50 große Denker in der Psychologie

Tom Butler-Bowden präsentiert in seinem Buch „50 Klassiker der Psychologie“ die einflussreichsten Denker, spannendsten Ideen und klassische Theorien der Psychologie. Aber nicht nur Psychologen werden vorgestellt, sondern auch Neurologen, Psychiater, Biologen, Experten der Kommunikation, Journalisten, ein Gewaltexperte, ein Hafenarbeiter und ein Romanautor. Das Buch fasst die Kernaussagen der jeweiligen „Klassiker“ wie Adler, Freud oder Jung zusammen und erläutert neue Theorieansätze zeitgenössischer Denker wie Goleman oder Seligman.

Emotionale Intelligenz befähigt zu Spitzenleistungen

Gerade Daniel Goleman sollte durch seinen Bestseller „EQ Emotionale Intelligenz“ einer größeren Leserschaft vertraut sein. Er geht davon aus, dass in den meisten Bereichen eine außerordentliche emotionale Intelligenz die Voraussetzung für Spitzenleistungen ist. Er behauptet, deren Einfluss für eine herausragende Leistung sei doppelt so hoch, wie der bloße Intellekt oder fachliches Können.

Dagegen werden nur Insider Eric Hoffer kennen, der vier Jahre lang aus Schauermann in San Francisco arbeitete, bevor er durch sein Buch „Der Fanatiker“ zu einem gewissen Ruhm kam und in seiner zweiten Lebenshälfte nur noch schrieb. Massenbewegungen sind laut Hoffer deswegen so mächtig, weil sie voller Enthusiasmus sind. Mächtige politische Bewegungen zeichnen sich dagegen durch eine religiöse Inbrunst aus.

Männer und Frauen leben in verschiedenen Welten

Jedem der 50 Artikel liegt dasselbe Strukturmuster zugrunde, was die Lesbarkeit erleichtert. Überhaupt zeichnet sich der Sprachstil durch eine ausgezeichnete Verständlichkeit aus, wodurch auch ein Laie auf dem Gebiet der Psychologie seine Freude an diesem Buch haben dürfte. Zwei Absätze aus dem berühmtesten Buch des jeweiligen Klassikers leiten das Kapitel ein. Es folgt eine Kernaussage, zum Beispiel von der Neurobiologin Louann Brizendine lautet er wie folgt: „Männer und Frauen erleben die Welt unterschiedlich, weil die Geschlechtshormone bei beiden unterschiedlich stark sind.“ Anschließend wird auf ähnliche Titel anderer Autoren verwiesen, die den Leser zum tieferen Einstieg in das Thema einladen sollen.

Im Hauptteil des jeweiligen Kapitels werden die wichtigsten Kernaussagen und theoretische Ansätze vorgestellt. Die schon erwähnte Louann Brizendine hat zum Beispiel das Gehirn des weiblichen Teenagers erforscht. Sie fand heraus, dass es bei ihnen in der Pubertät zu einem Dopamin- und Oxytocin-Schub kommt und bezeichnet diesen Vorgang als die dickste, fetteste neurologische Belohnung neben einem Orgasmus, den man bekommen kann. Im Abschnitt „Zu guter Letzt“ beschreibt der Autor noch einmal kurz den beruflichen Werdegang und den Einfluss des Klassikers der Psychologie auf die Gesellschaft. Eine Kurzbiografie mit den wichtigsten Veröffentlichungen schließt das Kapitel ab.

Ein Buch, das jeden zum Lesen einlädt, der seine Kenntnisse über Alfred Adler, Sigmund Freud oder C.G. Jung wieder einmal auffrischen möchte oder sich auf das Abenteuer einlassen will, in die Gebiete der Psychologie vorzudringen, die ihm bisher verschlossen geblieben sind.

50 Klassiker der Psychologie
Tom Butler-Bowdon
Verlag: mvg bei Redline
Gebundene Ausgabe: 523 Seiten, Auflage 1: Februar 2007
ISBN 13: 978-3-636-06287-1, 24,90 Euro

Von Hans Klumbies

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