen, um ihre Verkaufszahlen hochzujagen, Hooligans, die beharrlich eine Rauferei suchen, oder aggressive Schmarotzer, die meinen, sie hätten ein Recht auf Mildtätigkeit. Man kommt leicht mit ihnen zusammen und mit Unannehmlichkeiten wieder auseinander. Wenn der Kluge einem von dieser Sorte Mensch begegnet, lässt er sich nicht auf ihn ein.

Besonnene Menschen lassen sich nicht auf einen Ehrenhändel ein

Andreas Salcher rät auch zur Vorsicht, wenn es darum geht, seine Ehre verteidigen zu müssen. Seiner Meinung nach sind besonders aufbrausende Charaktere und Menschen mit geringem Selbstwertgefühl gefährdet, sich auf einen Ehrenhändel einzulassen. Besonnene Menschen dagegen ruhen in ihrer Mitte und lassen sich nicht zu extremen Reaktionen verführen. Sie wissen nämlich, dass es viel leichter ist, Angelegenheiten jener Art auszuweichen, als mit Glück unversehrt aus diesen herauszukommen.

Auch jede Konfrontation mit einem Gegner, der nichts zu verlieren hat, sollte man unbedingt vermeiden. Denn dieser hat mit allem abgeschlossen und ein Menschenleben bedeutet ihm nichts. In beruflichen und privaten Kriegen riskiert der Betroffene vielleicht nicht gleich sein Leben, aber immerhin seinen guten Ruf, den er sich jahrelang mühsam aufgebaut hat. Andreas Salcher rät: „Vor jeder Auseinandersetzung sollten wir unser eigenes Ansehen und das des anderen genau abwägen. Nur diese Prüfung ermöglicht zu entscheiden, ob wir uns nicht besser rechtzeitig zurückziehen und unsere Reputation in Sicherheit bringen sollten.“

Von Hans Klumbies

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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