
November 4, 2009 | Geschrieben von admin - Kategorie
Wirtschaft
Nach dem Besuch der Schule in Kirkcaldy wurde Adam Smith mit vierzehn Jahren Student der Universität Glasgow, an der er 1740 seinen Magister Artium machte. Zehn Jahre später berief ihn dieselbe Universität auf den Lehrstuhl für Logik, unterrichtete aber auch Ethik und Moralphilosophie. 1759 veröffentlichte er das Buch „Theory of Moral Sentiments“, in dem er die Grundlagen des zwischenmenschlichen Zusammenlebens erforscht. Das Zentrum dieser Lehre ist die Sympathie. Er verwendet die Sympathie allerdings als wertneutralen Ausdruck, als Einfühlungsvermögen, Fähigkeit zur Anteilnahme oder Mitgefühl mit jeder Art von Affekten. Denn alle seelischen Mechanismen wie Schuldgefühle, Gehorsam und Gerechtigkeit beruhen auf dieser Fähigkeit.
Die Entwicklung des Kapitalismus
1763 erhielt Adam Smith das Angebot, als Hauslehrer der Söhne des Herzogs von Buccleugh eine Reise nach Frankreich zu machen. Er nahm das Angebot an und verbrachte mehr als zwei Jahre in Frankreich. Er lernte dort die ideologischen Führer des Bürgertums kennen, vor allem die Enzyklopädisten und die Physiokraten. Unter vielen anderen gehörten Paul Thiry d’Holbach, François Quesnay, Claude Adrien Helvétius, Anne Robert Jacques Turgot, baron de l’Aulne und Voltaire zu seinen Bekannten.
Adam Smith wurde mit seinem Buch „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“, das 1776 erschienen war, zum Begründer des kapitalistischen Liberalismus und zum bedeutendsten Wirtschaftswissenschaftler der Manufakturperiode. Er beschäftigt sich vor allem mit Problemen, die sowohl in der Manufaktur als auch im Fabriksystem auftauchen und wird so auch zu einem Ökonomen des Frühkapitalismus.
Die Lehren von der Arbeit und vom Freihandel
Der Ausgangspunkt seiner Untersuchungen ist die Arbeit. Dabei scheinen ihm drei Probleme von besonderer Bedeutung zu sein, die eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Kapitalismus spielten: die gesteigerte Geschicklichkeit des Arbeiters, die Technologie und die Organisation der Arbeit. In seiner Arbeitswertlehre stellt Adam Smith die These auf, dass nicht der Handel den Wert der Güter schafft, auch nicht die natürliche Produktivität des Bodens, sondern allein die menschliche Arbeit.
Eine seine weiteren Erkenntnisse ist, dass der Arbeitslohn trotz gesteigerter Produktivität der Arbeit durch eine Art stillschweigender, aber fortwährender und gleich bleibender Übereinkunft der Kapitalisten nie über einen bestimmten Level steigt. Berühmt geworden ist Adam Smiths Freihandelslehre, die vor der Gefahr jedes Eingreifens des Staates in die Wirtschaft warnt.
Die drei Pflichten des Staates
Der Staat solle sich auf drei Pflichten konzentrieren: Erstens die Pflicht, die Gesellschaft gegen die Gewalt und Angriffe anderer unabhängiger Staaten zu schützen, zweitens die Pflicht, jedes einzelne Mitglieder der Gesellschaft gegen die Ungerechtigkeit oder Unterdrückung jedes anderen Mitgliedes so gut wie möglich zu schützen, drittens die Pflicht, gewisse öffentliche Werke und Anstalten zu errichten und zu unterhalten, deren Bau und Unterhalt niemals im Interesse eines Privatmannes liegen kann.
Die Jahre von 1767 bis 1776 verbrachte Adam Smith teils in Kirkcaldy, teils in London, wo er sich oft mit seinen Freunden Reynolds, Johnson, Edmund Burke und David Hume zum Gedankenaustausch traf. In den letzten Lebensjahren hielt er sich nur noch in seiner Heimat auf, seit 1778 in Edinburgh, wo er am 17. Juli 1790 starb.
Von Hans Klumbies
Kategorien: Wirtschaft |
Tags: Adam Smith, Affekte, An Inquiry into the Nature and Causes of Wealth of Nations, Angriffe, Anne Robert Jacques Turgot, Anteilnahme, Arbeit, Arbeiter, Arbeitslohn, Arbeitswertlehre, baron de l'Aulne, Bürgertum, Claude Adrien Helvétius, David Hume, Die Entwicklung des Kapitalismus, Edmund Burke, Einfühlungsvermögen, Enzyklopädisten, Ethik, Fabriksystem, François Quesnay, freier Handel, Freihandelslehre, Frühkampitalismus, Frühkapitalismus, Gehorsam, Gerechtigkeit, Gesellschaft, Gewalt, Güter, Handel, Johnson, Kapitalismus, Liberalismus, Logik, Manufaktur, Manufakturperiode, Mitgefühl, Moralphilosophie, Organisation, Paul Thiry d'Holbach, Produktivität, Pysiokraten, Reynolds, Schuldgefühle, Schutz, Seele, Staat, Staatspflichten, Sympathie, Technologie, Theory of Moral Sentiments, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Voltaire, Zusammenleben |
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