Die Geschichte der USA hat viele Licht- und Schattenseiten

Das Buch „Geschichte der USA“ von Alexander Emmerich bietet einen Schlüssel zum Verständnis der Supermacht, die trotz ihrer europäischen Wurzeln den Europäern unverständlich erscheint. Der Historiker Alexander Emmerich führt den Leser durch amerikanische Geschichte, angefangen bei den ersten Kolonien bis in die Gegenwart. Der Autor hat keine reine Erfolgsgeschichte der USA geschrieben, sondern setzt sich auch kritisch mit dem Umgang der Amerikanern mit den Indianern und den Anfängen der Sklaverei auseinander. Zum Ende seines Buchs erklärt Alexander Emerich in kurzen Kapiteln, was er für „Typisch Amerikanisch“ hält. Er zählt dazu die Freiheit, den Puritanismus, The American Dream, Frontier, Melting Pot, Feiertage, Mount Rushmore, Hollywood und die Nationalparks der USA. Der Historiker Alexander Emmerich lehrt an der Universität Augsburg am Lehrstuhl für transatlantische Kulturgeschichte.

Am 4. Juli 1776 verabschieden die USA die Unabhängigkeitserklärung

Die Geschichte der USA beginnt mit der Überquerung der Ozeane durch europäische Entdecker, Goldsucher, Kolonisten, und Menschen, die ihre Religion frei ausüben wollten. Die USA unterscheiden sich grundsätzlich von allen anderen Staaten in ihren politisch-gesellschaftlichen Fundamenten. Alexander Emmerich erläutert: „Sie entstanden aus einem politisch-religiösen Gründungsakt, der Glauben und Vernunft, Puritanismus und Aufklärung miteinander verband. Mehr noch, die USA wurden bewusst gegen das Grundprinzip der Alten Welt, gegen die Legitimierung durch Tradition und Geschichte sowie gegen die historische Legitimität europäischer Herrschaft gegründet.“

Die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika wurde am 4. Juli 1776 verabschiedet. Sie diente laut Alexander Emmerich der moralischen und rechtlichen Legitimation der Loslösung von der britischen Krone. Im ersten Teil beschreibt ihr Verfasser, Thomas Jefferson, das natürliche Recht eines jeden Volkes, seine Regierung selbst zu bestimmen. Im zweiten Teil zählte er die Vergehen George III. gegen die Kolonien auf. Im letzten Teil wurde die feierliche Loslösung vom britischen Mutterland bestätigt. Alexander Emmerich erklärt: „Von nun an beanspruchten die ehemaligen Kolonien das Recht, als unabhängige und souveräne Staaten zu handeln.“

Die Wahl Barack Obamas könnte als Meilenstein in die amerikanische Geschichte eingehen

Den Aufstieg zur Weltmacht hatten die USA vor allem der raschen Industrialisierung und dem rasanten Bevölkerungsanstieg zu verdanken. Amerika konnte sich sogar nach dem Ersten Weltkrieg zunächst großer wirtschaftlicher und politischer Kontinuität erfreuen. Bis zum Jahr 1929 gediehen Wirtschaft, Staat und Gesellschaft prächtig, dann stürzten die USA allerdings unvorbereitet in ihre größte Wirtschaftskrise, die globale Folgen hatte. Ab 1933 erholte sich die amerikanische Wirtschaft wieder. Am 8. Dezember 1941 tritt die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, den sie als einer der Siegermächte beendete.

Mit dem Zusammenbruch der UdSSR und dem Ende des Kalten Krieges verloren die USA ein Feindbild, an dem sich über ein halbes Jahrhundert lang gerieben hatten. Das Schlusskapitel hat Alexander Emmerich Barack Obama gewidmet. Er schreibt: „Möglicherweise war der größte Wandel, den Obamas Wahl zum US-Präsidenten mit sich brachte, bereits seine Wahl an sich selbst: Auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Menschen aller Hautfarben in den Vereinigten Staaten von Amerika wird sie als Meilenstein in die Geschichte eingehen. Noch vor wenigen Jahren wäre eine Wahl wie die Obamas noch undenkbar gewesen.“ Das Buch „Geschichte der USA“ von Alexander Emmerich bietet einen hervorragenden Einstieg in die bewegte Historie dieser Nation.

Geschichte der USA
Alexander Emmerich
Verlag: Theiss
Broschierte Ausgabe: 184 Seiten, Auflage 2: 2013
ISBN: 978-3-8062-2755-0,  19,95 Euro
Von Hans Klumbies

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